Geschäftshaus „Grand Bazar zum Strauß“ Architekten: Oberbaurat H. Jassoy und K. R. Fritz-Stuttgart XI. Jahrgang Nr. 22 Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen Stuttgart, 30. Mai 1914 Inhalt: Praktische Neuerungen im Ladenbau. — Die Architektur der Ladenfront. — Unerlaubte Nachbildung eines künstlerischen Wand ­ frieses zu Dekorationszwecken. — Tarifverträge. — Vereinsmitteilungen. — Bautechnische Rundschau. — Wettbewerbe. — Kleine Mitteilungen. — Personalien. — Bücher. — Sprechsaal. Praktische Neuerungen im Ladenbau Von Regierungsbaumeister Franz W o a s - Wiesbaden (Schluß) Mit 11 Abbildungen Ich möchte nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß alle diese Ladenbauten nicht etwa nur auf dem Papier stehen, sondern wiederholt und vielfach in dieser Weise ausge ­ führt worden sind und sich bewährt haben. Von den geschilderten Vorhallen hat unter Anderen ein großes Kaufhaus zu Manchester in der ausgiebigsten Weise Ge ­ brauch gemacht, indem es eine Front von mehr als 100 Meter mit einer ganzen Flucht davon versehen hat. Ab ­ bild. 9 gibt eine teilweise Darstellung davon. Bisher war immer nur von verhältnismäßig kleinen und in die Straßenzeile eingebauten Läden die Rede. Eine besondere Behandlung verdienen die Eckgrund- 0cl)mil)ilb her 9U»8lüjje eines mobctncn 2abcn& . für JHeirtflcincrbctvcUXnhc. Abb. 9 stücke. Sie werden von den Geschäftsleuten bevor ­ zugt und stehen deshalb entsprechend höher im Werte. Umso sorgfältiger müssen sie bei einem Ausbau behandelt werden! — Zunächst ist die V o r f r a g e zu erledigen: Legt man den Eingang in einen Eckladen an die (dazu natürlich ab ­ gestumpfte) Ecke selbst oder seitwärts? — Es wird dies von der ganzen Art und Weise des Verkehrs in den be ­ treffenden Straßen abhängen. Besitzen beide Straßen einen gleich starken Verkehr, dann ist es richtig, den Ein ­ gang über Eck zu legen, weil man dann von beiden Seiten her den Verkehr in den Laden hineinbringt. Ist dagegen die eine der beiden Eckstraßen mehr oder weniger Nebenstraße, dann dürfte es das richtigere sein, den Eingang zum Laden in die Front der Haupt ­ straße hinein zu verlegen. Immerhin wird man auch dann gut tun, die Ecke abzustumpfen, um sie mit einem Schaufenster zu versehen, weil ein solches Eck-Schaufens- : ■_ i Zu: Der moderne Laden Abb. 10