34 Wegen der zu überwindenden grossem Steigung sind in der Linie III. die Betriebskosten per Meile Fahrt um 8 kr. grösser, als in der Linie II.; dennoch ergibt sich in den Gesamtauslagen eine Differenz von 1636 fl. zum Vorteil der Linie III. 1 ). In Beziehung auf die Geschwindigkeit, mit welcher gleich schwere Züge auf den zwei Linien fahren können, dürfte kein merklicher Unter ­ schied stattfinden, weil bei Projekt III. die in der Richtung nach Ludwigsburg vorhandene grössere Steigung durch die im allgemeinen günstigere Beschaffenheit der Krümmungen wieder ersetzt wird. Die Vorteile, welche die Linie III. über II. darbietet, sind also dem Angeführten zufolge: 1) Sie ist um 2117 Fuss oder um 4 Prozent kürzer, und da 2) durch die Verminderung der Länge an keinem Punkte ein Mehraufwand für Erd ­ arbeiten, Brückenbauten etc. herbeigeführt wird, so kann man annehmen, dass die 2117 Fuss Eisenbahn, die nach Projekt III. weniger auszuführen sind, eine Ersparnis von wenigstens 50000 fl. bewirken. 3) Zu dieser Ersparnis kommt ein jährlicher Gewinn von 1636 fl. durch Verminderung der Betriebsauslagen, was einem weitern Kapitale von 40900 fl. gleichzusetzen ist. Da nun die Ausführung der Bahn in der kürzern Linie zugleich mit einer Ersparnis von 90900 fl. verknüpft ist, und da ferner die Vorteile, welche die mit dem Projekt III. verknüpfte günstigere Lage des Stuttgarter Bahnhofs der Stuttgart—Esslinger Sektion gewährt, auch der Ludwigs ­ burger Bahn zu teil werden, so gebührt offenbar auch für die Sektion Stuttgart—Ludwigsburg der von Oberbaurat Etzel projektierten Linie entschieden der Vorzug. Somit glaubt der Unterzeichnete, die ihm gestellte Aufgabe »durch eine auf Theorie und Erfahrung gegründete Erörterung darzuthun, welche von den drei, für eine Eisenbahnverbindung zwischen Esslingen, Kannstatt, Stuttgart und Ludwigsburg vorgeschlagenen Linien, besonders in Rücksicht auf den künftigen Betrieb, für die beste anzusehen sei,« erfüllt zu haben, und könnte er hier seinen Bericht füglich schliessen. Allein es scheint ihm, obschon es eigentlich nicht zu dem Zwecke der gegenwärtigen Untersuchung gehört, nicht ohne Interesse, hier eine kurze Berechnung über das Erträgnis der in Frage stehenden Bahn folgen zu lassen, unter Voraussetzung, dass sie in derjenigen Linie, die sich als die beste herausstellte, zur Ausführung komme. Zu diesem Behufe soll hier wieder ein Verkehr vorausgesetzt werden, wie er bereits im Verlauf der vorhergegangenen Untersuchung für die Vergleichung der Bahntracen als Massstab gedient hat, und in der That dürfte ein solcher Verkehr, wenn auch nicht sogleich nach Vollendung der betreffenden Sektionen, doch gewiss sehr bald nach vollendeter Herstellung der westöstlichen Staats ­ bahn zu gewärtigen sein. Die Annahme gründet sich auf die schon jetzt stattfindende Bewegung an Reisenden und Gütern zwischen den zu vereinigenden Städten und auf die Ergebnisse der Eisen ­ bahnen in andern Staaten. Zur Bestimmung des Tarifs wird man die Entfernung von Stuttgart nach Kannstatt = 1 Stunde, von Stuttgart nach Esslingen = 4 Stunden und von Stuttgart nach Ludwigsburg eben ­ falls = 4 Stunden rechnen können. Die Durchschnittseinnahme per Reisenden per Meile variiert auf den deutschen Bahnen zwischen 8 und 16 kr. und kann im Mittel für alle mit 12 kr. ange ­ nommen werden; der mittlere Frachtpreis für einen Zentner Güter per Meile wechselt auf den deut ­ schen Eisenbahnen zwischen 1 l jt und 2 kr. und stellt sich im Durchschnitt mit sehr nahe x 8 /* kr. heraus. Es kann demzufolge für die Königl. württembergischen Eisenbahnen die durchschnittliche *) Um zu zeigen, wie sich unter gleichen Voraussetzungen die v. Bühlersche Linie bezüglich der Betriebskosten verhalte, sind die letzteren nach derselben Methode, wie für die Linien II. und III. berechnet worden und das Resultat ist folgendes: Zahl der von den Lokomotiven in einem Jahr zu durchlaufenden Meilen 8907. Kosten der Bahnunterhaltung 19 245 fl. Allgemeine Regiekosten 8 000 ,, Eigentliche Transportkosten 61561 ,, Betriebsauslagen für ein Jahr 88806 fl. Dieses ist um 27508 fl. mehr, als nach dem Projekt III. — entsprechend einem Kapital von 687520 fl.