Süd- und mitteldeutsche flTTÜM Heue folge der Bauzeitung für Württemberg, Baden, fassen, Clsaß-üothringen. ergründet als Würtfembrrgisdu Bauzritung im lahre 1904. Inhalt: In eigener Sache. - Bestimmungen über Hochbauten. - Württ. Technikerwoche. Gesetz gegen den Wohnungsmangel. — Entwürfe neuer Normblätter. — Tod eines Kaminbauers etc. — Wettbewerb. — Rundschau. — Vereinsmitteilungen. — Fragekasten. — Der neue Posttarif. Alle Rechte Vorbehalten. In eigener Sache. Ich habe es bis jetzt unterlassen, mich zur Lage des Zeitungswesens zu äußern, und wenn ich das nun heute tue, so zwingt mich die Pflicht, nun auch meinerseits zum Ausdruck zu bringen, daß die andauernd sich steigernden Schwierigkeiten zu unhaltbaren Zuständen führen müssen. Es ist an sich wohl verständlich, daß in dieser Zeit, wo die Sorge um’s tägliche Brot die Gemüter in Bann hält, Erwerbszweige wie das Schriftum besonders in Mitleiden ­ schaft gezogen sind. Es ergeben sich hieraus besonders schwierige Auf ­ gaben, für den Verleger. Einerseits beansprucht der Leser einen ihm zusagenden Inhalt, andererseits aber macht sich der Leser doch Gedanken, wenn der Bezugspreis teurer wird. Anfangs November 1919 legte ich den Bezugspreis für 1920 fest und hoffte damals, daß dieser Betrag nicht nur ausreichen werde, sondern daß es sich auch ermöglichen lassen könnte, wieder etwas mehr zu bieten. Ich wurde bitter enttäuscht. Es sind inzwischen Preissteigerungen eingetreten, die, kurz gesagt, schwere Sorgen bereiten. Gewiß! es hat in dieser Zeit wohl bald jeder seine besonderen Sorgen. Ich zweifle nicht, daß die Leser bereit sind, die Zeit ­ umstände bei der Beurteilung der Leistungen der Bau ­ zeitung zu berücksichtigen. Anregungen werden immer willkommen sein. Karl Schüler. Bestimmungen über Hochbauten. Der Preuß. Minister für Volkswohlfahrt hat am 24. Dez. 1919 neue Bestimmungen über die bei Hochbauten anzu ­ nehmenden Belastungen und über die zulässigen Bean ­ spruchungen der Baustoffe bekannt gegeben. Mit Erlaß v. 23. Febr. 1920 hat das Württ. Ministerium des Innern die Baupolizeibehörden des Landes angewiesen, diese Be ­ stimmungen auch ihrerseits zur Richtschnur zu nehmen, wenn sich die Notwendigkeit ergibt, von den Bauenden gemäß Art. 110 Abs. 3 der BauO. und § 48 Abs. 1 der Vollz.Verf. zur BauO. den Nachweis ausreichender Sicher ­ heit zu verlangen. Diese sehr umfangreichen Bestimm ­ ungen sind nunmehr im Amtsblatt des Ministeriums des Innern Jahrg. 1920 Nr. 6 vom 30. April öffentlich bekannt gemacht worden. Bei der gegenwärtigen Baustofinot müssen die Baustoffe bis an die Grenze des Zulässigen aus ­ genützt werden und es ist deshalb für jeden Techniker und für die Baupolizeibehörden von besonderem Wert, zu wissen, wie weit sie im einzelnen Fall gehen können. Die mit Erlaß des Ministeriums des Innern v. 30. Juni 1910 Nr. 3517 (Amtsbl. S. 361) bekannt gegebenen Berech- rechnungsgrundlagen für die statische Untersuchung von Hochbauten sind außer Wirkung gesetzt worden. Dagegen bleibt neben den neuen Bestimmungen die Bekanntmach ­ ung des Ministeriums d. Innern betr. die Bauausführungen von Eisenbeton-, Beton- und Steindecken bei Hochbauten vom 11. Juli 1916 Nr. HB. 483 (Amtsbl. S. 121) zunächst noch in Kraft. M. B. Württembergische Technikerwoche. Die vom Verband technischer Vereine Württembergs für März geplante Württembergische Technikerwoche mußte bekanntlich damals wegen den politischen Ereig ­ nissen verschoben werden. Nunmehr ist die Techniker ­ woche auf die Tage vom 14. bis 17. Mai festgesetzt. Im März sollte bekanntlich die Tagung in verschiedenen Lo ­ kalen stattfinden. Dem Verband technischer Vereine Würt ­ tembergs ist es nunmehr gelungen, die ganze Veranstaltung zu zentralisieren, d. h. alle Vorträge finden im großen Saal des Gustav Siegle-Hauses statt und im Nebenraura des Vor ­ tragssaales wird während der Tagung eine kleine Aus ­ stellung über „Oelschiefer” u. ä. stattfinden. In Anbetracht der außerordentlichen Wichtigkeit der in den Vorträgen behandelten Gebiete wird der Technikerwoche im ganzen Lande größtes Interesse entgegengebracht und es ist des ­ halb mit einem sehr zahlreichen Besuche zu rechnen. Gesetz gegen den Wohnungsmangel. Durch das von der Nationalversammlung nunmehr er ­ ledigte Gesetz über Maßnahmen gegen den Wohnungs ­ mangel ist zum Ausdruck gekommen, daß die bisher von den Gemeinden erlassenen Anordnungen gütig sind, womit u. a. bestätigt ist, daß die Gemeinden berechtigt waren, Räume zu beschlagnahmen. Alle Prozesse, die in dieser Frage bei den Gerichten anhängig sind, sind damit erledigt. Das Gesetz bestimmt ferner, daß die Mieterschutzbestimm ­ ungen auch über den 31. Dez. 1920 hinaus in Kraft bleiben, und verfügt weiter, daß die Mieten für solche Wohnungen, die mit Hilfe von Baukostenzuschüssen aus öffentlichen Mitteln hergestellt sind, nicht der Festsetzung durch das Mieteinigungsamt unterliegen. Entwürfe neuer Normblätter. Der Sonderabdruck Nr. 87 aus den Mitteilungen des Normenausschusses der Deutschen Industrie enthält u. a. Vorschläge für Strassenbaustoffe mit folgenden Erläute ­ rungen :