77 Die Stiftungstafel, früher in der Herrrnstube im Herrenhaus, ist ein Altarschrein mit zwei bemalten Flügelthüren; auf dem linken Flügel sieht man außen die Klosterbrüder im Vau der Kirche begriffen, und auf dem rechten, ivie sie vvir Räubern überfallen werden und schwören, das Kloster nicht auszubauen. Innen sieht man auf dein einen Flügel, wie Bischof Günther und Walther von Lomersheim die Kirche der h. Maria darbringen mit den Worten: Laß dir diß Opfer gnediglichen bevolen fein. Ad nos flecte oculos, dulcissima virgo Maria, Et defende tuam, diva Matrona, domum. 1493. Auf dem andern Flügel sieht man innen den h. Bernhard und Abt Dieiher vor der Maria Knieen und von diesem gehen die Worte aus: „O Muter Gots empfahe das Opfer". Auf der Tafel selbst steht init ver ­ goldeten Buchstaben die Geschichte von der Gründung des Klosters. Gemacht und Geschrieben 1450, Renovata 1616. Das Herrenhaus, zum Theil noch mit romanischen Theilen, hat in seinem Erdgeschoß einen großen (jeht verbauten) Saal, dessen aus starkem Eichengebälk gezimmerte flache Decke auf sechs sehr schönen Säulen vom spätesten gothischen Geschmacke ruht; sie haben Würfelknäufe, reich umflochten von gothischem Stab- und Blumenwerk, das sich auch an den Säulenschäften in wechselndem Spiel herabzieht. Die Nord ­ seite des ausgedehnten Gebäudes schmückt ein sehr zierlicher halbachieckiger steinerner Erker; der Schlußstein seines Gewölbes trägt, gleichwie eine jener Säulen, einen den Abtsstab haltenden Entenfuß, das Wappenzeicheir des Erbauers, des Abtes Enlenfuß. Derselbe ließ auch im Jahre 1517 in der von der Sprechhalle init dem Herrenhaus gebildeten Ecke die schöne, 1868 erneuerte Wendeltreppe mit hohler Spindel erbauen, sammt folgender Inschrift: parlaiorium, Wngrnschniik. Anno domini MCCCCCXVII sub venerabili Domino Domino Johanne Entenfus Abbate arte et ingenio fratris Augustini hoc opus erigitur. An die nordwestliche Ecke des Herrenhauses stieß das alte Abts haus, die spätere Prälatur; die von Abt Heinrich II. 1384—1402 errichtete d. h. um ­ gebaute domn8 abbatialis, denn, wie schon oben beinerkt wurde, weist ihr Erd ­ geschoß in romanische Zeit; abgebrochen im Jahre 1751, war sie bis dahin Wohnung der Aebte oder Prälaten. An der noch stehenden Hinteren Mauerivand befindet sich ein gothisches Fenster und eine gothische Stabwerkspfvrte mit der Jahreszahl 1497: hier war vielleicht die Kapelle des Abtshauses. Dann ist noch zu erwähnen der sog. W-interspeisrsaal, jetzt Winterkirche, H