121 waren, beruhten zum grossen Teil auf unsicheren Schätzungen, zu deren richtiger Beurteilung die Erfahrungen noch nicht genügend gesammelt waren. Immerhin war es sehr verdienstlich von Minister v. Knapp, dass er sich durch diesen Widerspruch der Kammern nicht abhalten Hess, die Erbauung weiterer nützlicher Bahnen, und zwar nach dem Programm des Ministeriums Schlayer, eifrigst zu betreiben. Wie von ihm, so auch von seinem Nachfolger Staatsrat v. Sigl, wurden Ziele verfolgt, welche unbedingt dem Lande zum Nutzen und Segen waren, zumal auch korrekte Verwaltungs ­ wege aufs strengste eingehalten, z. B. alle Verträge gewissenhaft durchgeführt wurden. So wurde nun die dritte Periode derart abgeschlossen, dass mit Recht den leitenden Mi ­ nistern allgemeine Anerkennung zu teil wurde, deren Eifer und Umsicht, und der sorgfältigen Durch ­ führung der v. Schlayerschen Bestimmungen des Verfahrens bei Plazierung und Ausführung der Stamm- und einiger weiteren Bahnen ist es auch beizumessen, dass sich die Rente bis 1858 auf 6,92 °/o durchschnittlich, von 1854 bis 1864 auf 5,5 °/o hob. III. Bauperiode. Zwanzigstes Kapitel. Hingang des Königs Wilhelm I. von Württemberg und Thronbesteigung des Königs Karl I. Im Jahre 1864 hatte das Land einen herben Verlust zu beklagen; am 21. Juni 1864 starb der Schöpfer des württemb er gischen Eisenbahnwesens, der mit klarem Blick die Zeitverhältnisse erkannte, und denselben nach allen Richtungen Rechnung tragend, die Eisenbahnen in sehr grossem Umfange ins Leben rief, in Staatsverwaltung nahm und auch zu Zeiten in derselben behielt, als hohe Staatsbeamte und ein Teil der Volksvertretung dieselben der Erbauung und dem Betrieb ein ­ zelner Privatgesellschaften überlassen wollten. An demselben Tage bestieg sodann König Karl I. den Thron seiner Väter, um ebenso in wohlwollender und einsichtsvoller Fürsorge dem neuen Verkehrsmittel Erhaltung, Fort- und Durch ­ bildung zu sichern. Höchstderselbe verlegte die Verwaltung der Eisenbahnen mit den übrigen Verkehrsanstalten von dem Ministerium der Finanzen in dasjenige der auswärtigen Angelegenheiten, womit nunmehr die IV. Bauperiode beginnt. 16