224 BAUZEITUNG Nr. 28 mäßigerweise folgende Gesichtspunkten für die Gebührenberech ­ nung zu beachten sein: Handelt es sich um einfachere Abweichungen vom geneh ­ migten Bauplan, etwa um die Aenderung des Grundrisses, die Herstellung von Auf- oder Anbauten, so können die Mehrkosten des Gebäudes der Gebührenanrechnung zu Grunde gelegt werden. Handelt es sich dagegen um durchgreifende Veränderung der Pläne, also etwa der Grundrisse, Höhe, Fassaden, Konstruktionen und dergl., so läßt sich hiefür eine Bausumme im Allgemeinen auch schätzungsweise kaum ermitteln, weil durch derartige Aen- derungen unter Umständen eine Verbilligung des Neubaus erreicht werden kann. Um hier einen Maßstab für die Gebührenanrech ­ nung zu erhalten, erscheint es zweckmäßig, die für die Begut ­ achtung des Bauänderungsgesuchs aufgewendete Zeit ins Verhält ­ nis zu dem für das Neubaugesuch erforderlichen Zeitaufwand zu setzen und etwa in diesem Verhältnis die Baukosten für den Oe- bührenansatz des Aenderungsgesuches festzustellen. Da es sich Ortstechniker wird der Anbau in Bezug auf Abstand, Beeinträch ­ tigung der Zugänglichkeit des Vorderhauses, wie die Licht- und Luftverhältnisse zu demselben beanstandet. Noch bemerken möchte ich, daß der Werkstattanbau nur bis zum 1. Stock-Fußboden geht und in Bezug auf Licht- und Luftverhältnisse absolut nicht beein ­ trächtigt, da der Lichteinfallswinkel mit 60° noch nicht einmal den Fußboden vom Erdgeschoß des Vorderhauses trifft. Das Bau ­ gesuch wurde von der Baupolizeibehörde wegen obigen Gründen des Ortstechnikers abgewiesen und dem Bauenden, der sich eine Existenz gründen wollte, dieses nun unmöglich gemacht. Ist diese Abweisung berechtigt? D. St. Antwort zu 11 !. Wie aus Ihrer ersten Anfrage in Nr. 25 her ­ vorgeht, hat Ihr Baugesuch nicht die Baupolizeibehörde abgewiesen, sondern der Ortsbautechniker, ;der, wie schon in der Antwort auf Ihre erste Frage gesagt wurde, nicht die entscheidende Behörde ist. Der Ortsbautechniker hat Ihnen eine Planänderung nahegelegt, die Sie offenbar vorgenommen haben, ehe die Baupolizeibehörde selbst eine Gewerbe- und Industrie-Ausstellung Ludwigsburg hier nicht um Umbaukosten, sondern nur um Planänderungen han ­ delt. die keine erfaßbaren Werte in sich schließen, so wird die Gebührenberechnung immer nach dem pflichtmäßigen Ermessen des begutachtenden Technikers zu erfolgen haben. Die F’rüfung etwaiger stalischer Berechnungen und etwaige nach Abs. 3 des § 115 a. a. 0. entstehende Kosten sind bei Aenderungsgesuchen selbstverständlich im vollen Betrag in Anrechnung zu bringen. 1. Frage, Auf Ihre (Antwort in Nr. 25 frage ich hiermit an, wer hat dem Bauenden den Schaden zu ersetzen, der ihm ent ­ standen ist, da von der Baupolizeibehörde eine wiederholte Ein ­ gabe abgewiesen wurde und anstatt der rückseitigen Holzfach ­ werkswand eine massive Mauer im Erdgeschoß und im 1. Stock angelegt werden mußte, die bereits abgebundene Holzfachwerks ­ wand in Wegfall kam und erstreckt sich ein eventuell in Frage kommender Schaden auch auf die Verminderung der Nutzfläche durch die größere Mauerstärke und wie berechnet sich dieser? 2. Frage. An ein bestehendes Wohnhaus soll ein zweistok- kiger Werkstattanbau angebaut werden. Die Baupolizeibehörde verlangt an dem seitlichen lichthofartigen Schlitz den örtlichen rückseitigen 4 m-Absland von dem alten Gebäude bis zum neuen Teil, ln diesem Abstand liegt die Abortgrube und erhält die Küche und der Abort im Erdgeschoß ihre Licht- und Luftzufuhr. Von dem Entscheidung getroffen hatte. Es dürfte schwierig sein, im Wege einer Klage auf Schadenersatz eine Entschädigung zu erlangen. Auch kann ein Dritter ohne genaue Kenntnis aller Einzelheiten den Schaden kaum berechnen, zumal nicht wohl festgestellt werden kann, daß der Neubau deshalb weniger wert ist, weil einige seiner nutzbaren Räume einige Zentimeter weniger Tiefe erhalten haben, dafür aber die Bauart verbessert worden ist. Wenn Sie glauben, der Ortsbautechniker habe pflichtwidrig gehandelt, so steht es Ihnen frei, sich bei der betreffenden Gemeinde zu beschweren. Zu 2. Ohne Angabe der Bestimmung, auf welche die Ab ­ weisung gestützt wurde, und ohne Kenntnis der Baupläne kann die Sache nicht richtig beurteilt werden Wenn es sich um eine Bestimmung der Ortsbausatzung über den Abstand zwischen Vor ­ der- und Hinterhäusern oder über die Tiefe des Hinterhofs hinter Vordergebäuden handelt kann die Bestimmung nur dann zur An ­ wendung kommen, wenn die Werkstätte nicht eine Vergrößerung des Vordergebäudes, sondern ein selbständiges Hintergebäude bildet. Welcher dieser beiden Fälle vorliegt, kann ohne Pläne nicht beurteilt werden. B. Verantwortlich; Karl Schüler, Stuttgart, Richard Gebhardt, Stuttgart. Druck: Guttav StUrner io Waiblingen.