Vorhalle des Bahnhofs in Stuttgart. dass auf grössere Strecke die Steigung i : 125 auf 1 : 100 gesteigert und die so gewonnene hori ­ zontale Mehrlänge dem Bahnhof beigelegt wurde. Diese Anordnungen wurden jedoch in anbetracht des vorgelegenen Bedürfnisses und des immer wachsenden Verkehrs als genügend nicht erkannt, und wurden die genannten Referenten mit einer wiederholten Bearbeitung des Bahnhofprojektes beauftragt. Zugleich wurde auf Antrag des Direktors v. Dillenius den beiden Oberingenieuren der Baurat Morlok als dritter Referent beigegeben; auch wurde verfügt, dass der Ausarbeitung des neuen Planes der Besuch aller bedeutenden Bahnhöfe in Deutschland, Oesterreich, Italien, Frankreich, Belgien, Holland 'und England durch die genannten drei Oberingenieure vorausgehen und dass für Bearbeitung des Plans die bekannten und gewöhnlichen, oder auch ungewöhnliche Formen und Anordnungen in Anwendung gebracht werden sollen, wenn die vorhandenen Flächen ausserdem unzureichend sein sollten. Die genannten Techniker, nachdem sie ihre Studienreisen vom April bis Ende September 1862 ausgeführt und das vorhandene Bedürfnis wiederholt untersucht hatten, stellten nun (1862) in gemeinschaftlicher Arbeit ein Programm auf, welches auf andere Grundlage als desjenigen vom Jahre 1861, nicht blos für den damaligen, sondern auch für den künftigen Verkehr Vorkehrung traf. Die Untersuchung des Bedürfnisses ergab nach Ausscheidung des Raumes für Güter- und Rangierdienst eine Länge der einzulegenden Personengeleise und Perrons, welche für diese Be ­ dürfnisse nur zur Hälfte vorhanden waren; es war unmöglich, in einer und derselben Linie die Länge der Aufstellungsgeleise für die grösseren Personenzüge, noch weniger aber für Güterzüge zur Benützung zu erhalten. Weil der Raum in der Breite dagegen reichlicher vorhanden war, konnte mittels seitlicher Gruppierung zweier Reihen Wartesäle und Perrons für den Personendienst Fürsorge getroffen werden. Zu beiden Seiten eines Mittelgangs angelegt, verschafften sie dem Personenbahnhof die doppelte Leistungsfähigkeit einer einbündigen Anlage.