16-/31. Mai 1919. BAUZEITUNG 59 beiter; die Einführung des Achtstundentages und der da ­ durch bedingte Lohnausgleich; die Erneuerung des Tarif ­ vertrages; die gesetzliche Regelung des Tarifvertrages, der Erwerbslosenfürsorge, der Arbeitszeit, der Vertretung der Arbeitnehmer in den Betrieben, der Einstellung, Ent ­ lassung und Entlohnung gewerblicher Arbeiter, der Frei ­ machung von Arbeitsstellen, des Arbeitsnachweiswesens und die Errichtung der Reichsarbeitsgemeinschaft für das Baugewerbe und ihr Wirken. Der Vorsitzende gab noch einen Ueberblick über die zentralen Verhandlungen mit den Arbeiterorganisationen im März 1919 in Sachen der Erneuerung des Reichstarif ­ vertrages für das Baugewerbe, dem die Hauptversamm ­ lung einstimmig ihre Genehmigung erteilte. ln der Versammlung des Deutschen Wirtschaftsbundes berichtete Rechtsanwalt Dr. Platter über Preisschutz ­ fragen und Syndikus Gottschalk über einen vom Vorstand vorgelegten Entwurf für einen Gegenseitigkeitsvertrag mit dem Deutschen Zementhändler-Bund. Henry Roth ­ schild- Frankfurt a. M. hielt ein Referat über die Ein ­ richtungen, welche vom Wirtschaftsbund gemeinsam mit den Organisationen des Beton- und Tiefbaues getroffen worden sind, um die aus dem Heeresgut zur Verteilung kommenden Materialien und Geräte dem Baugewerbe zu ­ zuführen. Die Erbauung eines fünften Beckens am Karlsruher Rhein ­ hafen und Erweiterung des Stichkanals. Der Bürgerausschuß der Stadt Karlsruhe hat unterm 23. April ds. Js. der Vorlage obigen Betreffs zugestimmt, die eine bedeutende Erweiterung des Rheinhafens vorsieht, und zwar wird; 1. der südliche Hochwasser dämm zwi ­ schen Daxlanden und dem Stichkanal verlegt und diese Arbeit als Notstandsarbeit ausgeführt; 2. das fünfte Becken nach dem Entwurf des städtischen Tiefbauamts hergestellt und das zugehörige Gelände mit den erforder ­ lichen Straßen-, Gleis-, Beleuchtungs-, Wasserversor- gungs-, Entwässerungs- und sonstigen Einrichtungen ver ­ sehen; 3. der Stichkanal vom vierten Becken bis zum Vor ­ kanal um 60 m verbreitert. Die Kosten sind veranschlagt auf 1 489 000 und 4 380 000 und 1 430 000 Mark, zu ­ sammen 7 299 000 Mark, und sollen, vorbehaltlich der für die Notstandsarbeiten aus Reichs- und Staatsmitteln zu leistenden Beiträge, in den Jahren 1919—21 aus Anlehens ­ mitteln gedeckt werden. Aus der Begründung entnehmen wir noch, daß durch den Bau des fünften Beckens 2400 m und durch die Erweiterung des Stichkanals weitere 900 m Uferfront gewonnen werden, die sich für den Güter ­ umschlag eignen, so daß hiefür und für industrielle Zwecke 345 000 qm bezw. 25 000 qm zur Verfügung stehen werden- Für diese Hafenerweiterungen wird ein Gelände von rund 720 000 qm beansprucht, wovon 455 000 bereits städtisches Eigentum sind, 220 000 qm müssen enteignet werden, der Rest besteht aus Wegen und Wasserläufen. Wie uns mitgeteilt wird, sind die Arbeiten am Hochwasser ­ damm bereits im Gange. Wettbewerbe. Stuttgart. Für ein aus Mitteln der Hallberger-Stiftung zu erstellendes Kinder-Erholungsheim am Bodensee wird ein Wettbewerb unter den z. Zt. des Ausschreibens in Württemberg ausässigen reichsdeutschen Architekten aus ­ geschrieben. M. 12,000 sind für Preise bestimmt. Termin 1. Septbr. 1919. Näheres aus der Bekanntmachung im Inseratenteil. Dortmund. Ideen-Wettbewerb für einen Hauptfriedhof. Eingeladen sind alle in Deutsch ­ land ansässigen Gartenkünstler und Architekten. An Preisen stehen M. 15,000 zur Verfügung. Unterlagen gegen M. 20.