86 der Nachweis zu d) theils durch Schulzeugnisse, thcils durch Vorlegung selbstgefei’tigter Zeichen- etc. Arbeiten zu liefern. Tm Zweifelsfalle ist der Besitz der erforderlichen künstleri ­ schen Befähigung und Vorbildung auf dem Wege einer beson ­ deren Aufnahmeprüfung zu ermitteln. 9) Die regelmässige Dauer der Theilnahme an dem kunst ­ gewerblichen Unterrichte ist auf drei Jahre angenommen, so zwar, dass dieselbe, je nach den besonderen Verhältnissen des Einzelnen, entweder auf eine kürzere Zeit beschränkt oder auf eine längere Zeit erstreckt werden kann. 10) Zu möglichst sicherer Erreichung des Zweckes wird für jeden Theilnehmer, nach Massgabe seiner besonderen Verhält ­ nisse, ein bestimmter Lehrplan festgesetzt, welchen er genau zu befolgen hat, wie auch die hienach vorgeschriebenen Vortrags ­ und Übungsstunden im Einzelnen pünktlich einzuhalten sind. 11) Jeder Theilnehmer hat bei seiner Zulassung ein Ein ­ trittsgeld von 10 Jl. und für jedes Semester ein Unter ­ richtsgeld von 20 JL zu entrichten, welches je am Anfang des betreffenden Semesters vorauszubezahlen ist. Bei nachgewiesener Mittellosigkeit kann jedoch vom zweiten Semester an solchen Theilnehmern, welche über Fleiss und sitt ­ liches Verhalten gute Zeugnisse haben, das Unterrichtsgeld ganz oder theilweise nachgelassen werden. Auch können nach Umständen an bedürftige und würdige Zöglinge Stipendien zum Besuche des Unterrichts verliehen werden. 12) Auf Verlangen wird den Theilnehmern je am Schlüsse eines Halbjahrs ein Semestralzeugniss ausgestellt. Beim Austritte, nach Absolvirung der planmässigen Kurse, erhalten dieselben ein den Gesammterfolg ihrer Studien um ­ fassendes Zeugniss. Die im Bisherigen geschilderte Einrichtung gewährt zu ­ gleich den Zöglingen der Kunstschule Gelegenheit zur Erlernung der für das eigentliche Kunststudium (Bildhauerei und Malerei) erforderlichen architektonischen und ornamentalen Fä- 87 eher, gleich wie andererseits vom kunstgewerblichen Unterricht aus der Übertritt zum eigentlichen Kunststudium offen steht. Personalbestand der Knnstgewerbeschnle. Vorstand: Oberbaurath Professor Dr. v. Leins. Atelier für Architektur. Vorstand: Reinhardt, Professor. Styl ­ kunde mit Übungen. Weiterer Lehrer: Seubert, Professor. Geometrisches und Pro ­ jektionszeichnen. Schattenlehre und Perspektive. Architek ­ tur- und Fachzeichnen. Atelier für Bildhauerei. Vorstand: Kopp, Professor. Orna- mentenzeichnen. Modelliren. Entwerfen. Weitere Lehrer: Goll, Bildhauer. Holzschnitzen. Mayer, Ciseleur. Ciseliren. Atelier für Malerei. Vorstand: v. Kurtz, Professor. Figuren ­ zeichnen. Malen. Entwerfen. Weitere Lehrer: Kolb, Professor. Zeichnen. Gross, Dekorationsmaler. Pflanzenzeichnen. Malen. Der Unterricht im Zeichnen, Malen und Modelliren nach dem lebenden Modell wird in der Kgl. Kunstschule ertheilt. Diener der Kunstgewerbeschule: (prov.) Feldmann. Stuttgart, im Juli 1881. Direktion des K. Polytechnikums: Marx.