80 BAUZEITUNG Nr. 27/28 Verein staatl. geprüfter bad. Werkmeister Karlsruhe. Geschäftsstelle Lachnerstr. 13. In den Vorstandssitzungen am 17. und 24. 6., sowie am 3. 7. wurden Gehaltstarife der Städte Karlsruhe und Mannheim durchberaten. Wir geben hiermit bekannt, daß am Sonntag, den 20. Juli, vormittags punkt 10 Uhr, in der Brauerei Burg ­ hof in Konstanz eine Bezirksversammlung des Bezirks I unter Anwohnen des Hauptvorstandes von Karlsruhe und eine gleiche Versammlung für den Bezirk 11 am 31. August in Freiburg (Lokal wird noch bekannt gegeben) stattfindet, ln beiden Versammlungen wird der Hauptvorstand einen Bericht über seine seitherige Tätigkeit geben und werden alle Kollegen zu diesen Versammlungen eingeladen. Wir rechnen bestimmt mit dem Erscheinen jedes Einzelnen. An unsere Mitglieder richten wir die Bitte, bei Nicht ­ zustellung oder unregelmäßiger Zustellung der Bauzeitung zuerst bei der in Betracht kommenden Postanstalt zu reklamieren. Alsdann bitten wir die Herren Obmänner der einzelnen Bezirke uns mitteilen zu wollen, ob die Zustellung der Zeitung an die Mitglieder der Bezirke regelmäßig erfolgt. Neu eingetreten sind die Kollegen: Ludwig Kin- zinger, Architekt in Meiningen, Friedrich Pfeiffer, Hochbauwerkmeister in Heidelberg, Philipp Maurer, Hochbauwerkmeister in Ilvesheim bei Mannheim. Ferner bitten wir um Auskunft über genaue Adressen der Mitglieder: Jakob Mohr, früher in Heidelberg, Math. Schmitt, früher in Trier, Ad. Hirtler, früher in Karlsruhe, Karl Ries, früher in Karlsruhe. Im Württembergischen Ingenieurverein sprach am 12. d. M. Hr. Prof. Dr. Kaula von der Techn. Hochschule über: Jurist und Volkswirtschaftler. Alles wirtschaftliche Leben vollzieht sich auf den Boden der jeweiligen Rechtsordnung. Es gibt keine wirtschaftliche Betätigung, die nicht zugleich eine Rechts ­ handlung in sich begreifen würde und keine wirtschaft ­ liche Einrichtung, die nicht gleichzeitig eine Rechtsein ­ richtung wäre. Die Volkswirtschaftslehre ist die Lehre von den wirtschaftlichen Wirkungen der Rechtsordnung. Zwischen Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre besteht also ein begriffsnotwendiger Zusammenhang. Der Volkswirtschaftler sollte einigermaßen Bescheid wissen in den Rechtsgrundlagen der Volkswirtschaft und der Jurist sollte wissen, was die Volkswirtschaftslehre über die wirtschaftlichen Wirkungen der Rechtsordnung zu sagen hat. Die „Weltfremdheit“, die den Juristen so vielfach, oft freilich auch recht gedankenlos, vorgeworfen wird, hängt mit einem Mangel an solchem Wissen zu ­ sammen. Die Schuld daran, wenn dieses Wissen gegen ­ über dem wirklichen Leben mitunter versagt, darf aber nicht ohne weiteres den Juristen allein aufgebürdet werden, sondern es muß zugestanden werden, daß die Volks ­ wirtschaftslehre selbst keineswegs auf der Höhe eines sicheren objektiven Wissens steht. Sie ist eine Wissen ­ schaft, die aus Streitfragen besteht. Alle ihre Theorieen sind Gegenstand des Streites zwischen so und so vielen anerkannten und verschiedenen Lehrmeinungen. Dies kommt wesentlich daher, daß es sich Lei allem wirtschaft ­ lichen Geschehen nicht nur um Vorgänge rein objektiver Art handelt, sondern zugleich um subjektive Einflüsse, die von den wirtschaftlich handelnden Personen ausgehen und die sich, der menschlichen Willensfreiheit wegen, niemals mit exakter Sicherheit erfassen oder gar vorausbestimmen lassen. Allerdings ist es Pflicht jedes Staatsbürgers als solchen, zumal in der heutigen Staatsordnung, Einsicht in den Zusammenhang des volkswirtschaftlichen Ge ­ schehens zu suchen, wie sie die Volkswirtschaftslehre