Die Untersuchung und die Feststellung des Gesundheitszu- standes des einzelnen Studierenden sind Voraussetzung zur Imma- trikulation. Wer sich der Untersuchung nicht unterzieht, oder sich weigert, der Ladung nachzukommen, oder unentschuldigt den Ter- min seiner Untersuchung versäumt, kann nicht immatrikuliert wer- den. Die bereits eingereichten bzw. ausgestellten Ausweispapiere können in diesem Falle vom Sekretariat der Hochschule nicht aus- gehändigt werden. Das Ergebnis der Pfilichtuntersuchung wird von den Ärzten in den Gesundheitspaß jedes Studierenden eingetragen. Diese An- gaben werden von den Ärzten vertraulich behandelt und nur den zuständigen Instanzen auf besonderen Wunsch zugänglich ge- macht. Leibesübungen. Über die pflichtmäßige Teilnahme an den Leibesübungen vom Winterhalbjahr 1934/35 ab gelten folgende Bestimmungen: 1. Alle zur Deutschen Studentenschaft gehörenden Studenten und Studentinnen sind verpflichtet, während der ersten 3 Semester an den Leibesübungen teilzunehmen. Als Übungsmaß sind 2 Übungszeiten wöchentlich von je 2 Stunden festgesetzt. . Zu den Pflichtübungen gehören Leichtathletik, Spiele, Geräte- turnen, Schwimmen, Boxen (für Studentinnen Gymnastik). . Die Teilnahme an den andern Übungsarten (Rudern, Tennis, Reiten, Fechten, Ringen, Jiu-Jitsu) gilt als Zusatzausbildung und wird nicht angerechnet. . Zur Teilnahme an den unter Ziff. 1 und 2 genannten Übungen sind Studierende, die im Winterhalbjahr 1934/35 im ersten Semester stehen, für 3 Semester verpflichtet, die im zweiten Semester stehen, für noch 2 Semester, die im 3. Semester stehen, für noch 1 Semester. . Über Befreiung von den Pflichtleibesübungen entscheidet der für die Pflichtuntersuchungen des studentischen Gesundheits- dienstes bestellte Arzt. Bei dem Gesuch um Ausstellung des Vorprüfungszeugnisses haben die Kandidaten den Nachweis entsprechend obiger Ziffer 4 bzw. 5 zu erbringen. Alles Nähere wird durch Anschlag am Schwarzen Brett be- kanntgegeben. 1. Ordentliche Studierende. Weralsordentlicher Studierender eintreten will, hat den Nachweis der erforderlichen Vorbildung durch das Reife- zeugnis einer deutschen ausgebauten höheren Schule oder ein son- 12 stiges ihm durch besondere Verfügung des Kultministeriums allge- mein oder für ein bestimmtes Fachstudium gleichgestelltes Zeug- nis*) zu erbringen. Wer seine Vorbildung im Auslande erhalten hat, kann als ordentlicher Studierende r aufgenommen werden, wenn er ein Reifezeugnis besitzt, das als gleichwertig mit den vorgenann- ten deutschen Reifezeugnissen anerkannt ist und im Lande seiner Ausstellung zum Studium an einer Technischen Hochschule oder an einer Universität als ordentlicher Studierender berechtigt. Zur Aufnahme in die Abteilung für Maschineninge- nieurwesen und Elektrotechnik ist überdies der Nach- weis einer mindestens sechsmonatigen Werkstattätigkeit zu erbrin- gen, wogegen das für die Hauptprüfungen vorgeschriebene zweite Halbjahr praktischer Tätigkeit in die Studienzeit fallen kann. Ausländer haben bei der Aufnahme eine mindestens einjäh- rige Werkstattpraxis nachzuweisen. ; Das Nähere über die Art der auszuführenden praktischen Tätigkeit siehe unter G 5 (Seite 109). . ; Zur Aufnahme als Studierender der Pharmazie wird der Nachweis der erstandenen pharmazeutischen Vorprüfung und der Zurücklegung einer mindestens einjährigen Gehilfenzeit in Apothe- ken des Deutschen Reichs verlangt. Letzterer Nachweis kann zur Zeit auch nach dem Studium erbracht werden. ) Die Diplomprüfungsordnung für Arc hite kt en fordert für die Vorprüfung eine sechsmonatige praktische Tätigkeit, wovon mindestens 5 Monate vor dem Beginn des Studiums abzulegen sind. Die praktische Tätigkeit soll nicht auf einem Architekturbüro, sondern auf dem Bauplatz und in Werkstätten ausgeübt werden, Das Nähere über die Art der auszuführenden praktischen Tätigkeit siehe unter G 2 (Seite 92). *) Bis auf weiteres sind gleichgestellt: a) die Reifezeugnisse der früheren NS ANESCHUIEN und der Staatl. Akademie für Technik in Chemnitz; b) das Zeugnis der 1. Volksschuldienstprüfung zusammen mit dem Zeugnis der Er- gänzungsprüfung, vgl. Verfügung des Kultministeriums über die TSG der Volksschullehrert*) zum Studium an den württ. Hochschulen vom 20. Apri 1927, ABI. Nr. 3, S. 23/24; c) die Zeugnisse über die Ablegung ‚der Ergän- zungsprüfung durch frühere Schüler höherer Fachschulen in Württemberg, Preußen, Bayern, Sachsen, Baden, Hessen und Braunschweig; vgl. Verfügung des Württ. Kultministeriums vom 20. April 1922, Nr. 5747, ABI. S. 139 und Verordnung vom 1. März 1929, Nr. 2596, ABI. S. 51; d) die Bescheinigung des Kultministeriums über die Zulassung zum Hochschulstudium ohne Reifezeug- nis auf Grund der Verordnung vom 15. April 1929, Nr. 4406. . 7) Die 88 1—3 dieser Verfügung finden auf Lehrerinnen, welche fie Dienstprüfung für die unteren und mittleren Klassen höherer Mädchenschu en mit Erfolg abgelegt haben, sinngemäße Anwendung (Min.-Verf. vom 22. Juni 1920, Amtsblatt S. 119). 13