44 45 lateinischen und Realanstalten des Landes, jedoch werden ältere Schüler, so wie solche, die früher keine lateinische oder Realschule besucht haben, sofern sie bei einer Vor ­ prüfung ihre durch anderweitigen Unterricht erworbene Befähigung zur Theilnahme am Unterricht erproben, nicht ausgeschlossen. 3) Für die ordentlichen Schüler ist der Eintritt durch eine Aufnahmsprüfung bedingt, welche sich über folgende Gegenstände verbreitet. 3) Kenntniß der deutschen Sprache nach den Regeln der Grammatik; Fertigung eines Aufsatzes ohne grobe Fehler gegen die Orthographie und die Regeln der Wort- und Satzverbindung. d) Niedere Arithmetik und ebene Geometrie. c) Anfang im Freihandzeichnen. d) Bekanntschaft mit den Regeln der französischen Sprache bis zur Uebersetzung leichter historischer Stücke. e) Kenntniß der Hauptperioden der allgemeinen Welt ­ geschichte. 0 Kenntniß der Hauptmomente der Geographie, beson ­ ders von Europa. Diese Kenntnisse werden unfehlbar von allen bis ­ herigen Zöglingen einer Realschule erwartet; bei Andern kann von diesen Forderungen nach Beschaffenheit der Um ­ stände Eines und das Andere nachgelassen werden. 4) Außerordentlichen Schülern kann der Eintritt nur dann gestattet werden, wenn der vorhandene Raum nicht schon durch regelmäßige Schüler besetzt ist, und sie haben sich ebenfalls einer kurzen Vorprüfung über ihre Fähigkeit für den Besuch der betreffenden Unterrichts ­ stunden zu unterwerfen. 5) Die Aufnahme geschieht in der Regel jedes Jahr nur im Herbste mit dem Beginne des Wintersemesters, (Mitte Oktober) wozu sich der Neueintretende vier Wo ­ chen zuvor mit einem Sittenzeugnisse (aus der von ihm besuchten Lehranstalt) versehen, bei dem Vorsteheramte der poltyechnischen Schule persönlich oder schriftlich zu melden hat, welches ihm alsdann, nach erfolgter Auf ­ nahme , im Einverftändniß mit den betreffenden Lehrern den für seinen künftigen Beruf geeigneten Studienplan vorzeichnet. 6) Jedem Schüler wird bei seiner Aufnahme durch den Vorstand neben einem Eremplare der Disciplinar- Statuten eine Karte eingehändigt, auf welcher außer seinem Namen und den von ihm zu besuchenden Fächern das zu entrichtende Unterrichtsgeld bemerkt ist. Mit die ­ ser Karte legitimirt sich derselbe bei den betreffenden Leh ­ rern. §. 9. Unterrichtsgeld. 1) Jeder ordentliche Schüler hat für den Besuch der wissenschaftlichen und artistischen Lehrstunden jährlich 30 fl. in halbjährigen Vorausbezahlungen an die Jnsti- tutscasse zu entrichten. 2) Außerordentliche Schüler, welche nur einzelne wissenschaftliche oder Zcichnungsstunden besuchen, haben für jede wöchentliche Stunde halbjährig 1 fl. vorauszu ­ bezahlen, bis zu dem halbjärigen Betrage von 15 fl., über welchen alsdann auch bei diesen, ohne Rücksicht auf die größere Stundenzahl, kein höheres Unterrichtsgeld stattfindet. 3) Bei nachgewiesener Mittellosigkeit eines Schülers kann je nach Umständen ein theilweiser oder gänzlicher Nachlaß des Unterrichtsgeldes eintreten, welche jedoch immer an die unerläßliche Bedingung guter Zeugnisse über Fleiß und sittliches Betragen geknüpft ist. 4) Die Bezahlung des Unterrichtsgeldes wird auf der Aufnahmskarte des Schülers von dem Cassieramte