35 Bogenconstruction unterstützt werden, auf welchen letz ­ teren selbst zwei dieser Pfeiler ruhen. Die beiden ersten Oeffnungen des rechten, zunächst Oporto liegenden Ufers und die drei Oeffnungen des linken, zunächst Lissabon liegen ­ den Ufers haben Spannweiten von je 37,40 m, während die vier Oeffnungen über dem Bogen je 28,75 m und die beiden Schlusstbeile desselben je 26 m Spannweite be ­ sitzen. Die Breite der Brückenbahn beträgt 4,5 m zwi ­ schen den auf Consolen ausgekragten Brüstungen, der Abstand der Parallelträger im Mittel 31 m, während die Bogenconstruction, um dem Windstoss den nöthigen Wider ­ stand entgegen zu setzen, von 3,95 m Abstand am Scheitel auf 15 m Abstand am Busse wächst. Die Höhe der eisernen Pfeiler beträgt nach Oporto hin 36 und 43, über dem Bogen je 13,2 m und nach Lissabon hin 43,39 und 15,8 m. Die Spannweite und Höhe der sichelförmig construirten Bogenträger beträgt bezw. 160 und 10 m, wodurch alle, bis jetzt bei Bogenbrücken erreichten, Dimensionen über ­ troffen werden. Die Bogenträger selbst haben Kämpfer ­ gelenke, womit sie sich gegen die äusseren Tbeile der — mit normal zur Stützlinie geneigten Lagerfugen gemauer ­ ten — Widerlager stemmen, jedoch Scheitel-Gelenke nicht erhalten. Die Aufstellung der Brücke wurde ohne Ge ­ rüste derart bewirkt, dass zunächst die continuirlichen Parallelträger soweit vorgeschoben wurden, bis ihre vor ­ deren Enden in die Mittellinien der auf die Bogen aufge ­ setzten beiden Stützen gerückt waren, wonach dann der — mit Hülfe von Seilen, die nach dem nächsten Pfeiler und nach den unterstützten Enden der continuirlichen Träger hin gespannt waren, bewirkte — Aufbau des Bogens begann. Laufseile, die von einem Ufer zum anderen reichten, so ­ wie Tragseile, mittelst deren die zur Bogenconstruction gehörigen Eisentheile aus Kähnen in die Höhe gewunden wurden, unterstützten diesen Vorgang. Nach Herstellung des Bogens erfolgte der Aufbau der auf dessen beide Schenkel aufgesetzten Stützen und zuletzt, als Abschluss der Montage, die Aufbringung der vier mittleren Theile des Parallelträgers. 6. die Brücke über die Lahn in Ems, s. Eig. 54 bis 62, 7. die nördlicheEisenbahnbrücke über den Rhein bei Coblenz, s. Fig. 63—74, 8. die Brücke über den Mississippi bei St. Louis, s. Fig. 75—84, 9. die Stadthausbrücke überdieSeine in Paris, s. Fig. 85, 10. die Brücke über den Canal bei St. Denis, s. Fig. 86—94, und 11. die Brücke über die Aar bei Olten, s. Fig. 95 bis 100 und vgl. Abschnitt I dieses Heftes, Nr. L u. 2, S. 2-5. Taf. II. Bogenbrücken mit Gelenkträgern. Die in den Figuren 1 bis 33 dargestellten, von Reymann construirten, kleinen Bogenbrücken in der Zweigbahn Wittenberg-Lüneburg der Berlin-Hamburger- Bahn zu Lüneburg sind beide mit Kämpfercharnieren und beweglichen Verbindungen im Scheitel construirt, während die eine derselben eine Eisenbahn, die andere eine Strasse überführt. 1. Die Unterführung der Lüner- und Alten ­ brücker Thorstrasse zu Lüneburg. Diese in Fig. 1 bis 16 dargestellte Bogenbrücke überführt die eingelei ­ sige Lüneburg-Wittenberger Eisenbahn mittelst zwei Bogen ­ trägern, deren Mittel sich in einem Abstaude von 1,88 m (6'pr.) befinden und bei einer Stützweite von 11,30m (36'pr.) eine Pfeilhöhe von 1,41 m (4' 6" pr.) besitzen. Die beiden Bogen träger sind als Blechträger mit oberer gerader und unterer segmentbogenförmiger Begrenzung mit 12,005 m (38' 3" pr.) Radius ihrer Mittellinie construirt und be ­ stehen, wie der in Fig. 5 dargestellte Querschnitt nach cd zeigt, aus einem durchgehenden, 0,9 cm (*/„" pr.) starken Stehblech, welches an dem oberen wagrechten Rande mit zwei je 6,5 x 6,5 x 0,9 cm (272 x 2y 2 x s / 8 " pr.) starken Winkeleisen gesäumt, an dem unteren bogenförmigen Rande durch zwei, je 31,4 cm (12" pr.) hohe, 0,9 cm (Vs" pr-) dicke Platten und je vier 13x8,4x1,3 cm (5x3‘/ 4 x l / 2 " pr.) starke Winkeleisen verstärkt ist. Das erwähnte Verti ­ kalblech besitzt bei jeder Trägerhälfte einen Stoss, welcher an dem Untergurt durch zwei, je 