STUTTGART Süd- und mitteld DflU Heue folge der Bauzeitung für Württemberg, Baden, fassen, ClsaB-Gofhringen. Gegründet als Württembergische Bauzcitung im lahre 1904. Inhalt: Volksschulgebäude für Sinsheim (Baden). — Für Mängel in der Bauausführung haftet nicht der Unternehmer, sondern der leitende Architekt. — Reichstarif im Isoliergewerbe. — Wettbewerbe. — Rundschau. — Vereinsmitteilungen. — Bücher. Alle Rechte Vorbehalten Volksschulgebäude für Sinsheim (Baden). Das in Nummer 1/2 vom 18. Januar 1919 in dieser Zeitschrift veröffentlichte Projekt für Kleinwohnungen in Sinsheim (Baden) ist für die Ausführung reif. Von Reich, Staat und Gemeinde wurde bereits eine namhafte Summe als Baukostenzuschuß bewilligt, ln Angriff genommen sind 12 Einfamilienwohnungen auf dem an der Werder ­ straße liegenden Baugelände. Im Anschluß an die Siedelung ist eine von der Stadt Sinsheim geplante neue Volksschule mit Turnhalle und Dienerhaus in den Bebauungsplan (siehe Abbildung) ein ­ gefügt. Der Gesamteindruck dürfte dadurch wesentlich erhöht werden. Die Schule kommt auf den höchsten Punkt des Gelän ­ des zu stehen und beherrscht somit die ganze Anlage. Das Schulhaus enthält 10 Klassenzimmern, Handarbeits ­ raum, Zeichensaal, außerdem Oberlehrer- und Lehrerzim ­ mer, sowie ein Lehrmittelraum. Im Kellergeschoß liegt infolge des nach Westen stark abfallenden Geländes zu ebener Erde ein Volksbad mit fünf Bade- und zehn Brausezellen. Entsprechend ange ­ ordnet ist eine Kochschule (Kochküche und Zubehör ­ räume) für erwachsene Mädchen Sinsheims und Umge ­ bung. Beide Einrichtungen sind von der übrigen Schule unabhängig und durch besondere Eingänge zugänglich. Die Turnhalle ist mit Bühne und Garderobe eingerich ­ tet, um in Ermangelung eines größeren Saals auch für Festlichkeiten und sonstige Veranstaltungen benutzt wer ­ den zu können. Symetrisch zur Turnhalle liegt das Die ­ nerhaus. Das gegen Westen abfallende Gelände bedingt eine terrassenförmige Aufteilung des Schulhofs; Turnplatz und Schulgarten liegen daher erhöht. Das Hauptgebäude beherrscht als Straßenabschluß den von der Waibstadter Straße zuführenden Weg. Die äußere Gestaltung ist der Zeit entsprechend unter Ver ­ meidung von allem Aufwand in den einfachsten Formen gehalten. Als Baumaterial kommen die in der Umgebung vorhandenen Baustoffe, Bruchsteine unter sparsamster Ver ­ wendung von Hausteinen in Frage. Rieh. Fischer, Regierungsbaumeister. Für Mängel in der Bauausführung haftet nicht der Unternehmer, sondern der leitende Architekt. Entscheidung des Reichsgerichts vom 17. Oktober 1919. Leipzig, 17. Oktober 1919. (Nachdr. verb.) Im Jahre 1907 hatte Frau Lh. in Friedenau ein Haus bauen lassen, wobei die gesamten Zimmer- und Maurerarbeiten von dem Unternehmer B. für den Preis von 83 000 Mark aus ­ geführt wurden. Bald nach der Fertigstellung zeigten sich im ganzen Hause Risse, so daß umfangreiche Repara ­ turen in Höhe von 17 900 Mark nötig waren. Dazu kam eine Mietsausfall von 6000 Mark, so daß Frau Th. im ganzen einen Schaden von 23 000 Mark erlitt. Sie machte hiefür den Unternehmer B. verantwortlich, da ihrer An ­ sicht nach die Risse auf dessen Verschulden beruhten, und erhob Klage auf Schadenersatz gegen ihn. B. verteidigte sich damit, daß die Risse auf Fehler in der statischen Berechnung zurückzuführen seien; dies wäre aber Sache des bauleitenden Architekten C. gewesen. Im übrigen habe Klägerin in der Schlußrechnung auf jeden Ersatz ­ anspruch gegen ihn verzichtet. Das Landgericht Berlin nahm an, daß die Risse nur zu einem Viertel