I 6 * (Seininarubgangszeugnis) zuMtminrn mit dem Zeugnis der Ergänzungs- prüfung das Reifezeugnis einer neunmaligen höheren Schule. Wer seine Vorbildung im Auslände erhalten hat, kann als ordent ­ licher Studierender aufgenommen werden, wenn er ein Reifezeugnis besitzt, das von dem Ministerium als gleichwertig mit den vorgenannten deutschen Reifezeugnissen anerkannt ist und im Lande seiner Aus ­ stellung zum Studium an einer Technischen Hochschule oder an einer Universität als ordentlicher Studierender berechtigt. Zur Aufnahme in die Abteilung für Maschineuingcnieurwesen ein- schließlich der Elektrotechnik ist überdies in der Regel der Nachweis einer mindestens sechsmonatigen W.-rkstattätigkeit zu erbringen, wogegen daa für die Hauptprüfungen vorgeschriebene zweite Halbjahr praktischer Tätigkeit in die Studienzeit fallen kann. Zur Aufnahme als Studierender der Pharmazie wird der Nachweis der erstandenen pharmazeutischen Vorprüfung und der Zurücklegung einer mindestens einjährigen Göhilfensoit in Apotheken des Deutschen Reichs verlangt. Die neue Diplomprüfungsordnung für Architekten fordert für dio Vorprüfung eine neunmonatige praktische Tätigkeit, wovon in der Regel 6 Monate vor dem Beginn des Studiums abzulegen sind. Die praktisch© Tätigkeit soll nicht auf einem Architekturbüro, sondern auf dem Bau ­ platz und in Werkstätten ausgeübt werden. Auch für Bauingenieure wird voraussichtlich vom Winter 1921, 1 22 ab dor Nachweis einer praktischen Tätigkeit verlangt werden. Unter den hier aufgeführten Bedingungen werden auch reichs- angchörige weibliche Personen als ordentliche Studierend© aufgenommen. Außerordentliche Studierende. Als außerordentliche Studierend© können diejenigen aufge ­ nommen werden, welche Zeugnisse der vorgenannten Art nicht, haben, aber sieh urkundlich mindestens über den Besitz der Kenntnisse aus- weisen, welche zur wissenschaftlichen Befähigung für den einjährig-frei ­ willigen Militärdienst im deutschen Heere erforderlich waren. Sofern der Besitz dieser Kenntnisse nicht durch das Befähigungszeugnis der be ­ suchten Lehranstalt*) nachgewiesen wird, kann er auf Grund gleich ­ wertiger Zeugnisse durch das Abteilungskollegium mit Zustimmung des Rektors festgestellt werden. •) Der . Berechtigungsschein *. der unter Befreiung von der wissenschaft ­ lichen Prüfung erworben ist (,KQnstlereinjährigl*), ersetzt dieses Zeugnis nicht. 7 Zur Aufnahme in dio Abteilung für Maschineningenieurwcscn einschließlich der Elektrotechnik wird überdies der Nachweis einer längeren, erfolgreichen praktischen Tätigkeit verlangt, wovon min ­ destens 2 Jahre auf Arbeiten in der Werkstätte entfallen müssen. Reichsangehörige weibliche Personen, die eine deutscho staatliche Dienstprüfung für Hauptlehrerinnen an höheren Mädchen ­ schulen mit Erfolg bestanden habon und die übrigen Bedingungen er ­ füllen, können als außerordentliche*) Studierende zugelassen werden. Mit Rücksicht auf di«« anhaltende Oberfüllung der Hochschule und die fortdauernden Ernährung*- und Wohnungsschwierigkeiten müssen die bestehenden Zulassungsbeschränknngen weiterhin aufrecht erhalten werden. Für das Winterhalbjahr 1920/21 hat das Ministerium des Kirchen- und Schulwesens folgende Anordnungen getroffen, dio voraus ­ sichtlich auch für das Sommerhalbjahr 1921 in Geltung bleiben werden: Zum Winterhalbjahr 1920/21 werden außer den bereits zugelas ­ senen reichsdeutschen Studierenden und Hörern reichsdeulsche männ ­ liche Kriegsteilnehmer und Württemberget beiderlei GeschlochtH zu- gulassen. Als Reichsdeutsche sind hiebei auch alle Studierenden mit deutscher Muttersprache, die in den jetzt vom Reich abgetrennten Gebieten beheimatet sind, als Württemberger auch solche Studie ­ rende zu behandeln, deren Eltern Reichsdeutsche sind und ohne dio wüntembergilcbe Staatsangehörigkeit zu besitzen, ihren Wohnsitz (nicht bloß ihren vorübergehenden Aufenthalt) in Württemberg vor dem 1. Juli 1919 genommen haben. Andere reicbsdeutsche Studierende und Hörer können nur, soweit der Platz reicht, mit besonderer Genehmigung des Ministeriums zugelassen werden. Sie haben ihre Gesuche um Zu ­ lassung mit den nötigen Belegen spätestens einen Monat vor Semester- % beginn beim Rektorat oinzureichen. Ausländer werden ausnahmsweise mit Genehmigung des Ministe ­ riums des Kirchen- und Schulwesens zugelasseu, soweit dadurch dio berechtigten Ansprüche der deutschen Studentenschaft und sonstige deutsche Interessen nicht beeinträchtigt werden. Unter den gleichen Voraussetzungen können deutsche Kolonistensöhne, Balten uud andere Ausländer mit deutscher Muttersprache, in deren Heimatstaat keine Hochschule mit deutscher L«hnipniche ist, auf Zulassungsgenehmigung rechnen. • ') Wegen der Zulassung als ordentliche Studierende nach Erstehung einer Ergänzungsprüfnng s. die Fußnote S. 5.