96 BAUZEITUNG Nr. 31/32 nicht mehr als 5 % gewährt werden darf und daß die Aufsichtsratmitglieder ihr Amt als unbesoldetes Ehrenamt verwalten. Als Sitz der Gesellschaft ist Weimar in Aus ­ sicht genommen. Ein grosszügiger Siedlungsplan. Der Kreis Pader ­ born ist im Begriff, einen großzügigen Siedlungsplan zu verwirklichen. Es wird beabsichtigt, ein Fünftel des Truppenübungsplatzes Senne, das sind etwa 3000 Morgen, zu Wiesengelände urbar zu machen. Verhandlungen mit dem Generalkommando in Münster zwecks dauernder Überlassung des fiskalischen Geländes gegen eine jähr ­ liche Pacht sind angeknüpft worden. Der Kreistag er ­ klärte sich grundsätzlich mit dem Plan einverstanden und beauftragte den Kreisausschuß mit der weiteren Ver ­ folgung der Angelegenheit. Bayrische Landessiedelung O. m. b. H. Die bay ­ rische Landessiedelungsgesellschaft hat im unmittelbaren Stadtgebiet Nürnbergs an der Johannisstraße ein größeres Gelände für städtische Ansiedelung käuflich erworben. Es ist beabsichtigt, Kleinwohnugsbauten mit Erdgeschoß und höchstens zwei Obergeschossen und, wenn irgend möglich, auch Einfamilienhäuser für Minderbemittelte dort zu errichten. Altonaer Siedelung. Der Bau- und Sparverein kaufte in Eidelstedt bei Altona eine 78000 Geviertmeter große Fläche zu Siedlungszwecken. Der Verein beab ­ sichtigt auf dieser Fläche lauter Einfamilienhäuser zu er ­ richten. Bodenreform und Mittellandkanal, ln einer Ver ­ sammlung der Ortsgruppe Hannover des Bundes der Bodenreformer wurde auch über den Wertzuwachs ver ­ handelt, den der Grund und Boden an den Ufern des zu erbauenden Schlußstückes des Mittellandkanals zwei ­ fellos erfahren wird. Es wurde dabei an den Bau des Teltow-Kanals erinnert. Nach einer vorsichtigen Berech ­ nung habe der Grund und Boden an diesem Kanal eine Wertsteigerung von rund 400 Millionen Mark erfahren. Dieser ungeheure Wertzuwachs würde nicht nur genügt haben, um die gesamten Kosten des Kanals zu decken, sondern er würde auch einen recht bedeutenden Ueber- schuß für die Allgemeinheit geliefert haben, wenn der Staat ihn sich nicht hätte entgehen lassen. Solche Dinge dürften sich bei dem Bau des Mittellandkanals nicht wieder ­ holen. Die Versammlung nahm dann * folgende Ent ­ schließung an: • „Bei früheren Kanalbauten hat die Staatsregierung nicht die Einsicht und den Mut gehabt, das Anrecht der Allgemeinheit auf die von ihm zu beiden Seiten des Kanals geschaffenen neuen Bodenwerte durchzusetzen. Forderung einer gesunden Volkswirtschaft, der sozialen Gerechtig ­ keit aber ist es, daß die Grundrente, die an den neuen Verkehrsstraßen und besonders an Kanälen, überall und immer entsteht, und zwar ausschließlich durch die Auf ­ wendungen der Gesamtheit, grundsätzlich als öffentliches Eigentum in Anspruch genommen wird. Wir erwarten daher von der jetzigen Volksregierung, daß sie wenig ­ stens den steigenden Bodenwert zu beiden Seiten des Kanals, der Gesamtheit nutzbar macht durch eine Be ­ steuerung des Bodens nach dem gemeinen Wert, ver ­ bunden mit einer sehr hohen Zuwachssteuer. Noch wich ­ tiger aber wäre es für Volk und Staat, wenn sich die Regierung entschlösse, einen Geländestreifen von wenig ­ stens 500 Meter Breite auf beiden Seiten der Ufer des Kanals zu enteignen, natürlich zu einem Werte, den der Boden vor dem Bau des Kanals hatte. Das so gewonnene Land könnte zum großen Teil dem Neuaufbau unseres Vol ­ kes in Heimstättensiedelungen nutzbar gemacht werden.