46 BAUZEITUNG Nr. 16/17 höhe in der Minute bei einer Handpumpe 600: 16 = 3,75 1 Wasser. Zu beachten ist ferner noch die Gefahr bei Ausbesse ­ rungsarbeiten bezw. beim Einsteigen in die Brunnen. In diesen sammeln sich häufig Kohlensäure oder andere gif ­ tige Gase an, weshalb also Vorsicht zu gebrauchen ist. Es ist daher ratsam, die Brunnenluft vorher zu unter ­ suchen und durch Zuführung frischer Luft etwa vorhan ­ dene Gase aus dem Brunnen herauszutreiben (Vorschrift der Unfallversicherung, wie Bauvorschrift). Ein einfaches Mittel ist, heißes Wasser in den Brunnen zu schütten oder einen Eimer mit gebranntem Kalk und diesen mit Wasser genetzt herunterzulassen. Für die Untersuchung auf ver ­ dächtige Luft dient das Hinablassen eines brennenden Lichtes in den Brunnen. Geht dasselbe aus, so ist unbe ­ dingt Vorsicht geboten. Die Wasserleitungen waren schon im grauen Alter ­ tum den Ägyptern bekannt. Bei den Römern erreichten sie bereits einen hohen Grad ihrer Ausbildung. Dann kam der Verfall und seit diesem hörte man lange nichts mehr von derartigen Einrichtungen. In unserer Zeit ist die Technik aber wieder so weit vorgeschritten, daß man wohl sagen darf, daß auf diesem Gebiete wohl kaum mehr außer einigen kleinen Verbesserungen erreicht werden kann. Man unterscheidet zwei Arten von Wasserleitungen, die natürliche und die Druckleitung. Bei ersterer wird gewöhnlich das Wasser in Quellen gefaßt, besonderen Hochbehältern zugeführt und gesammelt, und von hier aus durch Röhren zu den Verwendungsstellen geleitet. Voraussetzung ist hier natürlich, daß die Quelle höher liegt als die zu versorgenden Gebrauchsstellen. Bei der Druckleitung wird gewöhnlich Quell- oder Flußwasser mittelst Druckpumpen in einen Behälter (Wasserturm) gepumpt, dessen niedrigster Wasserstand (Boden des Behälters) noch wenigstens einige Meter höher liegen muß, als das höchste, mit Wasser zu versorgende Gebäude. Für beide Arten von Anlagen ist, da sie meis ­ tens größere Ortschaften zu versorgen haben, darauf zu sehen, daß auch in der trockensten Jahreszeit kein Wasser ­ mangel eintritt. Zu diesem Zweck baute man in neuester Zeit, bedingt durch den immer größer werdenden Wasser ­ bedarf, sogenannte Talsperren, die sowohl bergiges Land wie auch ebenes Land mit genügendem Wasser speisen können. Für die hiezu notwendigen Straßenleitungen werden in neuerer Zeit fast nur noch asphaltierte Stahlrohre (Mannesmannrohre, seltener gußeiserne Rohre, verwendet. Der Durchmesser richtet sich nach der zu schaffenden Wassermenge. Die Leitungsrohre sind vor Frost und Hitze zu schützen, weshalb sie in der Erde wenigstens 1,00 m tief verlegt werden sollten. Die Röhren selbst sind Muffenröhren, die mit Bleiverguß abzudichten sind. Für die Druckregelung, besonders bei starkem Druck, werden Druckregler (Sperrschieber) eingebaut; ebenso Abstell- Vorrichtungen mit Spülvorrichtungen, um unreines Wasser von Zeit zu Zeit ablassen zu können. Für die Zuleitungen in den Gebäuden werden ent ­ weder Bleirohre mit 1 mm starker Zinneinlage (Mantel ­ rohre) oder, wenn auch seltener, verzinkte eiserne Rohre verwandt. Sind stärkere Zuleitungsrohre als 50 mm er ­ forderlich, so nimmt man solche aus Gußeisen mit Asphalt ­ anstrich (auf heißen Röhren aufgetragen). Die Verbindung bezw. Dichtung gußeiserner Rohre erfolgt mit geteertem Hanfstrick und Bleiverguß, die Verbindung schmiede ­ eiserner Rohre dagegen durch Muffenverschraubung und bei Bleiröhren durch Verlöten der ineinander gesteckten Enden. Entfernt sich die Zuleitung vom Hauptrohr auf weni ­ ger als 30 m, so richtet sich deren lichte Weite nach der Zahl der einzubauenden