1,3 cm 0/2" pr.) und in den Bogenzwickeln durch zwei, je 0,9 cm ( s / 8 " pr.) starke Laschen gedeckt ist. In jedem ßogenschenkel ist das Ver ­ tikalblech überdiess durch je ein Winkeleisen ausgesteift und an den Stirnseiten, s. Fig. 1, durch zwei parallele Bandeisen-Dreiecke verziert. Die beiden Bogenträger sind an den Enden und in 1,78 m (5' 8" pr.) Entfernung von denselben durch vertikale, in Fig. 5 dargestellte, Querver ­ bände in 1,91m (6‘1" pr.) und 1,94 m (6'3" pr.) Entfer ­ nung durch wagrechte doppelte Winkeleisen von 6,5 x 6,5 x 0,9 cm (2(4 x 2V 2 •' 3 h“ pr.) Stärke verbunden und durch gekreuzte, auf die oberen und unteren Winkelschenkel des unteren Gurts genietete, je 6,5 x 0,9 cm (2V2 x 8 /s" pr.) starke Flacheisen gegen seitliche Ausweichung durch den Seitendruck des Windes gesichert, s. Fig. 2, 4 und 5. Das Kämpfercharnier besteht aus einer, in Fig.16 dargestellten, gusseisernen Platte mit Halbzapfen, welcher in eine, in Fig. 11, 12, 13 dargestellte, Platte mit ent ­ sprechendem Lager passt. Der Bogengurt ist an den En ­ den durch eine doppelte, je 1,3 cm Q/2" pr.) starke Platte und zwei Winkeleisen von 13,7 x 8,4x1,3 cm (57 4 x 3V 4 x ‘/ 2 " pr.) verstärkt. Mit diesem Bogenschuh, welcher mit einer Bleiplatte unterlegt ist, wurde die mit dem Halb ­ zapfen versehene Platte durch vier Bolzen verschraubt, während die mit acht Rippen versehene Lagerplatte durch zwei Steinschrauben mit dem Kämpferquader verankert ist, s. Fig. 11 und 13. Das Scheitelcharnier besteht in einer 5,5 cm (27s" pr.) dicken, gusseisernen Scheibe von 15,7 cm (6" pr.) Durchmesser, gegen welche sich die — durch zwei rechteckige, zwischen die vertikalen Schenkel der Wiukeleisen eingeschaltete Platten von je 54,9 cm (1' 9" pr.) Länge und je 1,3 cm (72" pr.) Dicke und aussen durch zwei sechseckige, zwischen die horizontalen Schenkel der Winkeleisen eingeschalteten Platte von je 40,5 cm (1' 372" pr.) Länge und je 0,9 cm ( 8 /s"pr.) Dicke verstärkten — Schei ­ telenden des Untergurts stemmen. Während die fünf, zwi ­ schen diesen sechseckigen Laschenplatten befindlichen,(Blech ­ platten durch Niete mit versenkten Köpfen, s. Fig. 7 und 10, verbunden sind, wurden die beiden äusseren Laschen ­ platten von acht durchgehenden, je 1,9 cm (®/ 4 " pr.) dicken Schraubenbolzen (deren Querschnitte in Fig. 7 geschwärzt sind) mit weiten Bolzenlöchern mit jenen ersteren etwas drehbar und mit den gusseisernen Scheitelbolzen durch sechs Niete mit versenkten Köpfen fest vereinigt. Die nach aussen vorgeheftete, verzierte gusseiserne Rosette ist durch einen durchgehenden, vorn mit einem runden Kopf, hin ­ ten mit Mutter versehenen Schraubenbolzen, s. Fig. 7 und 9, festgehalten. Der Scheitelbolzen bildet hiernach mit den erwähnten Laschen einschliesslich dieser Rosette ein in dem Horizontalschnitte v w H-förmig gestaltetes Verbindungs ­ glied, zwischen dessen Schenkeln die einschalteten und durch jene, mit Spielraum versehenen Bolzen zusammen ­ gehaltenen Bogenenden die durch die grössten Tempera ­ turdifferenzen bedingte Drehung ausführen können. Die Brückenbahn besteht, wie die Figuren 1 bis 5 zeigen, aus je 23,2 x 26,2 cm (9 x 10" pr.) zwischen den Bogenträgern und je 18,3x26,2 cm (7x10" pr.) starken, je 0,94 m (3' pr.) von Mittel zu Mittel abstehenden Quer ­ schwellen, welche durch doppelte, mittelst je zweier Niete auf den Obergurten befestigte, Winkellappen auf die Bogenträger befestigt sind und zwischen den Fahrschienen 5, ausserhalb derselben je 4 Längsbohlen nebst einfachen profilirten Saumschwellen aufnehmen. Die in Fig. 1, 2 und 5 dargestellte 0,94 m (3' pr.) hohe Brüstung besteht aus quadrateisenförmigen Hauptstäben von je 2,6 cm (1" pr.) Seite, welche nach Fig. 5 mit den Querschwellenköpfen und Saumschwellen verschraubt sind, aus oben aufgenieteten Flacheisen von 3,2 x 1,3 cm (1 V 4 " x 7 2 " pr.) Stärke, die wieder mit bimförmigen Hand ­ leisteneisen vernietet sind, und einem zwischen beide ein ­ geschalteten Stabwerk, wovon die Horizontalstäbe zu beiden