Jahr 1498 errichtet in weiten und höchst wohlthuenden Verhältnissen und mit einen: viel- und scharfrippigen, tonnenartigen Netzgewölbe, das noch lebhaft bemalt ist mit Flammen, Mdlern u. f. w.> dabei einmal die Buchstaben M E S. Mn der Ostwand sieht man eine große und großartig aufgefaßte, leider halboergangene gothische Malerei: Maria mit dem Jesuskinde, rechts ein Bischof. Darunter wurde später das herzoglich württembergifche Wappen groß, vermuthlich unter Herzog Ulrich, als Maulbronn (1504) würtlembergifch geworden war, aufgemalt. In der Südwest ­ ecke steht ein steinernes Wendeltreppenthürmchen mit der Infchrifttsfel: Divas virgini Mariae ac posteritati bene merenti Johannes Burrus de Brethen Abbas per F(ratrem) Conrad Conversum de Schmye hoc opus erigens a fundamentis consummavit. Anno domini MCCCCLXXXXIII (1493) L(aus) O(ptimo) D(eo). Darunter steht: Restaurirt Anno Domini 1862. Die schön gearbeitete Treppe führt hinauf in das Orato- r i u m; es liegt gerade über den: Sprechsaal, ist aus derselben Zeit und von derselben Größe, sein reiches und kräftiges, von Konsolen getragenes Slernge- wölbe hat schöne Schlußsteine, auf denen die ausdrucksvollen Brustbilder der vier großen Kirchenväter, Mugustin, lm- brosius, Hieronymus und Gre ­ gor, und des h. Bernhard von Clairvaux, dann Maria mit dem Kinde, Blattkränze und ein Engel unt Wappen ­ schild, darauf ein Mblsstab und I O-B (Johannes Burrus) ausgemeißelt sind, auf einem andern das Zeichen des Meisters, ohne Zweifel des Conrad von Schmie; der 14. Nov. 1506 und 14. Mai 1513 in der Bauhütte zu Constanz vorkommende Steimnelze Conral voir Maulbronn (Mone, Oberrhein 5,45) ist wohl ein und der ­ selbe. Mn einer schönen Engelskonsole steht die Jahreszahl 1495. Die Gewölbe ­ rippen wurden in unserer Zeit wieder bunt bemalt und vergoldet, die hohen Maß- werkssenster mit verzierten Scheiben versehen. Min Meußern des zweistöckigen Gebäudes steigen (jetzt auch wiederhergestellte) Strebepfeiler »nt gedoppelten Spitz- säulen hoch und wirksam empvr. Das ziveite Stockwerk des nördlichen Ouerfchissarms wurde ebenfalls durch Mbl Burrus, aber bei seiner zweiten Mmtsführung (1518—1521), zum Biblio- thcksaal, der jetzt noch dafür dient, eingerichtet, mit hoher Decke, die aus zwei fpitzbogigeu auf Pfeilern ruhenden Tonnengewölben besteht. Hier zeigt man noch die 1450 gemalte, 1616 erneuerte Stistungstafel und ein sehr beschädigtes Mltar- gemälde, die Kreuzigung Christi, vom Jahre 1482.