Nach der Prüfungsordnung vom 15. Aprıl 1930 kann das Studium der Physik mit einer Diplomprüfung abgeschlossen werden, durch welche der Grad eines Dipl.-Ing. erlangt wird. Das mit dieser Diplom- prüfung verbundene Studium soll zur Ausbildung von Physikern führen, welche später hauptsächlich in den Versuchslaboratorien der technischen Industrie Beschäftigung finden wollen. Eine Spezialisierung auf ein Spezial- fach soll in diesem Studium ım allgemeinen nicht oder höchstens ganz gegen Schluß des Studiums ins Auge gefaßt werden. Es sollen vielmehr die Kennt- nisse des ganzen Gebiets der streng wissenschaftlichen experimentellen und theoretischen Physik erlangt werden. Daneben wird eine Beschäftigung mit den Grundlagen der technischen Wissenschaften so weit verlangt, daß die Fragen der praktischen Verwertung physikalischer Erkenntnisse später mit technischem Verständnis behandelt werden können. Der Studiengang ist in den ersten Semestern ähnlich dem.der Elektro- technik. Eine halbjährige Werkstattätigkeit soll dem Studium vorangehen. Über Einzelheiten gibt Professor Regener im Physikalischen Institut Rat und Auskunft. Vgl. auch Seite 81 des Programms. Diplom-Ingenieure der Physik können auch den Dr.-Ing. in Physik er- werben. Vgl. die Promotionsordnung vom 30. Mai 1930. Wegen der Meldung zum Studium für das höhere Lehramt vor Beginn des Studiums s. die Verordnung des Kultministeriuums vom 20. Dez. 1930 (Min. A. Bl. S. 254). 2. Außerordentliche Studierende. Als außerordentliche Studierende können Personen aufgenommen werden, die Zeugnisse der vorgenannten Art nicht besitzen, aber mindestens die 6. Klasse einer deutschen höheren Schule mit Erfolg besucht, oder eine deutsche staatliche Dienstprüfung für den Volksschuldienst oder für den Dienst an höheren Mädchenschulen erstanden haben*). Zur Aufnahme in die Abteilung für Architektur, die zunächst probeweise auf ein Semester erfolgt, wird überdies eine mindestens 3jährige Hand- werker- oder Büropraxis verlangt. Die weitere Zulassung wird von den Leistungen abhängig gemacht. Die Entscheidung hierüber trifft die Ab- teilung. Die außerordentlichen Studierenden haben sich jeweils zu Ende des Semesters wegen weiterer Zulassung bei dem Abteilungsvorstand zu melden. Zur Aufnahme in die Abteilung für Maschineningenieurwesen und Elektrotechnik ist außer der im ersten Absatz näher bezeichneten Vorbildung der Nachweis einer 3jährigen vollwertigen Werkstattpraxis und einer 1jährigen Büropraxis oder einer mindestens 2jährigen vollwertigen Werk- stattpraxis und des erfolgreich abgeschlossenen Besuchs einer staatlichen höheren Maschinenbauschule bzw. einer gleichwertigen Anstalt erforderlich, Vollwertig ist die Werkstattpraxis nur dann, wenn sie den unter *) Wegen der Zulassung als ordentliche Studierende nach Erstehung einer Ergänzungsprüfung siehe die Fußnote S. 8, 10 stattätigkeit der ordentlichen Studierenden sinngemäß entspricht und für 3 bzw. 2 Jahre nachgewiesen wird. Über die Vollwertigkeit entscheidet die Abteilung für Maschineningenieurwesen und Elektrotechnik. ; Bei außerordentlichen Studierenden des Maschineningenieurwesens und der Elektrotechnik, die zur Aufnahme als ordentliche Studierende nach- träglich die Reifeprüfung ablegen, werden die vor die Ablegung dieser Prü- fung fallenden Studiensemester bei der späteren Umschreibung nicht an- gerechnet. Die vorstehenden Bestimmungen (Ziff. I u. 2) gelten auch für diejenigen Studierenden, welche von anderen Hochschulen auf die hiesige Technische Hochschule übergehen. Bei dem Übertritt ist außerdem das Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Hochschule vorzulegen. Über die Ausbildung der Gewerbelehrer ist das Nähere aus dem Studienplan S. 113 des Programms zu ersehen. Weitere Auskunft erteilt die Ministerialabteilung für die Fachschulen. Bis auf weiteres fallen die Vorlesungen und Übungen für Gewerbelehrer aus. Bestimmungen über das Studium von Ausländern. 1. Ausländer werden zugelassen, soweit dadurch die berechtigten An- sprüche deutscher Studierender und sonstige deutsche Interessen nicht verletzt werden. Vorbedingung für die Zulassung jedes Ausländers ist, daß sein Heimat- staat Gegenseitigkeit gewährt, d. h. daß in ihm die deutschen Reifezeugnisse in gleichem Umfang wie die entsprechenden inländischen Zeugnisse als aus- reichender Nachweis der schulwissenschaftlichen Vorbildung für die Zu- lassung zu seinen Hochschulen uneingeschränkt anerkannt und demgemäß Deutsche auf Grund solchen Nachweises in gleicher Weise wie Inländer tatsächlich zu seinen Hochschulen zugelassen werden. Die Zulassung von Ausländern erfolgt jeweils nur für das betreffende Halbjahr. 2. Den Gesuchen um Zulassung, in denen das beabsichtigte Studienfach genau zu bezeichnen ist, sind folgende Nachweise beizulegen: a) Ein Reifezeugnis, das im Heimatland des Gesuchstellers zur Zu- lassung zu dem betreffenden Hochschulstudium berechtigt und dem Reifezeugnis einer deutschen neunstufigen höheren Schule (Gym- nasium, Realgymnasium, Oberrealschule) gleichwertig sein muß. Befindet sich nicht schon auf dem Zeugnis selbst ein Vermerk über die Berechtigung zum Hochschulstudium in dem Heimatland, so ist über diese Berechtigung eine besondere Bescheinigung beizubringen. Für die Zulassung von Ausländern, die ein solches Reifezeugnis nicht besitzen, gelten besondere Bestimmungen. b) Der Nachweis ausreichender Kenntnisse in der deutschen Sprache. Dieser Nachweis kann bei allen Ausländern vorausgesetzt 17