Die Bedingungen für die Aufnahme sind: 1. der Nachweis des Reifezeugnisses*), 2. ein Zeugnis über sittlich gute Führung, 3. in der Regel das zurückgelegte 18. Lebensjahr, 4. bei Minderjährigen der Nachweis der Einwilligung des gesetzlichen Vertreters, _ der Nachweis der Ableistung des Arbeitsdiensthalbjahres, 6. der Nachweis der Ableistung der praktischen Tätigkeit (näheres s. Seite 13 und 14). Der Nachweis der sittlich guten Führung (Ziff. 2) ist durch ein Zeugnis der zuletzt besuchten Lehranstalt oder, falls der Eintre- tende im unmittelbar vorhergehenden Halbjahr eine solche nicht besucht hat, durch ein Zeugnis der Polizeibehörde seines letzten Aufenthaltsortes zu erbringen. Ferner ist bei der Aufnahme der Nachweis der Abstammung (arisch, nichtarisch) zu erbringen. Als nichtarisch gilt, wer von nichtarischen, insbesondere jüdischen Eltern oder Großeltern ab- stammt. Es genügt, wenn ein Elternteil oder ein Großelternteil der jüdischen Religion angehört hat. Reichsdeutsche nichtarischer Abstammung IL. deren Väter im Weltkriege an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben, sowie II. Abkömmlinge aus Ehen, die vor dem 25. April 1933 geschlossen sind, wenn ein Elternteil oder zwei Großeltern arischer Ab- kunft sind, werden hinsichtlich der Aufnahme wie Arier behan- delt. Als Frontkämpfer im Sinne der vorstehenden Ziffer I sind solche Personen anzusehen, die bei der fechtenden Truppe an einer Schlacht, einem Gefecht, einem Stellungskampf oder an einer Belagerung teilgenommen haben. Der Nachweis kann auf Grund von Eintragungen in der Kriegsstammrolle oder in der Kriegsrang- liste sowie durch eine Urkunde über Verleihung des Verwundeten- abzeichens erbracht werden. Die Teilnahme an den Kämpfen im Baltikum, in Oberschlesien, gegen Spartakisten und Separatisten sowie gegen die Feinde der nationalen Erhebung sind der Teil- nahme an den Kämpfen des Weltkriegs gleichzustellen. Es genügt jedoch nicht, wenn sich jemand, ohne vor den Feind gekommen zu sein, während des Krieges aus dienstlichem Anlaß im Kriegsgebiet aufgehalten hat. *) Abiturienten von 1934 werden nur aufgenommen, wenn sie im Besitz des besonderen Zeugnisses über die Hochschulreife sind. 10 Auf Grund des Gesetzes gegen die Überfüllung der deutschen Schulen und Hochschulen vom 25. April 1933 und der dazu ergan- genen Ausführungsbestimmungen darf der Hundertsatz der als nichtarisch geltenden Studenten nur bis zu 1,5 in den einzelnen Ab- teilungen betragen. Ein Anspruch auf Immatrikulation besteht für die Bewerber nicht. Die vorgelegten Zeugnisse und Urkunden verbleiben bis zum Abgang des Studierenden bei dem Rektorat. Von der Aufnahme als Studierende sind ausgeschlossen: 1. Personen, gegen deren sittliche Führung Bedenken be- stehen; 2. Angehörige einer anderen öffentlichen Bildungsanstalt; 3. Personen, die im Hauptberuf erwerbstätig sind; 4. im Dienst befindliche Reichs-, Staats- und Gemeindebe- amte, Geistliche und Offiziere. Jeder Studierende hat in die Abteilung einzutreten, welche auf den Beruf vorbereitet, dem er sich widmen will. Zum Übertritt von einer Abteilung in die andere ist die schrift- liche Genehmigung des Rektors einzuholen. Die Wahl der Vorträge steht den Studierenden frei; auch im Besuch der Übungen findet eine Beschränkung nur insoweit statt, als dies durch die Rücksicht auf die Erhaltung eines erfolgreichen Studiengangs geboten ist. Die Studierenden haben in jedem Halb- jahr mindestens vier gebührenpflichtige Vorlesungs- oder Übungs- stunden zu belegen. 8 Zur Aufrechterhaltung der Ordnung sind in den „V or- schriften für die Studierenden“ besondere Bestim- mungen getroffen. Über die Lebens- und Studienverhältnisse an den deutschen Hochschulen gibt der vom deutschen Studentenwerk, Berlin-Char- lottenburg 9, Tannenbergallee-30, herausgegebene „Deutsche Hochschulführer“ Auskunft. (Preis einschließlich Porto 1,15 RM.).. Über die Stuttgarter Verhältnisse im besonderen siehe unter D. Pflichtuntersuchung. Jeder neueintretende Studierende hat sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Diese Untersuchung wird durch die Vertrauensärzte des Stuttgarter Studentenwerks durchgeführt. Sie wird von dem Verbindungsführer des Chef A. W. verantwortlich überwacht. Jeder neueintretende Studierende wird zu der Unter- suchung rechtzeitig durch Anschlag an den Schwarzen Brettern in der Hochschule geladen. Die Termine der Ladung sind unbedingt einzuhalten. . 11