10 walles dahinzieht. Es ist der Rand des Beckens von Szetschwan, durch den sich der gewaltige Yangtsestrom in 7—800 km langen, immer tiefer sich, einschneidenden Kurven, mit Landschaftsformen, die an Großartigkeit an die Fjorde Norwegens erinnern, seinen Durchbruch nach Mittelchina bahnt. Wie der Küstenbogen durch ­ schneidet auch hier dieser Randabfall das sonst vorhandene Ge- birgsgerüst Chinas. Und ganz ähnlich geschieht es auch weiter im Süden. Auch in den Provinzen Kweitschou und Yünnan ist in dem dortigen Mittelgebirgslande eine niedrigere östliche und eine bis gegen 2000 m höhere westliche Stufe zu unterscheiden. Hier, in Südkansu, Szetschwan und Yünnan, schließt sich dann endlich im Westen noch eine letzte Höhenstufe an, die gewaltigste, die Asien kennt, das tibetische Hochland, mit Rändern, die sich stellenweise bis über 7000 m emporrecken, mit einer Durchschnittshöhe der dar ­ an sich anschließenden Plateaus von 4000, ja 5000 m. Und noch ein zweiter geographischer Zug größten Stils faßt die Landschaften, die wir ins Auge fassen, zu einer großen natür ­ lichen Einheit zusammen. Ein klimatischer: der große Jahreszeiten ­ wechsel der ostasiatischen Monsunwinde. Im Winter fließt aus dem kontinental überkühlten Inneren Asiens die unter schwerem Druck stehende Luft in im Mittel süd ­ östlicher Richtung, also als Nordwestwinde, nach dem wärmeren, von leichterer Luft überlagerten Meer ab. Im Sommer ist es umge ­ kehrt. Die vegetationsarmen Wüsten und Steppen Innerasiens er ­ hitzen sich stark, die über ihnen aufgelockerte Luft steigt empor und aus dem Gebiet des jetzt relativ kühleren Meeres mit schwerem Luftdruck strömt sie in nordwestlicher Richtung, also als Süd ­ ostwinde, nach dorthin. Dies System, einem ungeheuren Wechsel von Gezeitenströmen ähnlich, beherrscht ganz Japan, China und die Mandschurei. Im Winter bringen die Nordwestwinde aus Inner ­ asien Kälte heran. Am meisten natürlich im Norden. In den nörd ­ lichen Teilen der Mandschurei herrschen sibirische Kältegrade. Aber auch noch im nördlichen China frieren die Gewässer mehrere Mo ­ nate zu, schärfere Kälte herrscht, als wir sie in dem erheblich nörd ­ licher gelegenen Mitteleuropa kennen, und die Vegetation kommt zum völligen Stillstand. Ja auch in Südchina wird die winterliche Temperatur sehr viel stärker herabgedrückt, als es in den ent ­ sprechenden Breiten des Abendlandes der Fall ist. Im südlichen Kiangsi, in Breiten des mittleren Ägypten, habe ich im Januar in geringer Meereshöhe wiederholt Fröste erlebt; in Kanton, unter