— Die Umgestaltung des Landwehrplatzes in Saarbrücken. Von Stadtarchitekt Hermann Leiber, Saarbrücken. Schon im Jahre 1905 wurden in dem Wettbewerb zur Umarbeitung des Landwehrplatzes der Stadt St. Johann Vorschläge für dessen Umgestaltung gemacht. Heute nun verlangt die städtebauliche Weiterentwicklung des an den Platz anschließenden Gebietes, zu dieser Frage ernstlich Stellung zu nehmen; denn der Platz bildet die natürliche Verbindung zwischen dem Stadtkern und dem für die Auf ­ schließung reifen Bruchwiesengebiet, sowie mit einem zu Siedelungszwecken geeeigneten Gelände, den Abhängen des Schwarzenberges. In seiner jetzigen Lage und Gestalt schließt der Platz eine einwandfreie Umgestaltung aus (Abb. 1). In erster Linie ist die Form des Platzes unschön, auch sind die Ge ­ bäude, wie die Turnhalle, ehemaliges Bezirkskommando und Schlachthof nicht geeignet, zu einer wirkungsvollen Einfassung eines großen Platzes beizutragen; zudem ist die Oberrealschule, als einzig annehmbares Gebäude, zum Platz unrichtig situiert. Um also für den neuen Platz eine bessere Wirkung zu erhalten, müssen die bestehenden Gebäude möglichst ausgeschaltet werden, außerdem ist das Gelände des ehemaligen Schlachthofes zu jeglicher Umgestaltung unentbehrlich. Des weiteren war die Durch ­ arbeitung der Entwürfe von folgenden Gedanken begleitet: Die Entwicklung Saarbrückens brachte es mit sich (die Vereinigung der Städte St. Johann, Saarbrücken, Malstatt- Burbach zur Großstadt Saarbrücken erfolgte erst 1909), daß die einzelnen öffentlichen Gebäude, insbesondere Ver ­ waltungsgebäude, in der Stadt zerstreut liegen. Durch die f olgen des Krieges wurden die Verwal ­ tungsarbeiten ins Ungeheure gesteigert; mit einem Ab ­ bau kann nicht gerechnet werden, im Gegenteil; die Neu ­ gestaltung der politischen und sozialen Verhältnisse wer ­ den mit aller Energie die Erfüllung und Förderung und damit die Verwaltung weiterer Einrichtungen mit sich bringen. Es sei hier nur der Pflege des Volksbildungs ­ wesens, der sozialen Fürsorge und der gemeinnützigen Wohlfahrtseinrichtungen gedacht. Das Bedürfnis für die Errichtung weiterer öffentlicher Gebäude wird trotz der zunächst bestehenden Schwierigkeiten eben doch mit der Zeit dazu zwingen, dem Neubau neuer Verwaltungs ­ gebäude ernstlich näher zu treten. An solchen kommen in Betracht: Theater, Volkshaus mit Ausstellungsräumen, Jugendheim mit Herberge und Jugendbücherei, Kino, Volksbücherei, Ledigenheim, Frauen- und Mädchenheim, Technische Fachschule (Bau ­ gewerkschule), sowie sonstige Verwaltungs- und auch pri ­ vate Büro-Gebäude. Wenn also diese Gebäude in dei nächsten Zukunft im Vordergrund stehen werden, so hat dementsprechend die Stadt die Pflicht, bei der Planung ihrer Bauaufgaben darauf Rücksicht zu nehmen und Vor ­ arbeiten so zu treffen, daß die praktischen wie künstleri-