16./31. Juli 1919. BAUZEITUNG 83 Wettbewerb, der auf Ulmer (geborene oder wohnhafte) beschränkt ist, stehen zu Preisen und Ankäufen 1000 M. zur Verfügung. Einreichungstermin ist der 15. Sept. 19. Unterlagen usw. durch das Rektorat der Gewerbeschule, Ulm, Langestr. 38. Eine Abänderung der Vollzugsverfügung zur Württ. Bauordnung. Das jüngst herausgekommene Regierungsblatt Nr. 21 vom 15. Juli enthält eine Verfügung des Ministeriums des Innern, betr. eine Abänderung der Vollzugsverfügung zur Bauordnung vom 4. Juli 1919. Den Anlaß zu dieser Ver ­ fügung gab der Verband techn. Vereine Württembergs, der mit Wünschen nach der Milderung einzelner Bestimm ­ ungen der Vollzugsverfügung an die Hochbauabteilung des Ministeriums herantrat. Wenn auch nicht alle seine Wünsche in Erfüllung gegangen sind, ist ihnen doch in der Hauptsache Rechnung getragen worden. Die neuen Bestimmungen beziehen sich auf die Einrechnung auch anderer kleiner einstöckiger Vorbauten als nur solcher für Hauseingänge auf die unüberbaute Fläche des Art. 46 der Bau-O. und auf den Hauptfensterwandabstand des Art. 48 der Bau-O. Auch die Vorschrift des § 41 Abs. 2 über die Bemessung des Hauptfensterwandabstandes bei solchen Außenwänden, die nicht in einer Ebene verlaufen, erhielt eine einfachere und für den Bauenden günstigere Fassung. In § 47 Abs. 1 ist für Kleinhäuser die Zulassung von Aus ­ nahmen von den Vorschriften über Höhe und Bauart des Sockels aufgenommen worden. Sodann ist in dem § 51 die Vorschrift über die lichte Höhe von Dachkammern mit teil ­ weise schrägen Wänden gemildert und die Vorschrift über die Fenstergröße dadurch vereinfacht worden, daß nicht mehr die lichtgebende Fläche des Fensters, sondern seine Größe im Rohbau maßgebend ist und daß bei günstigem Lichteinfall eine Ermäßigung bis zu einem Fünfzehntel der Bodenfläche zugelassen werden kann. Ueber die für Brand ­ mauern zugelassenen Baustoffe des § 58 wurden entspre ­ chend der schon im Jahre 1913 ergangenen Bekanntmach ­ ung des Ministeriums des Innern unter Beschränkung auf Gebäude mit nicht mehr als zwei vollen Stockwerken und auf die oberen Stockwerke höherer Gebäude rheinische Schwemmsteine aufgenommen. Die Bestimmungen des § 59 über die Stärke der Brandmauern wurden in verschie ­ denen Punkten gemildert und übersichtlicher angeordnet. Ein Wunsch des Verbandes ging nicht in Erfüllung, eine Aenderung der Bestimmung von § 28 Abs. 2 c, der den Dachstock als Vollstockwerk rechnet, wenn er auf mehr als seine halbe Grundfläche zu Wohnzwecken eingerichtet wird. Immerhin bringt auch hier die neue Verfügung eine kleine Milderung. Der Grund, weshalb die Bestimmung da und dort, unter anderem auch im Gemeinderat Stutt ­ gart, auf Widerstand stieß, liegt weniger auf dem Gebiet der Bauordnung und Vollzugsverfügung, als auf dem der Ortsbausatzungen. Wenn nämlich die Ortsbausatzung für einzelne Straßen oder Baugebiete nur zwei volle Stock ­ werke zuläßt, so müssen diese nach der Vorschrift von § 28 der Vollzugsverfügung bestimmt werden. Dies ent ­ sprach nicht immer der Absicht der Gemeinde und mei ­ stens nicht den Wünschen der Bauenden. An sich bildet die Bestimmung aber kein Hindernis, daß die Ortsbau ­ satzung auch zweistöckige Gebäude mit voll ausgebautem Dachstock über dem zweiten Vollgeschoß zuläßt, nur muß die Vorschrift entsprechend gefaßt sein. Einige weitere