130 feAUZEITUNG Nr. 17 Kreuzung der Betonzufuhr mit der Bodenabfuhr wurde eine Schiebebühne aufgestellt, von welcher aus durch Rut ­ schen der Beton nach jeder beliebigen Stelle abgelassen werden konnte. Die Herstellung der Gewölbe erfolgte in 43 Zonen von je rund 8 m Länge, wobei jede folgende Zone von der vorhergehenden durch eine mit Preolit- anstrich gedichtete Fuge getrennt wurde. Das sämtliche Mauerwerk besteht aus Maschinenstampfbeton im Mi ­ schungsverhältnis 1:10, die Gewölbe aus Muschelkalk ­ schotter und Sand, die übrigen Teile aus Neckarkies, lieber den Gewölben wurde nach Aufbringung eines Magerbetons in den Anken zunächst ein 2 cm starker Bestich ausgeführt, alsdann folgten ein Goudronanstrich nebst Wormser Asphaltisolierplatten mit Gewebeeinlagen und den Schluß bildete eine Ziegelflachschicht, auf welche die Wiederauffüllung mit 1 bis 5/ m Höhe zu liegen kam. Im Innern werden die Gewölbe zum Schutz gegen den An ­ griff der Rauchgase noch mit Inertol und Preolit gedichtet. mit 16 m Lichtweite an. Sodann folgen die zweite Oeff- nung über den Kanal und das linke Neckarvorland mit 56.6 m, die größte Oeffnung über den Neckar selbst mit 61.6 m und eine weitere Hauptöffnung mit 56,0 m sowie schließlich wieder drei Neben Öffnungen, wovon zwei mit je 17 m und die letzte mit 20 m Lichtweite zur Ueber- brückung der Schöne-Straße. Die beiden äußersten Stras- senöffnungen bestehen aus Eisenbetongewölben, alle übri ­ gen Öffnungen aus Stampfbetonbögen. Die drei großen Oeffnungen erhielten im Scheitel und in den Kämpfern Ge ­ lenke. Die letzteren sind infolge der geringen Sprengung von nur 1:11 notwendig geworden und haben den Zweck, zur Aufnahme der Wärmeschwankungen sowie etwaiger Pfeiler-Bewegungen bei der Ausschalung zu dienen. Zur Ueberleitung der gewaltigen Bogenschübe der beiden seit ­ lichen Hauptöffnungen auf das Erdreich wurden die Orts ­ widerlager unter den anschließenden Nebenöffnungen durchgeführt, was bei der Stuttgarter Straße wegen des <sRnfni/fii> funod Der ganze Tunnel liegt wie die Brücke in einem Gefälle 1:180; er stellt eine Doppelröhre mit viergleisigem Be ­ trieb dar. Die lichte Weite ist durchweg 8,1 m, während die Höhe auf der Westseite, wo die Ueberschüttung ge ­ ringer ist, 7,0 m, im östlichen Teil 8,0 m beträgt. Vor dem westlichen Tunnelportal liegt in 5 m Abstand die Rosen ­ stein-Straßenüberführung , eine dreistielige Eisenbeton ­ brücke, deren Brüstungen zur Zeit vom Bildhauer mit Reliefs geschmückt werden; das östliche Tunnelportal ist von einem Stirnaufsatz mit Brüstung bekrönt. Die neue Neckarbrücke. Unmittelbar an den Tunnel schließt sich die neue Brücke an, die in drei Haupt- und vier Nebenöffnungen das Neckartal überspannt. Schon von Anfang an steuerte man in der Bauabteilung auf eine massive Brücke los, da eine solche nicht nur in schönheitlicher Hinsicht, sondern auch in technisch-wirtschaftlicher Beziehung erhebliche Vorteile aufzuweisen hat. Wie aus Abb. 4 ersichtlich, liegt die Brücke in der Kurve, was ihre Herstellung wesent ­ lich erschwerte. An den Tunnel schließt sich die erste Nebenöffnung zur Ueberführung der Stuttgarter Straße dortigen Straßenbahnverkehrs, der Umlegung einer 800- mm-Oasleitung, sowie der Einbringung des Hauptkanals für die Kläranlage mit ziemlichen Schwierigkeiten verknüpft war. Ausgeführte Proberammungen hatten das Ergebnis, daß der feste Untergrund — entgegen den Erfahrungen an den beiden bestehenden Brücken — nicht allzu tief an ­ steht. Auf eine etwa 1 m starke Humus- und Schlamm ­ schicht folgt ein 3,8 m mächtiges Kieslager mit Geschieben und Sauerwasserkalkbildungen. Sodann kommt die Let ­ tenkohle, oben noch weich, unten dagegen fest und ge ­ schlossen mit Steinmergelbänken, in einer Mächtigkeit von mehreren Metern, darunter schließen die Dolomitschichten des oberen Muschelkalks sich an. Aus allen Schichtfugen der Lettenkohle traten Mineralquellen mit starkem Kohlen ­ säure-Entweichen zu Tage. Dieses günstige Ergebnis ge ­ stattete die Pfeiler in offener Baugrube zu gründen und unmittelbar auf den Untergrund aufzusetzen. Es wurden eiserne Larssenspundwände von 7'/ 2 —8 m Länge geschla ­ gen; die linke Widerlagergruppe sowie die beiden Fluß ­ pfeiler kamen auf den Steinmergel zu stehen, die rechts ­