STUTTGART ATOM 2. Sept. 1915 FÜR WÜRTTEMBERG BHDGN* HESSEN* GL- SHSS- LOTHRINGEN* Engerer Wettbewerb der Stadt Stuttgart etc. — Vergütungspflicht für bauliche Vor ­ arbeiten. — Die Bautätigkeit während dem Kriege — Strenge Auslegung der Kriegs ­ klausel in Lieferungsverträgen. — Haben Kriegsteilnehmer bezw. ihre Hinterbliebenen ausser den Ansprüchen auf Kriegsversorgung etc. — Kleine Mitteilungen. Alle Rechte Vorbehalten. Engerer Wettbewerb der Stadt Stuttgart zur Erlangung von Entwürfen für ein Sdiaubild über die architektonische Gestaltung der Fassaden am neuen Bahnhofsplatz und Teilen der Königstraße. 1. Wortlaut des Programms. Die Qemeindekollegien der Stadt Stuttgart hatten folgenden Beschluß gefaßt: „Am Vorplatz des neuen Hauptbahnhofs und an der Königstraße Nordwestseite, vom Vorplatz des neuen Haupt ­ bahnhofs bis zum Gebäude Nr. 16, müssen Neubauten und Bauveränderungen in Baustoff, Form und Farbe so ausgeführt werden, daß ein künstlerisches, eindrucksvolles Gesamtbild entsteht, und wenn ein Schaubild durch die Gemeindekollegien festgestellt werden sollte, sich diesem anpassen. Wo geschlossene Bauweise vorgesehen ist, kann das Zusammenbauen verlangt werden.“ Zur Erlangung eines solchen Schaubildes schreibt die Stadt Stuttgart unter den Architekten Professor Paul Bonatz, Oberbaurat Eisenlohr, Oberbaurat Schmohl, Stutt ­ gart, Professor Hocheder, München, Professor Ostendorf, Karlsruhe, einen Wettbewerb aus. T) :3 Durch den Wettbewerb soll einfSchaubild im Sinne obiger Bestimmung gewonnen werden, d. h. ein all ­ gemeines Architekturbild, dem Neubauten auf diesem Ge ­ lände zur Erreichung eines künstlerisch eindrucksvollen Gesamtbildes unbeschadet ihrer wirtschaftlichen Zwecks ­ bestimmung sich unterzuordnen hätten. Die Entscheidung darüber, ob Baugesuche dem durch den Wettbewerb ge ­ wonnenen Schaubild sich anpassen oder inwieweit Ab ­ weichungen davon zuläßig sind, steht der Baupolizei ­ behörde in Verbindung mit dem Stadterweiterungsburean und dem nach dem Entwurf der Ortsbausatzung vor ­ gesehenen Beirat zu. Geringfügige Ueberschreitungen und Aenderungen der Baulinie sollen als zuläßig angesehen werden. Ins ­ besondere ist es den Bewerbern freigestellt, den Grund ­ riß der in Betracht kommenden Baublöcke so zu ändern, daß die an der Königstraße, und der Straße I bei ihrer Einmündung in den Bahnhofplatz festgesetzten, einspring ­ enden Winkel in Wegfall kommen. Auch kann eine Ueberbauung der Schillerstraße bei ihrer Einmündung in den Bahnhofplatz vorgesehen werden. Ferner kann die auf 20 m festgesetzte Hauptgesimshöhe in einigen Teilen auf dem Dispenswege überschritten werden. Die Zahl der Vollstockwerke ist auf 5 beschränkt. Die Berechnung der Zahl der Stockwerke erfolgt nach Kennwort: Einheit im Großen, Freiheit im Kleinen. Prof. Bonatz & Scholer. Bahnh’ofsplatz.