50 BAUZEITUNG Nr. 18/19 genügen. Um nun aber Jahresschwankungen in der Wasserführung auszugleichen, ist es notwendig die Was ­ sermengelinie und Häufigkeitslinie, also die Karakteristik des Gewässers zu kennen. Bild 11 zeigt beispielsweise eine solche Karakteristik. Wasser m enge Mo o/'/g/ce/f : p"i J eJn v/S r ^ r 60 > & sJ* ... S, —r~ XI <o3i N * »«? 1 Lv_ i \ s N »o . | \ \ y>3< 1 n /O |! V \ V V u Be 1 Q . 1 1 U 1 Jj , öS cm - oy c6m/S 2 m /m' IO Tag Bild II Im Wassermengendiagramm stellt die Kurve I die Wassermengen dar, welche das Gewässer bei dem je ­ weiligen Pegelstande führt. Die Kurven II und III be ­ grenzen die Wassermengen, welche bei den jeweiligen Pegelständen der Talsperre entnommen werden können, wenn das Wassertriebwerk die Belastungsziffern ß = 15:24 bezw. 12: 24 aufweist. Die Talsperre dient also in diesem Falle in erster Linie als Tagesakkumulierungs ­ weiher. Aus dem Häufigkeitsdiagramm können entsprech ­ end der einzelnen Pegelstände die Mangeltage während eines Jahres ermittelt werden. Ist Q die zur Ausnützung vorgesehene Wassermenge in cbm/Sekunde, q die jeweils vorhandene Wassermenge in cbm/Sekunde, M t die Anzahl der Mangeltage während deren die Wassermenge (Q—q) fehlt, N die tägliche Arbeitszeit in Stunden, ß die bekannte Belastungsziffer und endlich V der Stauinhalt der Talsperre, so ist V = - q) (24 - n) 3600 + £ M t . 3600 . n (Q - j^) Aus dem Häufigkeits- undWassermengendiagramm können die Mangeltage und Wassermengen entnommen werden wie folgt: Pegel 0-10 2q = 0,22 + 0,28, 2M t = 0 + 7 „ 10—20 2 q = 0,28 + 0,36, 2M, = 7 + 21 „ 20-30 2 q = 0,36 + 0,48, 2M t = 21+56 „ 30—40 2 q = 0,48 + 0,63, 2 M t = 56+105 „ 40-50 2q = 0,63 + 0,82, 5M, = 105 + 170 „ 50—52 2q = 0,82 + 0,86, 2 M t = 170 + 182 Bei Anwendung obiger Gleichung ist zu beachten, daß der Teil der Gleichung, welcher die Tagesakkumulier ­ ung darstellt zur Summe nur einmal zu addieren ist und zwar mit seinem größten Wert. Für die Belastungsziffern ß = 24 : 24, ß = 15 : 24 und ß = 12 : 24 berechnen sich die Stauinhalte wie folgt Erstens ß = 24 : 24 = 1,0 Vi = 3,5.3600.24 (0,86-0,25) = 184500 cbm V 8 = 14 . 3600.24 (0,86—0,32) = 654000 „ V s = 38,5.3600.25 (0,86-0,42) = 1 400000 „ V 4 = 80,5.3600.24 (0,86-0,51) = 2470000 „ V 5 =137,5.3 600.24 (0,86-0,73) - 1835 000 „ V 6 =176 .3600.24 (0,86-0,84)= 320000 „ V? aus der Tagesakkumulierung «_ Summe aller V = 6 845500 cbm Es ist nun zu untersuchen, ob dieser Wert überhaupt einen Sinn hat, auf Grund der Größe der jährlich an ­ fallenden Abflußmengen. Die im Beispiel angeführte Tal ­ sperre ist im Zuge eines Werkskanals projektiert, welcher eine maximale Wasserführung von 1,0 cbm pro Sek. hat. Außerdem begrenzt die Talsperre ein Einzugsgebiet von 7,2 qkm mit einer Regenhöhe von jährlich 1000 m/m. Es hätte nun keinen Sinn einen Stauraum von 6845500 cbm zu schaffen, wenn die jährlich anfallende Wassermengen nicht ebenfalls so groß werden. Da der Talsperre nur 0,86 cbm pro Sekunde Wasser entnommen werden soll und der Kanal aber 1,00 cbm pro Sekunde zu führen vermag, so fließen der Talsperre in Zeiten größeren Wasseranfalls sekundlich 0,14 cbm Wasser zu, also etwa während 170 Tagen/Jahr Qi = 170.86400.0,14 = 2050000 cbm Aus dem abgesperrten Einzugsgebiet fließen der Tal ­ sperre jährlich etwa Qo = (7 500000 . 1,0) : 3 = 2500 000 cbm Wasser zu, also zusammen 4 550000 cbm. Unter diesen Umständen würde sich die Sperre nicht füllen. Der Kanal müßte für eine größere Wasserführung gebaut wer ­ den. Da der Kanal sein Wasser aus einem Einzugsge ­ biet von ca. 70 qkm bezieht, wäre eine vollständige Füllung der Talsperre wohl möglich. Die Frage der Verdunstung und Versickerung soll an dieser Stelle nicht berührt werden, da es sich hier nur um die Entwicklung des Berechnungsganges im allgemeinen handelt. Zweitens Stauinhalt für die Belastungsziffer ß = 15:24=0,625 Vi = 3,5 . 3600 . 15 (0,86 — j = 87000 cbm V 2 = 14 . 3600 . 15 (0,86 —^~ 5 } = 264000 „ V 3 = 38,5.3600 . 15 (0,86 —1 = 395000 „ V 4 = 70 . 3600 .15 (0,86 — 1 = 225600 „ U,b25 ) V 5 aus der Tagesakkumulierung 0 25 V 5 = (^|25 — °> 25 ) (24—15) 3 600 = 4600 cbm Summe aller V 975200 cbm Drittens Stauinhalt für die Belastungsziffer b = 12 :24 = 0,5 0 25 V. = 3,5 . 3600.12 (0,86 - ^~) = 52000 cbm 032 V 2 = 14 . 3600.12 (0,86 —^|=) = 132500 „ V« = 30 . 3600 . 12 (0,86 — M) = 77400 „ V 4 aus der Tagesakkumulierung V 4 = (~? — 0-40) (24—12) 3600 = 17300 „ u,oü Summe aller V = 279200 cbm