heilsamen Thätigkeit dieses um die Kultur des Mittelalters hochverdienten Mönchordens. Die Stelle zur Ansiedlung war gut gewählt; das Thal hatte Reichthum an Wasser, dem die Cisterzienfer so sehr nachgirngen, an Bausteinen, Holz, und viel ­ leicht auch schon an Wein. — Mitten im Kloster springt noch jetzt aus starken Röhrenbrunnen das beste Ouellwasser, sich sammelnd in den herrlichen Laubwäldern rings umher und hindurchsickernd durch den seinkörnigen Keuperwerkstein, aus dem sämmtliche Klosterbauten errichtet wurden, und in dem noch jeht die ergiebig ­ sten Steinbruche angelegt sind; und eine starke halbe Stunde weiter unten im Thal erhebt sich gegen Süden geneigt der Eifinger Berg, an dem einer der edelsten Weine gedeiht. Schon zur Zeit Kaiser Karls des Groszen bestand am Fusi dieses Berges eine Ansiedlung (seit 789 in Schenkungsurkunden des Klosters Lorsch genannt) Alaolfesheim, jetzt Eifinger Hos, und es ist möglich, datz schon vor Gründung des Klosters hier Wein gebaut wurde; jedenfalls aber weiß man, daß schon einer der Gründer des Klosters, Bischof Günther von Speier, durch seine Mönche, denen der Genuß des Weines nicht ganz versagt ivar, den Elsingcr Berg des Weinbaues halber terrassenförmig anlegen ließ. Ruch in andern dem Kloster geschenkten benachbarten Orten geschah damals ein Gleiches. Das Klima des Thales ist sehr mild, doch ist die Luft etwas feucht, weil das enge Thal von großen Waldungen umgeben wird und gerade gegen Westen, also gegen den Regenwind, offen liegt, und weil ferner die Mönche rings um das Kloster Weiher anlegten, theils der Fischzucht halber, weil ihnen das Fleisch vier- füßiger Thiere verboten war, besonders aber aus landwirthfchaftlichen Gründen, um ihr weit verzweigtes, zum Theil noch erkennbares Bewässerungsnetz damit speisen zn können. Von den zahlreichen meist sehr ausgedehnten Weihern, dir stufenweise übereinander lagen, bestehen noch vier; einer unterhalb des Eisinger Hofes, der große Aalkistensee, und drei oberhalb des Klosters, einsam int Wald oder an Ackerfeldern liegend. Der nächste am Kloster breitet sich gerade ober ­ halb desselben aus, wo ein mächtiger Damm das Thal quer durchsetzt. Es ist „der tiefe See", vielleicht zum Theil aus einem von den Mönchen ansgebeuteten Steinbruch entstanden; fein Wasserspiegel liegt um ein Gutes höher als der Boden, worauf die Klostergebäude stehen, und es macht einen seltsamen Eindruck auf den Wanderer, der von Osten her aus den schattigen Waldungen heraustrat, wenn er hinter dem Spiegel des stillen, schönumbuschten Weihers die Giebel des Klosters und den nadelschlanken Dachreiter, wie aus tiefversunkenem Grund, emportauchen sieht. Gewöhnlich aber nähert man sich dem Kloster von der entgegengesetzten Seite, von dem drei Viertelstunden entfernten Bahnhöfe Maulbronn ans, und trifft, das friedliche Thal heraufpilgernd, zuerst einige neuere Wohnhäuser, da ­ runter das gemüthliche Gasthaus zum Kloster, und dann sofort da» malerische Klosterthor, das bei der Sttdwestecke der Umfassungsmauer sich erhebt, und links hin geht nun hinter breitem, wildverwachsenem, mit Epheu beranktem Graben die hohe Klostermauer, mit ihren trotzigen Vuckclsteinrn eine Reihe alter