— Termin ist der 1. Oktober 1919. Siehe die Bekanntmachung im Inseratenteil. Böblingen. Erweiterung des Stadtbauplans. Unterlagen wurden 164 verlangt; eingelaufen sind 79 Ent ­ würfe. Das Preisgericht dürfte demnächst zusammen ­ treten. Sinsheim a/E. Zu dem von der „Gemeinnütz. Bau ­ genossenschaft Sinsheim a/E.“ ausgeschriebenen beschränk ­ ten Wettbewerb für einen Bebauungsplan nebst Klein ­ wohnungen erhielten den I. und III. Preis Reg. Bau ­ meister Richard Fischer in Sinsheim, den II, Preis Dr. Ing. Carl Schröder und Dr. Ing. Fritz Schröder aus Heidel ­ berg, das Projekt des Architekten Lohoff in Sinsheim wurde angekauft. Preisrichter waren: Architekt Franz Kuhn und Oberbauinspektor Schmieder aus Heidelberg, Be ­ zirksbaukontrolleur Huber aus Sinsheim. Der Träger des 1. Preises ist mit der Ausführung betraut. Berlin. Der Verein für Deutsches Kunstgewerbe erläßt ein Preisausschreiben für Kleinmöbel aus holzge- fütterten Messingrohren. Einsendung der Arbeiten bis 30. Juni 1919; je ein Preis zu 800.— M. und 500.— M. und zwei Preise zu je 250.— M. Außerdem zwanzig Ankäufe, jeder zu 120.— M., im ganzen also 4200.— für Preise und Ankäufe. Preisrichter sind Professor Peter Behrens, Handelsrichter Egon Fürstenberg, Archi ­ tekt Albert Geßner, Professor Dr. Georg Lehnert, Fabri ­ kant Ewald Schultze, sämtlich in Groß-Berlin. — Be ­ dingungen durch den Verein für Deutsches Kunstgewerbe, Berlin W. 9, Bellevuestr. 3, Künstlerhaus. Vereinsmitteilungen. Württembergischer Baubeamten-Verein. Im Vereins ­ lokal Bauhütte in Stuttgart fand am 25. Mai d. Js. vor ­ mittags 10 Uhr die II. Ausschußsitzung in diesem Jahre statt. Nach kurzer Begrüßung gedachte der Vorsitzende mit warmen Worten des uns durch den Tod entrissenen treuen Vereinsmitglieds Oberamtsbaumeister Farenkopf in Eßlingen und gab sodann den Einlauf bekannt, der sofort erledigt wurde. Nach erfolgter Aufnahme von 5 Vereinsmitgliedern wurden 2 Anträge für die nachfolgende Mitgliederversammlung beraten. Ein weiterer Antrag wegen Erhöhung der satzungsmäßigen Sitzungsgelder wurde da ­ durch erledigt, daß zunächst Teurungszulagen zu denselben in angemessener Höhe gewährt werden sollen. Kollege K r a s s e 1 erstattet einen kurzen Bericht über die Tätig ­ keit im Verband Württb. Beamten-, Lehrer- und Unter ­ beamtenvereine, Kollege Burkhardt ebenso über die Verhandlungen im Verband techn. Vereine Württembergs. Der letztere Verband hat beschlossen, in nächster Zeit eine Rednerschule in Form von Redeübungen in Stuttgart abzuhalten. Anmeldungen zur Beteiligung sind längstens bis 10. Juni d. J. an den Vereinsvorstand zu richten und wird dringend empfohlen, von dieser Einrichtung, die nur geringe Kosten für die Teilnehmer in Anspruch neh ­ men wird, fleißig Gebrauch zu machen. Die Vertreter zum Beirat der Baugewerkschule sollen von dem neuen Ausschuß bestimmt werden. Bei der sich nun anschließen ­ den Mitgliederversammlung, über welche in der nächsten Nummer dieser Zeitung näher berichtet werden wird, wurde, da der bisherige Vorstand Kanzleirat Palm eine Wiederwahl ablehnte, Bezirksbaumeister Burkhardt, der langjährige stellv. Vorstand, zum Vorstand gewählt und Palm zum Ehrenvorstand ernannt. Württembergischer Baubeamten-Verein. Aufruf! An sämtliche mittlere geprüfte Techniker, die sich in Be ­ amtenstellung im Staats-, Gemeinde- oder Körperschafts ­ dienst befinden oder solche Stellen als Anwärter anstreben, ergeht die dringende Aufforderung sich dem württ. Bau ­