“ Baukostenzuschüsse für Holzhäuser. Der Staats ­ kommissar für das Wohnungswesen in Preußen hat in einem besonderen Erlaß darauf hingewiesen, daß auch Holzhäuser für die Lösung der Wohnungsfrage an manchen Orten von Bedeutung sein können, ln dem Erlaß wird dann unter anderem ausgeführt: „Da es sehr wohl mög ­ lich ist, mit Hilfe der modernen Technik solche Häuser so zu konstruieren und auszuführen, daß sie eine Lebens ­ dauer von mehr als 50 Jahren erhalten, habe ich kein Bedenken, Holzhäuser auch als endgiltige Bauten (im Gegensatz zu den Behelfs- und Notbauten) anzusehen und hierfür Baukostenzuschüsse nach denselben Grund ­ sätzen, wie bei den übrigen endgiltigen Wohnbauten zu bewilligen. Allerdings muß die Sicherheit, daß Baustoffe, Konstruktion und Ausführung den Anforderungen an end ­ giltige Bauweise entsprechen, in jedem Falle besonders nachgeprüft werden.“ Wettbewerbe. Ulm. Auf vielseitigen Wunsch von Teilnehmern am Ulmer Ideenwettbewerb für ein Kriegsmal, wurde der Ablieferungstermin auf Montag, den 29. September 1919 abends 6 Uhr (für Auswärtige Datum des Poststempels gültig) verlängert. ln das Preisgericht ist der Vorstand des Landes ­ ausschusses zur Errichtung für Kriegsmale in Württem ­ berg, Herr Oberbaurat Eisenlohr, Stuttgart, eingetreten. Vereinsmitteilungen. Verein staatl. geprüfter badischer Werkmeister Karlsruhe. Geschäftsseile Lachnerstraße 13. In den Vorstandssitzungen am 15. und 29. Juli be ­ schäftigte sich der Vorstand mit Organisationsfragen. Am 6. September ds. Js. findet in Freiburg (Lokal wird noch bekannt gegeben) eine Bezirksversammlung des Bezirks II unter Anwesenheit des Hauptvorstandes aus Karlsruhe statt. Auf der Tagesordnung stehen: Die Schul ­ frage, Organisation (Gehaltstarife, Reichstarife, Hebung des Standes, spez. auch unserer selbst. Mitglieder, Beamten ­ kammer u. s. w., sowie einige weitere, wichtige Standes ­ fragen. Wir bitten unsere Mitglieder um recht zahlreiche Beteiligung. Am 20. Juli war der Vorstand bei einer Bezirksver ­ sammlung des Bezirks I in Konstanz, woselbst dieselben Punkte wie vorh. erwähnt, auf der Tagesordnung standen. Am 28. September dieses Jahres findet in Offen ­ burg eine General-Versammlung statt mit folgender Tagesordnung: 1, Schul- und Titelfrage. 2. Organi ­ sationsfragen. 3. Einzug und Erhöhung der Jahres ­ beiträge. 4. Bau- und Wohnungskontrolle. 5. Heimstätte ­ gesetz. 6. Pflege der Geselligkeit im Verein. Wir bitten weitere Anträge zur Tagesordnung längs ­ tens bis zum 14. Sept. an unsere Geschäftsstelle (Karls ­ ruhe Lachnerstr. 13) einreichen zu wollen. Schon heute möchten wir alle Kollegen bitten, mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der zur Besprechung kommenden Fragen, es als Ehrenpflicht zu betrachten und an dieser Generalver ­ sammlung unbedingt teil zu nehmen. Näheres folgt noch. Ferner bitten wir alle Kollegen, so dieselben statische Berechnungen machen lassen, unseren Kollegen F. Heinz ­ mann, Architekt, in Konstanz, Blarerstr. 27 berücksichtigen zu wollen. Wir können eine gute, sachgemässe Be ­ dienung zusichern. Stuttgart. Die Räume des Württ. Kunstvereins, Kunstgebäude bleiben im Monat August geschlossen.— Wiedereröffnung der Ausstellung am Sonntag, den 31. August. Verantwortlich: Karl Schüler, Stuttgart. Druck: Gustav Stürner in Waiblingen.