VORWORT. ie Entstehung und Entwicklung unserer Staatseisenbahnen liefert den Stoff zu einem interessanten Blatt der württembergischen Geschichte, welches verdient, zu gegebener Zeit in Betracht und Beschreibung ge ­ nommen und thunlichst verbreitet zu werden. Der Zeitpunkt dürfte gekommen sein, nachdem der Verlauf des württembergischen Eisenbahnbaues das mensch ­ liche Erinnerungsvermögen hierfür nahezu erschöpft hat, derart, dass schon jetzt einzelne wichtige Begebenheiten der Vergessenheit, andere durch mehrfache Ueber- lieferungen groben Entstellungen anheimgefallen sind, welche, wie jene des Um ­ baues der Bahnhöfe Stuttgart und Ulm, weil der Sache und einzelnen Personen zum Nachteil gereichend, richtig zu stellen sind. Der Verfasser der Rückschau, welcher eingehendste Studien über das Eisen ­ bahnwesen und Studienreisen auf den bedeutendsten Eisenbahnen des Kontinents und Englands machte, 40 Jahre im Dienste der königl. württembergischen Staats ­ eisenbahnen, darunter 29 Jahre in den Kollegien des Baues und Betriebs thätig war, glaubt hierdurch das Material gewonnen zu haben, um sich gedachter Auf ­ gabe unterziehen zu können, zumal ausser der eigenen noch fremde Mittel zu seiner Verfügung gestellt waren. Als solche sind zu erwähnen: Die Akten der Eisenbahngeneraldirektion, welche dem Verfasser zur Kontrolle jener Aufzeichnungen überlassen waren, so ­ dann fachgemässe Beiträge freundlich gesinnter Männer und die ständischen Akten aus der Zeit von 1835 —1889. Die Akten der Generaldirektion hat der Ministerpräsident Freiherr v. Mittnacht dem Verfasser in hohem Wohlwollen zu gedachtem Zwecke überlassen, wofür der letztere hiermit seinen gefühlten ehrerbietigsten Dank erstattet. Erwähnte Beiträge wurden von Eachgenossen, Gelehrten etc. dem Unter ­ nehmen zugewendet; auch diesen verehrten Gönnern, vorab dem Professor Fraas, dem Direktor der Maschinenfabrik Esslingen, Baurat Gross, sowie den Beamten des ständischen Archivs, welche mit grösster Freundlichkeit allfällig dienlichen Stoff zur Verfügung stellten, sei herzlicher Dank ebenfalls gespendet. Die schriftliche Darstellung des Verlaufs unseres Eisenbahnbaues, welche Gegenstand der Rückschau ist, umfasst in ihrem Haupt- und technischen Teile die bestehenden Bahnen in sechs, nach der Reihenfolge ihres Entstehens ein ­ geteilten Zeitabschnitten zwischen 1835 — 1889, die Beschreibung und teilweise