Zapfhähne. Man nimmt bei einem 10—20 mm weiten Zapfhahn mindestens 15 mm lichte Weite für das Zuleitungsrohr, bei 2—20 Zapfhähnen 25 mm Rohrweite, bei 21—40 Stück 30 mm und bei 40—60 Stück Zapfhähnen 40 mm Rohrweite. Doch ist es immer ratsam, mindestens 25 mm lichte Rohre zu verwenden, damit bei späteren Anschlußröhren genügend Wasser bei unvermindertem Druck von der Leitung gegeben werden kann. Damit die Röhren nicht einfrieren, sind sie wenig ­ stens 1,00 m tief unter die Erdoberfläche zu legen. Im Innern des Gebäudes sind sie gegen Frost durch entspre ­ chende Umhüllungen zu schützen. Gleich nach Eintritt in das Gebäude ist der Wassermesser (Wasseruhr) nebst Hauptabstell- und Entleerungshahn, möglichst in einem gemauerten Schachte, anzubringen, der mit der Schleuse (Abwässerung) zweckdienlich in Verbindung steht, damit das event. Tropfwasser oder sonst durch Undichtigkeit entweichendes Wasser in diese ohne Störung abfließen kann. Bei dem Legen der Röhren im Innern ist darauf zu sehen, daß diese tunlichst an keine Außenwand zu liegen kommen (Frost- und Blitzeinschlagsgefahr). Die Befesti ­ gung der Röhren selbst geschieht an den Wänden mittels verzinkter Rohrschellen oder Rohrhaken, doch ist darauf zu achten, daß zwischen Rohr und Wand wenigstens 2 cm Zwischenraum verbleibt. Ferner ist darauf zu sehen, daß bei Biegungen keine scharfen Knicke entstehen. Bei Abzweigungen empfiehlt sich die Anordnung eines Ab ­ stellhahnes nebst kleinem Ablaufhahn. Steigleitungen (auf ­ gehende Leitungen in andere Geschosse) erhalten etwa 20 bis 30 cm über dem Fußboden auswechselbare Muffen, damit bei einer Auswechslung der Rohre Wände und Fuß ­ boden nicht beschädigt werden. Um das lästige „Schlagen“ in den Leitungen zu verhüten, empfiehlt sich die Anord ­ nung eines sog. Windkessels. Die Abzweige werden am besten durch messingene Winkel- oder T-Stücke mit dem Hauptrohr verbunden. Zur Wasserentnahme dienen im allgemeinen die Nie ­ derschraubhähne, bei denen ein plötzliches Schließen ver ­ hindert wird, wodurch eben die sogenannten Wasser ­ schläge vermieden werden. Die Zapfhähne genügen bei gewöhnlichen Verhältnissen für Küchen mit 15—20 mm, für Waschküchen mit 25 mm, für Waschbecken mit 12 bis 15 mm und für Gartenhähne mit 20—25 mm lichter Weite. Für Waschbecken und Waschküchen ist die Anordnung von sogenannten Schwenkhähnen zu empfehlen. Sprenghähne (Gartenhähne) sind besonders frostsicher anzulegen. Man baut sie gewöhnlich in mit Stroh oder Sägespänen oder dergl. ausgefüllte Holzkästen ein. Jeder Hahn ist mit einem Gewinde zum Anschrauben der Gummi- oder Hanfschläuche zu versehen, deren freies Ende ein Strahlrohr oder zum Sprengen der Gärten ein sogen. Regenrohr erhält. Auch empfiehlt sich im letzteren Falle die Anordnung von selbsttätigen Rasensprengern, die in verschiedenen Ausführungen in den Handel kommen. Feuerhähne sind in der Anlage den Gartenhähnen ähnlich, nur ist deren Querschnitt, wie auch der Querschnitt der Zuleitung nicht zu schwach zu nehmen, da sonst die Wir ­ kung eine zu geringe sein würde. Der Querschnitt sollte nicht unter 40 mm lichte Weite gewählt werden. Die Feuerhähne sind an leicht zugänglicher, feuersicherer Stelle sichtbar mit Zweck- und Behandlungsbezeichnung anzulegen — ge ­ wöhnlich in rot gestrichenen Kästen mit Glasscheibe, die bei Gebrauch eingeschlagen werden muß, da sonst un ­ berufene Hände sonstigen Schaden verursachen können. Gesundheitstechnische Anlage für Siedelungsbauten. Eine Errungenschaft des Weltkrieges ist die Gründ ­ ung von Siedelungen, die jetzt in allen Gegenden des deutschen Reiches geplant werden. Diese Bestrebungen