12 13 Ordentliche und ausserordentliche Studierende sind nach Mass- gabe der bestehenden Bestimmungen zur Teilnahme an den Prüfungen berechtigt. Zur Beteiligung an denselben und zur Beibringung von Zeugnissen in den Übungsfächern sind in jedem Falle diejenigen Stu ­ dierenden verpflichtet, welche im Genüsse eines Stipendiums oder der Unterrichtsgeldbefreiung stehen, oder welche im folgenden Semester be ­ ziehungsweise Studienjahr um eine solche Vergünstigung nachsuchen wollen. Die Verpflichtung bezieht sich auf diejenigen Vorträge, welche im Studienplan des Studierenden Vorkommen, und zwar auch auf die Jahresvorträge, welche nur im Wintersemester belegt werden, wobei die Prüfung auf das in diesem Semester Vorgetragene zu beschränken ist. Über den Ausfall der Prüfungen und die Leistungen in den Übungen werden besondere Zeugnisse — Semesterzeugnisse — ausgestellt. Die Abteilung für Maschineningenieurwesen einschl. der Elektro ­ technik erteilt nach Massgabe der bestehenden Vorschriften Schluss ­ zeugnisse unter der Voraussetzung, dass der Bewerber in der vor ­ geschriebenen Weise praktisch tätig gewesen ist, wenigstens vier Se ­ mester an der hiesigen Hochschule studiert und durch Semesterzeug ­ nisse einen durchschnittlich mindestens befriedigenden Erfolg seiner Studien nachgewiesen hat. 2. Diplomprüfungen. Alljährlich werden an den einzelnen Abtei ­ lungen Prüfungen abgehalten für Architekten, Bauingenieure, Vermessungs ­ ingenieure (Geodäten), Ingenieure des Maschinenwesens, Ingenieure der Elektrotechnik, Chemiker, Hütteningenieure; ausserdem in Mathe ­ matik, in Naturwissenschaft und in einigen Fächern der Allgemein bildenden Abteilung. An den Diplom-Vor- und -Hauptprüfungen können nach den für jede Abteilung bestehenden Vorschriften nur ordentliche Studierende teilnehmen. Denjenigen Kandidaten, die im Besitze des Reifezeugnisses eines deutschen Gymnasiums oder Realgymnasiums, einer deutschen Oberreal ­ schule oder einer gleichwertigen Anstalt*) sind und die Diplomprüfung an den Abteilungen für Architektur, Bauingenieurwesen, Maschineningenieur ­ wesen einschliesslich Elektrotechnik und Chemie einschliesslich Hütten ­ wesen erstehen, erteilt die Technische Hochschule auf Grund der König ­ lichen Entschliessung vom 22. Januar 1900 den Grad eines Diplom ­ ingenieurs. Beim Zutreffen dieser Voraussetzungen kann der Titel auf Ansuchen auch den früher Geprüften nachträglich verliehen werden. *) Als gleichwertig sind zurzeit nach Massgahe der Prüfungsordnungen an ­ erkannt: die bayerischen Industrieschulen und die Gewerbeakademie in Chemnitz. 3. Staatsprüfungen. Es kommen in Betracht: a) die Prüfungen für das Baufach (Hochbau-, Bauingenieur- und Maschineningenieurfach); b) die Prüfung für die technischen Ämter im Berg-, Hütten- und Salinenwesen; c) die Prüfung für Apotheker; d) „ , „ Nahrungsmittelchemiker; e) , „ , das realistische Lehramt. Eine gedruckte Zusammenstellung der für die Studierenden wichtig ­ sten Bestimmungen über die Prüfungen im Baufache ist bei dem Sekre ­ tariat oder dem Hausmeister zum Preis von 10 Pf. für das Stück zu haben. Die Vorschriften über die Prüfungen Lit. b)—e) können auf der Kanzlei eingesehen werden. • Zufolge einer Vereinbarung zwischen den Regierungen von Würt ­ temberg, Preussen, Bayern, Sachsen, Baden, Hessen und Braunschweig ist das Studium auf den Technischen Hochschulen dieser Staaten für die Zulassung zu den Staatsprüfungen in den Fächern des Hochbau-, Bauingenieur- und Maschineningenieurwesens als gleichstehend gegenseitig anerkannt. Zeugnisse über die besuchten Vorlesungen, über die Führung an der Hochschule usw. werden den Studierenden nach den einschlägigen Bestimmungen auf Ansuchen, insbesondere bei der Anmeldung zu Prü ­ fungen und bei dem Abgang von der Hochschule, ausgestellt. VI. Doktor-Promotion. Durch Königliche Entschliessung vom 22. Januar 1900 wurde der Technischen Hochschule das Recht verliehen, auf Grund einer beson ­ deren Prüfung die Würde eines Doktor-Ingenieurs zu verleihen. Die Bedingungen für die Erlangung dieser Würde enthält die Promotionsordnung vom 7. August 1900, welche vom Sekretariat oder dem Hausmeister zu beziehen ist (Preis 10 Pf.). VII. Stipendien und Preise. Bei naehgewiesener Mittellosigkeit kann landesangehörigen Stu ­ dierenden und ausnahmsweise mit Genehmigung des Ministeriums auch Angehörigen anderer deutscher Staaten, welche über Fleiss und sittliches Verhalten ein gutes Zeugnis haben, das Unterrichts- und Ersatzgeld ganz oder teilweise nachgelassen werden.