212 BAUZEITUNG Nr. 27 wie zu dem Anschlußgeleis verläuft und die ganze Anlage in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennt. Der Haupteingang befindet sich im Süden, unmittelbar am Neckar gelegen. Von dort aus führt eine Hauptstraße in annähernd nördlicher Richtung durch das Gelände, so daß durch diese Straße und die Schiebebühne die ganze Anlage in vier Abschnitte zerlegt wird. Am Hauptein ­ gang erhebt sich das Pförtnerhaus und dahinter das Ver ­ waltungsgebäude. Das letztere ist ein großer, massiver, von einem Turm überragter Bau, der in vier Geschossen die sämtlichen Zweige der Verwaltung aufnimmt. Die Architektur stammt von Oberbaurat Weigle u. Söhne und das Ganze macht, namentlich vom Neckar aus gesehen, einen der Größe des Werkes würdigen Eindruck. Links da ­ neben steht die Speisehalle, in der die Angestellten der Fabrik zu billigem Preis einen warmen Mittags- und Abendtisch erhalten; die großen darin untergebrachten Säle dienen zugleich zum Abhalten von Ausstellungen und Versamm ­ lungen. Dahinter befinden sich die Werkstätten für das Eisenbahnsicherungswesen. Natürlich ist die Bauart der einzelnen Gebäude je nach ihrem Zweck verschieden. Im allgemeinen sind die Werkstätten in Eisenkonstruktion ausgeführt und zwar teils mit massiven, teils mit Eisen ­ fachwerkwänden. Als Bedeckung dienen flache Bims ­ betondecken mit Eiseneinlagen und dreifachem Asphalt- klebedach. Als gutes Beispiel, in welcher Weise der Eisenfachwerkbau durchaus hübsch gestaltet werden kann, ist die Brückenbauwerkstätte zu erwähnen. ln ihr sind die sämtlichen Eisenkonstruktionen des Werks, ins ­ besondere auch die großen Hallenbinder, fertiggestellt worden. Zur Zeit ist gerade diese Werkstätte sehr reich mit Aufträgen versehen, so sind in den letzten Monaten eine große Anzahl Masten für die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke, ferner die Mittelpfeiler der neuen Königstraßen-Unterführung in Cannstatt, sowie eine Schützenwehr für die Stadt Tuttlingen dort ausgeführt worden. In demselben Abschnitt des Fabrikgeländes befinden sich noch die Kesselschmiede, die Schmiede, die Kranmon ­ tierungswerkstatt, das Hauptlager sowie das Kraftwerk I mit Maschinen- und Kesselhaus. Gegenüber, auf der rndern Seite der Hauptstraße, liegt die große mechanische Werkstätte mit einer überbauten Grundfläche von 15 000 Quadratmeter und einer Mittelhalle von 12 m Spannweite, die von einem Laufkran mit 20 Tonnen Tragkraft bestri ­ chen wird. Nördlich dieser Werkstätte befindet sich die Lager- und Versandhalle, südlich davon, d. h. zwischen Werkstätte und Verwaltungsgebäude, ist noch ein größe ­ rer Platz frei gelassen für die spätere Verlegung der zur Zeit noch in Cannstatt befindlichen elektrotechnischen Abteilung. Jenseits der Schiebebühne gegen Nordwesten liegen die Werkstätten für den Wagenbau mit Untergestellschlos ­ serei, Sägewerk, Holzschuppen und Lagerplätzen. Außer ­ dem ist hier das Kraftwerk II untergebracht, in dem die Abfälle dieser Werkstätten unmittelbar verfeuert werden und das durch ein elektrisches Kabel mit dem Kraftwerk I verbunden ist. In der nordöstlichen Abteilung befinden sich die Gießereianlagen. Neben dem gewaltigen Haupt ­ gebäude, das 11 400 qm Bodenfläche bedeckt, finden sich noch kleinere Werkstätten, die der Modellherstellung die ­ nen. Die Haupthalle der Gießerei hat eine Spannweite von 22 u. eine Höhe v. 14 m. Eine weitere Abb. zeigt das ge ­ waltige Eisentragwerk der Halle während der Montierung im Jahr 1912. Der Raum ist mit 2 Laufkranen von je 25 t Tragkraft und 2 fahrbaren Wanddrehkranen von je 5 t Tragkraft ausgerüstet; an ihn schließt sich das Ofen ­ haus mit 6 Kupolöfen und dem Gichtboden an. ■-» » »,r-* ■ Verwaltungsgebäude der Maschinenfabrik Eßlingen Grundrisse Architekten: Oberbaurat Weigle u. Söhne-Stuttgart