69 Die Einzelbearbeitung der Pläne über die Nordbahn konnte nach Feststellung dieses Trennungspunktes ungehindert erfolgen, nicht aber auch diejenige der Westbahn. Nach den Be ­ schlüssen der Stände waren erst die Richtung und der Anschluss dieser an die badischen Bahnen mit dem Nachbarstaat zu vereinbaren und war ein Staatsvertrag hierüber abzuschliessen und den Ständen zur Genehmigung zu unterstellen, ehe zum Bau geschritten werden konnte, und so war deren Detailbearbeitung bis dahin zu unterlassen. II. Bauperiode. Zehntes Kapitel. Nordbahn. Technischer Referent: Etzel; Administrativreferenten: Autenrieth, Biihler; Bauperiode: 1845 —1848. Die grosse Geschäftslast, welche damals die Oberingenieure zu bewältigen hatten, lassen es erklärlich erscheinen, dass die an sich übrigens nicht sehr komplizierte Anlage der Nordbahn nicht auch von Etzel zugleich mit der Zentral- und Westbahn gefertigt werden konnte, und dass weitere Hilfe von ihm in Anspruch genommen werden musste. Um jedoch die Bearbeitung all dieser Bahnen in seiner Hand zu behalten, beantragte er die Projektierung der Nordbahn — übri ­ gens nur vorübergehend — in andere Hände zu übertragen, und ihm die Oberleitung derselben auch ferner zu belassen. Zu diesem Zweck brachteer in Vorschlag: den früher beim Bau russischer Bahnen beschäftigt gewesenen Professor Breymann an der polytechnischen Schule in Stuttgart zur Bearbeitung des Projekts heranzuziehen. Die Stadt Heilbronn, welche über einige Zeit Anstren ­ gungen machte, die Nordbahn als Privatbahn bis Ludwigsburg selbst zu bauen und nach Umständen auch zu betreiben, hatte Breymann als ihren Berater in dieser Sache berufen. Von dieser Stadt und von Etzel in Vorschlag gebracht, nahm sodann das Finanzministerium dessen Dienste in der Art in Anspruch, dass Breymann als Stellvertreter des Oberingenieurs einzutreten hatte, wenn dieser durch anderweitige Geschäfte hiervon abgehalten war. Etzel nahm die Vorarbeiten Breymanns zum Ausgangspunkt für die Feststellung des gene ­ rellen Projekts über die Nordbahn. Schon oben ist gezeigt, wie er die Trennung der Nord- und Westbahn nach Bietigheim verlegt hatte. Durch Anschluss an diesen Punkt und ferner an den Bahnhof Ludwigsburg, an die Station Tbamm, den Bergrücken bei Kirchheim, und den Bahnhof Heilbronn, sowie durch die Lage des Neckars bei Besigheim und Heilbronn war die Richtung für die Nordbahn gewissermassen bedingt. Mit der ihm eigenen Klarheit, Sachkenntnis und Pünkt ­ lichkeit hat Etzel den Breymannschen Plan geprüft und des näheren festgestellt, auch Einleitung getroffen, dass für dessen Detailbearbeitung und Ausführung aufgestellt wurden die Bauämter und Bauamtsvorstände 1) Ludwigsburg mit Baukondukteur Heinle; 2) Besigheim mit Bauinspektor Wild; 3) Heilbronn mit Baukondukteur Bertsch, und 4) das Hochbauamt Heilbronn mit Bauinspektor Fuchs, welche sofort nach Genehmigung der generellen Projekte und des summarischen Ueberschlags die Detailbearbeitung des Projekts aufnahmen. Diese Arbeiten, wie auch die Bauausführung nahmen ungestörten, regelmässigen Verlaüf und es konnte die Bahn nach Heilbronn schon am 25. Juli 1848 in Betrieb gesetzt werden. Einzelstrecken und hauptsächliche Bauwerke sind hierbei zur Aus ­ führung gekommen: