27 tiitt zweckmässig, statt der Zunahme, eine Abnahme der Nietenzahl von der lten bis zur mten Reihe ein. c. Bolzenverbindungen der Stäbe. Wird zum Anschluss eines Stabes von der Dicke d, dem nutzbaren Querschnitt F und dem vollen Querschnitt Fi ein Bolzen von dem Durchmesser d angewandt, so be ­ trägt der Bolzendurchmesser a) bei gezogenen Stäben 2 '2> d = i V^' b) bei gedrückten Stäben 213) d= 2|/^- Bezeichnet 1c die Zug- oder Druckspannung des Stabes und v die Abscheerungsfestigkeit des Bolzens, so ist , 7«Z 2 k = v. —— 4 und, wenn p x der Druck auf die Flächeneinheit des Bol ­ zens und der Laibung des Bolzenloches ist, 215) .... 1 214) P 1 JA dd' Wird wieder v = s /tP angenommen, und, 216) so ist 7 2nd 2 k = -j—p wenn man diesen Werth einführt, der Druck 2 7t d „ n d ■ ■ ■ Pl = -rj-p.-J=Q$P--J, welcher, da stets d>2d, den Drucke übersteigt, wesshalb sich zur Vermehrung dieser Festigkeit die Anwendung eines härteren Materials, also der Gebrauch von Stahl ­ bolzen und eine Verstählung der Stabenden empfiehlt*). 6. Berechnung der Lager und Charniere. a. Abmessungen der Lager. Die unter den Enden der Obergurten befindlichen Lager sind beide Gleitlager, haben deren grössten Druck aufzunehmen und müssen so gross, dass der zulässige Druck auf das Mauerwerk nicht überschritten, und so lang sein, dass die durch Temperatur- und Belastungswechsel erzeugte Längsverschiebung noch auf der Lagerplatte er ­ folgen kann. Stellt A den grössten lothrechten Druck eines Ober ­ gurtendes, p die Druckfestigkeit des Mauerwerks, 7. die Länge und ß die Breite der Lagerplatte dar, so ist 218) pßl = A, worin ß von der Breite b des Obergurts abhängt und im Mittel ß = 1,5 b gesetzt werden kann, woraus sich die Länge der Lagerplatte 219 > l =rb ergiebt und worin, je nach der Qualität des Mauerwerks, der Druck auf den qcm desselben p — 5 bis 20 kg be ­ tragen kann. Berücksichtigt man nun die ungleich bedeutendere Längsverschiebung des Obergurts durch Temperaturwechsel und bezeichnet *) üeber die Niet- und Bolzenverbindungen eiserner Brücken ­ träger vgl. insbesondere Winkler, Vorträge über Brückenbau. Eiserne Brücken. Heft 2. Wien 1872. x die grösste, der Brückenhaustelle entsprechende Temperaturdifferenz, a den Ausdehnungscoefficienten des Eisens, 7 die Länge des Obergurts, so beträgt die grösste Verschiebung jenes Gurtendes 220) h = mithin die Gesammtlänge der Lagerplatte . , , , A. axl 221) . . . A=l+li ==-- =- + 1,5 .p. b 2 Nimmt man an, dass die Temperatur zwischen —20 und +40° C. wechselt, so ist x = 60° zu setzen, während für den Centesimalgrad a — 0,0000145 der auf 0° zu re- ducirenden Obergurtlänge angenommen werden kann. b. Abmessungen der Charniere. Wird angenommen, dass die Bogenenden sich gegen einen Halbzapfen oder Charnierbolzen mit dem Durch ­ messer d, der Länge 7c und der Druckfestigkeit p stem ­ men, so kann der Druck ebenso gross angenommen wer ­ den, als wenn er sich auf die halbe Oberfläche des Dreh ­ zapfens vertheilen würde, mithin ist für den grössten, auf denselben wirkenden Druck R 222) p.^ = R zu setzen, woraus sich der Durchmesser des Halbzapfens oder Bolzens zu 223) d 4 nlp ergiebt. Hierin kann, nach den bei ausgeführten Brücken gemachten Annahmen, für den qcm ^ = 0,15 bis 0,55, also im Mittel 0,35 tn gesetzt werden. c. Abmessungen der Kämpferplatte. Die Kämpferplatte muss so gross sein, dass die zu ­ lässige Anspruchnahme des Mauerwerks nicht überschritten wird, erhält daher, wenn mit ß deren Breite und mit p die Druckfestigkeit des Mauerwerks bezeichnet wird, min ­ destens die Länge 224 > l =|- worin bei Kämpfercharnieren annähernd ß = 1,5 gesetzt werden kann und p die früher angegebenen Werthe an ­ nimmt. Das grösste Moment, welches die Kämpferplatte l hei unvollkommener Unterlage erfahren kann, ist R--^, mithin ergiebt sich deren grösste Dicke 225) <5=]/^, worin s die grösste zulässige Zugspannung bezeichnet. Bei Anwendung von zwei Keilpaaren mit dem ge ­ genseitigen Abstande k x unter den Bogenenden hat jedes R derselben den grössten Normaldruck aufzunehmen, mithin ergiebt sich das grösste Moment die grösste Dicke der Unterlagplatte 226) . ... ö R X— mithin j 1 [ 3 R(k—Xi) ~V 2‘ ßs ■ III. Construction. 1. Allgemeine Anordnung. A. Situation und Grundriss. Ist der Schnitt ­ punkt der Brückenaxe mit der Axe der zu unterführenden Wasser-, Thal-, Weg- oder Eisenbahnlinie bestimmt, welche die zweckmässigste Tra?e der — die Bogenbrücke erfor ­ dernden — Verkehrslinie sowie die zur Gründung und Ueherführung geeignetste Stelle des Stromes oder Thaies erheischen, so ist der Schnittwinkel beider Axen womög ­ lich als rechter und, wo ein spitzer Schnittwinkel a aus örtlichen Rücksichten, z. B. bei Ueberführung von Eisen ­ bahnen über schiefe, nicht oder schwer verlegbare städtische Strassen, s. Taf. 3, Fig. 2, nicht zu umgehen ist, nicht unter 30°*) zu wählen, damit die Anschlusswinkel nicht zu spitz und die Verbindungen der einzelnen Theile nicht zu unbequem werden. Wo die Brücke in eine Curve mit dem Verhältniss 7 ihres Pfeiles zur Spannweite der Brücke fällt, ist die v für die gerade Strecke erforderliche Breite b auf B = b+f *) Die schrägste, zur Zeit bekannte, schmiedeiserne Bogen ­ brücke in der Stadt Paris-Creil bei Paris, s. Taf. 1, Fig. 86 bis 94, übersetzt den Kanal St. Denis unter einem Winkel von 30° 29'.