erstrebt. Allein um den Juristen von seiner „Weltfremd ­ heit“ zu heilen und überhaupt um Praktiker für das Wirt ­ schaftsleben heranzubüden, kommt es nicht nur auf diese allgemeinen volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte an, son ­ dern ganz besonders auf eine tüchtige Ausbildung auf dem Gebiet der sogen. Privatwirtschaftslehre (Fabrikbe ­ trieb, Bankbetrieb, Bilanzkritik u. v. a..) die sich allmählich aus dem Gesamtgebiet der Wirtschaftswissenschaften zu selbständiger Bedeutung erhoben hat. Man kann in den großen volkswirtschaftlichen Problemen sehr gut beschla ­ gen und dennoch in der Praxis sehr „weltfremd“ sein. Hierauf berichtete Hr. Ingenieur Herrn. Hähnle über die bisherige Tätigkeit des Lichtbildausschusses. Die äußerst interessanten Ausführungen, die durch Films veranschau ­ licht waren, die als gute Beispiele und als Gegenbeispiele zu bezeichnen waren, fanden lebhaften Beifall. Allgemein wurde anerkannt, daß auf dem Gebiet der technischen Films durch Mitarbeit der Ingenieure noch viel zu leisten sei und daß es nicht genüge, die Vorgänge einfach ab ­ zukurbeln. Besonderes Interesse erweckten schließlich die vorgeführten Hochfrequenzfilms nach Lehmann, welche in Vorgänge, die sich rasch abspielen, wertvollen Einblick gewähren. An beide Vorträge schloß sich eine lebhafte Erörterung an. Bauwerkmeisterverein Württembergs, E.V. Neckar ­ kreis. Am Samstag, den 26. Juli 1919, findet im Gast ­ hof „Doggenburg“ (Endstation der Linie 7) ein Familienabend mit Tanz statt, zu dem unsere Mitglieder und Freunde freundlichst eingeladen werden. Der Ausschuß. Unsere Geschäftsstelle befindet sich jetzt Calwer- straße 7a/IIl. Der Geschäftsausschuß. Bücher. Das Verdingungswesen. Seine Abhängigkeit von Erziehung und Stellung der Baubeamten und seine Hei ­ lung. Von Rieh. Rothacker, Militär-Intendantur- und Baurat. (XII und 216 Seiten.) Verlag der Q. Braunschen Hofbuchdruckerei in Karlsruhe. Preis 7.20 M. und 20°/o T euerungszuschlag. Der Verfasser behandelt leichtverständlich und er ­ schöpfend die wichtigsten Lebensfragen des selbständigen Gewerbes und des Beamtenstands. Er gibt nicht neue Formeln von zweifelhaftem Wert, sondern legt die Grund ­ ursache der Schäden des Verdingungswesens klar und zeigt Gewerbetreibenden wie Technikern einen sicheren Weg zur Behebung ihrer hauptsächlichsten Berufssorgen. Nebenbei ist die Schrift ein bequemes Nachschlagewerk für die wichtigsten Fragen des Verdingungswesens und ein sicherer Führer zum Verständnis der amtlichen Ver ­ ordnungen. Sie schützt die Beamten vor Mißgriffen, die Unternehmer vor Schaden und besonders vor Zeitverlusten und Einseitigkeit. Das Buch darf daher weder in der Geschäftsstube des Unternehmers, noch auf dem Schreib ­ tisch des Baubeamten und ausführenden Privattechnikers fehlen. Unpünktliche Zustellung der Bauzeitung. Wir haben Veranlassung, an das in Nr. T8 Gesagte zu erinnern. Für die richtige Zustellung hat das zuständige Postamt zu sorgen und man hat sich daher beim Ausblei ben der ßauzeitung an dieses zu wenden. Auch die Brief ­ träger sind verpflichtet, Reklamationen weiterzugeben, doch ist hiebei zu bedenken, daß die Postämter auf unsere Vorstellungen hin sich immer wieder darauf berufen, daß neues Personal angelernt werden müsse und daher mehr Unregelmäßigkeiten verkommen würden, als dies früher der Fall gewesen sei. Dieser Tatsache muß Rechnung ge tragen werden, indem die Leser sich etwas mehr um den Briefträger kümmern, bei Wohnungswechsel aber dem Postamt rechtzeitig Mitteilung machen.' Verantwortlich; Karl Schüler, Stuttgart. Druck Gustav Stüiier in Waihlinge«.