39 scheide der Rems. Wir haben bei der Ermittelung dieses Bahnzuges den v. Seegerschen Entwurf zu Grunde gelegt, welcher hinsichtlich seiner allgemeinen Disposition keiner wesentlichen Verbesserung bedarf, haben aber durch häufigeren Wechsel der Gradienten, und durch Brechen der geraden Linie, wo es not that, die bedeutenderen Arbeiten, welche jene Entwürfe noch enthielten, beseitigt. Der Tunnel durch die Wasserscheide der Rems konnte auf einen Einschnitt von 25 Fuss Tiefe reduziert werden, und jenseits der Wasserscheide senkt sich die Linie, dem Laufe des Aal ­ baches folgend, bei Aalen bis auf die Sohle des Kocherthaies. Was die von den Herren v. Seeger, Beyse und Vignoles teils geschätzten, teils berechneten Anlagekosten der Linien betrifft, welche den Gegenstand unseres gegenwärtigen Berichtes bilden, so vermögen wir dieselben nicht für die einzelnen Strecken derselben auszuscheiden, weil sie eines ­ teils sich auf verschiedene Voraussetzungen, andernteils auf eine andere Einteilung der Strecken gründen. 2. Linie von Aalen nach Sontheim. Generalmajor v. Seeger behielt in seinem Entwürfe die bei dem sogen. Blümle erstiegene Höhe für die Fortsetzung der Bahn von diesem Punkte über Aalen in das Kocherthal bei, wodurch er sich genötigt sah, das linke Gehänge des Aalbach- und Kocherthaies zu benützen, und da er zugleich möglichst gerade Linie durchzuführen suchte, auf der Strecke vom Blümle bis auf die Wasserscheide des Kochers und der Brenz beträchtliche Erdbewegungen erhielt. Von dort zieht sich die Linie mit durchaus günstigem Steigungsverhältnisse das Brenzthal entlang, östlich an Aufhausen, westlich an Schnaitheim vorüber, wo sich eine kleine Gegensteigung vorfindet, ferner östlich an Heidenheim durch Mergelstetten nach Herbrechtingen, welchen Ort sie südlich lässt. Weiterhin wird Giengen nördlich, Hermaringen nordöstlich passiert, und die Linie zwischen Sontheim und Brenz hierdurch der Landesgrenze zugeführt. Beyse legte, soviel sich aus den etwas unbestimmten Ausdrücken seines Gutachtens ent ­ nehmen lässt, von Aalen bis Sontheim die v. Seegersche Linie seinen Schätzungen zu Grund. Auch Vignoles erklärte sich im Prinzip mit der v. Seegerschen Linie einverstanden, und gibt nur hier wie sonst den Rat, durch sorgfältige Ermittelung der Linie im einzelnen Erdarbeiten und Bauten zu ver ­ mindern. Insbesondere scheint er auf die Passage nördlich von Giengen Wert zu legen. Auch durch unsere Untersuchungen erfuhr die Linie keine Abänderung von Belang. Durch Annahme eines Steigungsmaximums von 1:125 gelang es uns, alle grösseren Erdarbeiten und Bauten der v. Seegerschen Linie zu beseitigen und einen Teil der auf der Linie liegenden Ortschaften auf eine für den Verkehr bequemere Weise zu berühren, wie wir denn durch vergleichende Berechnungen ausser Zweifel gestellt haben, dass die Stadt Giengen südlich vortheilhafter passiert werden kann, als nördlich. 3. Linie von Sontheim nach Ulm. « Hinsichtlich dieser Linie liegen von dem Generalmajor v. Seeger keine Detailpläne vor. Dagegen haben die Herren Beyse und Vignoles Vorschläge hinsichtlich der Einzelheit der Richtung dieser Linie geliefert. Ersterer lässt die Wahl zwischen einer im Donauthale, teilweise auf bayrischem Gebiete, und einer andern über einen Teil der Alb, bei Albeck und Oberhaslach vorüber und durch das Oerlingerthal ganz auf württembergischem Gebiet nach Ulm zuführenden Linie. Letzterer spricht sich entschieden für die Thallinie aus, eine Ansicht, welcher auch wir beipflichten, indem wir den Beyseschen Vorschlag, mit Vermeidung des bayrischen Gebiets Ulm zu erreichen, vom technischen Gesichtspunkte aus keiner Beachtung wert finden. Zwar urteilt weder Beyse noch Vignoles anders als nach dem Augenschein. Indessen kann über die Richtung dieser Linie in der That so wenig Zweifel obwalten, dass wir, als wir uns der Untersuchung derselben unterzogen, eine detaillierte Vermessung derselben für überflüssig hielten,