25. Juli 1914 BAUZEITUNG 239 3. Wirtschafts- und Festbetrieb. Die Beleuchtung der Küche und ihrer Nebenräume kann verbessert werden; Verbesserungen könnten auch bei den Garderoben ein- treten. Auch sind die Garderoben für den Kongreß-Saal zweckmäßig untergebracht. Gegen die Garderoben im Untergeschoß kann nichts Wesentliches eingewandt werden. Die Möglichkeit der Ausnützung der Räume des Aus ­ stellungsgebäudes bei großem Festbetrieb kann nicht voll befriedigen, weil die als Provisorien bezeichneten Räume nicht in ausreichenden Zusammenschluß mit den eigent ­ lichen Festräumen gebracht werden können (Probesaal ist ganz isoliert, ebenso der Raum unter dem Podium). Die Anrichten sind zu knapp bemessen und die im Untergeschoß liegenden Serviergänge können bei Auf ­ lassung der rückwärts gelegenen Serviertreppen wegfallen. Halber 111. Preis. Entwurf Nr. 10, Motto: „Silhouette“. 1. Allgemeine Situation. Für die Grundrißanlage gilt das bei dem Entwurf des Verfassers mit dem Motto „Ver ­ lorene Illusionen“ Variante II erwähnte. besprach und beurteilte dieselben in dankenswerter Weise, ln weitgehendstem Vortrag zeigte unser verehrter Herr Professor an Hand der eingelaufenen Entwürfe die grund ­ legenden Elemente, die zu einer befriedigenden Raum ­ wirkung führen können, und die wesentlichen Gesichts ­ punkte, die für eine künstlerische Wertung in Betracht kommen. Dem Entwurf „Motto: Familiencafe“, Verf. stud. arch. Walz wurde der 1. Preis zuerkannt. — Der folgende Freitag, der 26. Juni, galt der Besprechung der Pfingstferien-Konkürrenz zur Erlangung von brauchbaren Entwürfen für ein Ehrendiplom. Herr Privatdozent Arch. Weigel hatte in liebenswürdigster Weise das Preisrichter ­ amt übernommen und legte an Hand der zahlreich einge ­ laufenen Entwürfe in längerem Vortrage die wesentlich ­ sten Elemente für die künstlerische Ausgestaltung eines Ehrendiploms dar und erkannte den Entwürfen „Motto Pergament“ (Verf. stud. arch. Mehrtens) und „Motto Or ­ nament I“ (Verf. cand. arch. Strauß) zwei gleichwertige Preise zu. — Es folgte am 7. Juli ein Sommerfest auf der Burg bei Eßlingen, wo sich eine zwar kleine, aber doch Halber III. Preis Vorderansicht • VOCiOCB.AnoiCHT:/4 iK>0 • .VACTTBtWtftb’, ALOiltLLUNCÄHALLt ^JTUTIGART- BdRC. Die äußere Wirkung dieser Bauanlage ist kraftvoll und originell. Das hinter einer hohen Attika verborgene flach gewölbte Dach hat in konstruktiver Beziehung gewisse Bedenken erregt. Der Hauptsaal ist durch Einstellung sehr schlanker Pfeiler in 3 Abteilungen getrennt und dadurch in seiner Gebrauchsfähigkeit etwas gehemmt. (Schluß folgt.) VereinsmiUeilungen Semester-Bericht des Akademischen Architektenvereins „Motiv“ zu Stuttgart. Der Verein eröffnete das SS. 1914 am 19. Mai mit der Besichtigung der Wagenburgschule unter der lehrreichen Führung des Erbauers, Herrn Prof. M. Elsäßer. Es folgte am 17. Juni — inzwischen hatten jeden Freitag Vereinsabende im Motivlokal stattgefunden — eine Besichtigung des Erholungsheimes „Sophieenstift“ bei der Wildparkstation. Die Führung hatten die Er ­ bauer, A.H. A.H. Lempp & Riethmüller in liebenswürdig ­ ster Weise übernommen und gaben den Teilnehmern weit ­ gehendste Erklärungen. Am 19. Juni hatten sich die Motivbrüder zahlreich zur Besprechung der Osterferien- Konkurrenz im Vereinslokal eingefunden. Die Aufgabe, das „Cafe Reinsburg“ den neuzeitlichen Anforderungen entsprechend umzugestalten, hatte einige sehr hübsche Lösungen gefunden. Herr Prof. Schmoll von Eisenwerth mutige Schar mit Damen, den Unwettern trotzend, zum Tanz zusammenfand. Erst spät — es war schon nach Mitternacht — trat man unter Larapionbeleuchtung, wel ­ cher der Vollmond Konkurrenz zu machen suchte, in fröh ­ lichster Stimmung die Heimfahrt nach Stuttgart an. — Der 11. Juli versammelte eine große Zahl der Motivier vormittags in der Hygiene-Ausstellung, woselbst A.H. Arch. Bayer sich zu einer Führung durch die Abteilung für Wohnungs- und Siedelungswesen in liebenswürdigster Weise bereiterklärt hatte. An Hand der zahlreichen Mo ­ delle gab unser A.H. uns lehrreiche und weitgehendste Erklärungen. Sodann folgte man unserem Vorsitzenden, cand. arch. Pantle, zu einer Besichtigung und Führung durch die Abteilung für Friedhofskunst und gewann, unterstützt durch seine dankenswerten Erläuterungen Ein ­ blick in die Bestrebungen der heutigen modernen Fried ­ hofskunst. — Am 16. Juli wurden im Vereinslokal die Neuwahlen für das W.S. 1914—15 vorgenommen, und man beschloß dieses Semester am 18. Juli mit einem ge ­ mütlichen Abend im Kurgarten in Cannstatt, wo sich eine stattliche Corona eingefunden hatte. Zu später Abend ­ stunde schied man mit den besten Wünschen auf Wieder ­ sehen nach den Ferien voneinander. Der Schriftführer. Bauwerkmeisterverein Württembergs. Die Mit ­ glieder werden hiedurch nochmals auf die am Sonnlag