100 BAUZEITUNG Nr. 33/34 hiermit sind noch an anderen Stellen Normen für die gleichen Bauteile entworfen und veröffentlicht worden; so in Dresden, München, Düsseldorf, Karlsruhe und Stuttgart. Die verschiedenen Entwürfe weichen in den Holzstärken und Oesamtmaßen nicht unerheblich von ein ­ ander ab. Wenn auch mancherlei Unterschiede aus den Eandeseigentümlichkeiten entstanden sind und ihre Be ­ rechtigung haben, so sind doch in wesentlichen Bestand ­ teilen die Verschiedenheiten unbegründet und können ausgeglichen werden. Erst wenn die Normen im Klein ­ wohnungsbau für ganz Deutschland gelten, kann sich der Damit die Normalflügel zusammenpassen, sind sie so be ­ messen worden, daß sie sich bei verschiedenen Höhen in gleich große Scheiben auf teilen lassen. Bei einer Schei ­ bengröße von 30 : 42 cm werden drei zweiflügelige Ein ­ heitsfenster als normal bezeichnet, und zwar ein 1,08 m hohes (in der äußeren lichten Maueröffnung gemessen) mit 3 Scheiben übereinander ohne Kämpfer; ein 1,39 m hohes mit 4 Scheiben übereinander ohne Kämpfer und ein 1,50 m hohes mit 4 Scheiben übereinander mit Käm ­ pfer. Außerdem werden noch einflügelige Fenster mit 1 oder 2 Scheiben übereinander für Nebenräume normiert. Ansicht gegen die Grabenstraße. wirtschaftliche Nutzen voll entwickeln. Darum ist in einer früheren gemeinsamen Beratung geschlossen wor ­ den, einheitliche Richtlinien für die Gewinnung von Reichsnormen festzulegen. Das Ergebnis dieser Vorbe ­ ratungen hat als Grundlage für die Verhandlungen in Eisenach am 21. Juli 1919 gedient, an der teilgenommen haben die Vertreter von Berlin, Hamburg, Bayern, Sach ­ sen, Württemberg, Rheinland, Westfalen, Provinz Sach ­ sen und Thüringen. Die Beratungen haben zu folgendem Ergebnis geführt: 1. Geschoßhöhen und Treppen. Die Normalabmes ­ sungen für Geschosse der Kleinwohnungshäuser sollen einschließlich der Deckenstärke 2,60, 2,80, 3,00 und 3,20 Da von mehreren Seiten gewünscht worden ist, neben den Fenstern mit niedrigen Scheiben sollten auch noch solche mit annähernd quadratischen in den Normen auf ­ genommen werden, so sollen auch noch 2 Fenster mit 3 höheren Scheiben übereinander, eines mit und eines ohne Kämpfer in den Normenblättern verzeichnet werden, deren Höhen 1, 32 und 1,49 m betragen. Neben den mit Blendrahmen konstruierten Fenstern werden Zargenfenster mit den gleichen Flügelgrößen ge ­ normt. Schmalere Fenster sollen ferner für mitteldeutsche Gebirgsgegenden in Sachsen und Thüringen als Landes ­ normen aufgestellt werden. Besonders breite Fenster werden als bayerische Landesnormen gewünscht. Meter betragen. Die ursprünglich vorgeschlagenen Höhen von 2,58, 2,77, 2,96 und 3,15 Meter sind auf die geraden Zahlen abgerundet worden. 2. Fenster. Die Breite wird im fertigen äußeren lichten Mauermaß auf 1,05 Meter festgesetzt. Bei Häusern, die im Backsteinrohbau ausgeführt werden, beträgt dann die lichte Maueröffnung genau 8 Steinköpfe. Im Putzbau muß die Oeffnung auf 1,09 Meter im Rohbau verbreitert werden. Für die Festsetzung der Fensterhöhen ist die Absicht bestimmend gewesen, daß für verschieden hohe Fenster gleiche Einheitsflügel verwendet werden können. 3. Türen. Für die Innentüren der Kleinwohnungen sind 2 Größen als normal angenommen worden, 90 :200 und 70 :200 cm in der Türtafel gemessen. Die lichte Durchgangsbreite beträgt dann 88 oder 85 bezw. 68 oder 65 cm, je nach dem, ob die Flügel stumpfeinliegend oder mit Ueberfalzung ausgebildet werden. Die Türen sollen für abgesperrte Füllungen als Dreifüllungs-Tür und für ungeleimte Füllungen als 5- oder 6-Füssungstür aufgeteilt werden.