6 9 wirtschaftliche Verkehrs- und sonst einschlägige Verhältnisse Erhebungen anstellen und sich Bericht erstatten, beauftragte aber auch ihre Techniker mit weiteren Studien, Terrainaufnahmen und Ergän ­ zungen der bisherigen Projektierungsarbeiten und zog zu deren Beratung den gedachten fremden Techniker bei. I. Bauperiode. Zweites Kapitel. Berufung des K. K. österr. Oberinspektors Negrelli aus Wien und dessen Begutachtung der vorgelegenen Projekte. Entsprechend der Ankündigung des Ministers wurde nach vorheriger Information nunmehr der K. K. österreichische Oberingenieur Negrelli aus Wien berufen und, neben der Revision der vorgelegenen Projekte mit Beantwortung einer Anzahl von Fragen beauftragt. Er sollte sich haupt ­ sächlich äussern i. über die Auswahl einzelner unter sich konkurrierender Bahnen; 2. über die Kon ­ struktion des Oberbaues; 3. über die Krümmungshalbmesser und Steigungen; sowie 4. über die Mittel zu Ueberwindung grösserer lokaler Schwierigkeiten, nämlich über: a) die Ueberschreitung des Enzthals, b) den Uebergang vom Neckar- ins Remsthal, c) die Ueberschienung der Alb auf der Linie Stuttgart—Ulm, und d) der Wasserscheide zwischen Ulm und Friedrichshafen, e) die Anlegung der Bahnhöfe, besonders des Bahnhofs Stuttgart, f) die Bauwürdigkeit der projektierten Linien überhaupt, g) die Baukostenanschläge und die hierauf bezüglichen Grundsätze. Indem sich Negrelli diesem Auftrag unterzog, nahm er unter Assistenz des hierzu befohlenen Oberbaurats v. Bühler zunächst Einsicht von den Plänen und Voranschlägen; sodann bereiste und besichtigte er mit v. Bühler die bislang projektierten Linien und erstattete im August 1842 hierüber Bericht an das Ministerium des Innern. Die Aeusserung Negrellis, der mit gespannter Erwartung entgegengesehen wurde, bestätigte im ganzen und in all ihren Teilen, dass von der Regierung der richtige Weg beschritten war, als sie nach genauer Untersuchung des Bedürfnisses und aller einschlägigen Verhältnisse ihre Pläne zuerst nur im allgemeinen aufstellte. Dabei konnte jedoch nicht übersehen werden, wie es immerhin nütz ­ lich war, von erfahrenen Technikern auswärtiger Verwaltungen die von den eigenen Beamten entworfenen und vorgelegten Arbeiten prüfen zu lassen. I- Bauperiode. Drittes Kapitel. Gutachten Negrellis. Das Gutachten Negrellis Hess im einzelnen erkennen, dass die diesseitigen Vorarbeiten von derjenigen Vollendung noch ziemlich entfernt waren, welche ein so folgenschweres und kostspieliges Unternehmen erfordert; dass aber auch Negrelli wiewohl mit grosser Sachkenntnis und praktischem Blick doch nicht immer mit eingehender Motivierung und wünschenswerter Gründlichkeit seine Aufgaben gelöst, die Projekte nicht richtig gestellt, nicht unmittelbar verbessert hatte. Negrelli empfahl wohl Aenderungen der bisher adoptierten Kurven und Gradienten, erläuterte, berechnete und