48 49 4 Gründung der Bauwerke. Im Winter 1 Stunde: Professor Baurath v. Hänel. Übersicht der verschiedenen Methoden. Pfahlarbeiten. Her ­ stellung und Ausschöpfen der Baugruben. Gründung auf Schwell ­ rost, auf Pfahlrost, auf Senkkasten, auf Beton, mittelst compri- mirter Luft. Brückenbau I. Im Winter 3, im Sommer 4 Stunden Vortrag: Professor Baurath v. Hänel. Erstes Kapitel: Steinerne Brücken. Deckeldohlen, offene Eisenbahndohlen. Gewölbte Brücken kleinerer Dimension. Schiefe Brücken. Beispiele ausgeführter grösserer Flach- und Hochbrücken (Viaducte, Aquaducte). Ge ­ schichtliche und geographische Übersicht der ausgeführten Stein ­ brücken. Dimensionen und Konstruktion der Brückengewölbe, der Ort- und Mittelpfeiler, mit theoretischer Begründung. Bedeckung und Abwässerung der Steinbrücken. Architektonische Behand ­ lung. Gerüste zur Ausführung solcher Brücken. Stütz- und Futtermauern. Zweites Kapitel: Eiserne Balkenbrücken. Grösste Verkehrsbelastung der Brücken. Eigenschaften des Eisens als Baumaterial. Verbindungen der Eisentheile. Ausge ­ führte Beispiele, Konstruktion und Berechnung von Blechbalken ­ brücken , von parallel - und krummgurtigen Fachwerks - und Gitterbrücken der verschiedenen Arten. Vergleichende Übersicht dieser Constructionen, Eigengewicht derselben, Konstruktion und Berechnung des Horizontalverbandes, der Auflager auf den Pfei ­ lern etc. Eiserne Brückenpfeiler. Drittes Kapitel: Eiserne Bogenbrücken. Beispiele: Konstruktion und Berechnung von Bogenspreng- werks- und Hängebrücken (Ketten-, Drahtseil- und versteiften H ängebrücken). Als Lehrmittel dient u. A. eine reichhaltige Sammlung auto- graphirter Zeichnungen von Brückenbauwerken, welche an die Hörer des »Brückenbaues« zu ermässigtem Preise abgegeben werden. Die Vorträge werden durch einzelne Exkursionen un ­ terstützt. Brückenbau II. (Fortsetzung zu Brückenbau I.) Im Winter 2 Stunden Vortrag: Professor Baurath v. Hänel. Viertes Kapitel: Hölzerne Brücken. Holz als Baumaterial. Gemeine Balkenbrücken. Howe’sche und andere amerikanische Balkenbrücken. Theorie der Howe’- schen Träger. Hängewerks-, Sprengwerks- und combinirte Holz ­ brücken. Fünftes Kapitel: Tunnelbau. Tunnel als ausgeführte Bauwerke (Querprofile, Mauerstärke, Tunnelstirnen etc.). Bergmännische Elemente des Tunnelbaues (Stollen, Schächte, Ventilation, Angriff der Tunnelarbeiten), Tunnelbau nach englischer, belgischer, österreichischer etc. Me ­ thode. Lange Gebirgstunnel (Mont Cenis, Gotthard), Tunnel unter Fluss- und Seebetten. Autographieen und Exkursionen wie bei »Brückenbau I«. Brückenkonstruktionsübungen I. Im Winter 6, im Sommer 8 Stunden: Professor Baurath v. Hänel. Entwerfen der im »Brückenbau I« behandelten Bauobjekte. Bedingung der Zulassung ist der vorhergehende erfolgreiche Besuch der technischen Mechanik mit Übungen, sowie der Bau ­ formenlehre mit Übungen, worüber Zeugnisse vorzulegen sind; ferner der mindestens gleichzeitige vollständige Besuch von »Brückenbau I«. Brückenkonstruktionsübungen II. Im Winter 9, im Sommer 8 Stunden: Professor Baurath v. Hänel. Entwerfen der im Brückenbau vor trag (I und II) behandel ­ ten Bauwerke. Die Zulassungsbedingungen sind dieselben wie für die Brückenkonstruktionsübungen I.