12 und dort gegen die Steppe vorzuschieben; allein es geschieht mit unsicheren Erträgen. Auch die Mandschurei hat sich infolge dieser Sommerregen als für den Ackerbau braudibar herausgestellt. Und so kommt es, daß das ganze Ostasien ein gewaltiges Gebiet einer großartigen Acker ­ baukultur und festen Ansässigkeit gegenüber den Nomaden- oder Jägerkulturen Inner- und Nordasiens geworden ist; mit allen be ­ deutsamen Begleiterscheinungen des Reichtums, der geistigen Er ­ rungenschaften, der Menschen Vermehrung; eine der großen Haupt ­ regionen der Entwicklung der menschlichen Gesittung. Es sind auch weitgehend die gleichen Methoden des Bodenbaus: Pflug, Düngen, Bodenterrassierung, künstliche Bewässerung, die wir überall hier finden; es sind, den Varianten des gemeinsamen Klimas entspre ­ chend, auch die gleichen Nutzpflanzen, deren sich diese Kultur be ­ dient: Weizen in den nördlichen, Mais und Reis in den mittleren, Zuckerrohr in den südlicheren Teilen. Daneben die Baumwolle, der Maulbeerbaum als Grundlage der Seidenzucht, der Tee, der das Nationalgetränk in China wie J apan liefert, der Bambus mit seiner erstaunlichen Vielverwendbarkeit. Auch die Nutztiere sind weit ­ gehend die gleichen und auch die verhältnismäßige Sparsamkeit ihrer Verwendung im Vergleich mit der abendländischen Welt. So nimmt es nicht wunder, daß die Kultur dieser in sich so ähn ­ lichen, gegen außen so abgesonderten Welt so große Gemeinsam ­ keiten aufweist. Um so weniger, als auch rassenmäßig in der Be ­ völkerung, die Träger dieser Kultur ist, starke Ähnlichkeiten vor ­ herrschen. Die Hauptmasse der Bevölkerung Ostasiens ist mongo ­ lischer Art; doch sind andere Elemente beigemischt, die dann mehr oder minder von der mongolischen Rasse assimiliert wurden. In Japan unterscheidet man in der Hauptsache drei Bestandteile. Eine Urbevölkerung, die wohl in den Ainos von Yesso noch unvermischt erhalten, sonst aber in den späteren Einwanderern aufgegangen ist. Dann mongolische Stämme, die über Korea hereinkamen. End ­ lich wohl ein malayisches Element, das zur See vom Süden kam und zunächst hauptsächlich die wärmeren Teile des Landes be ­ siedelt hat, von denen dann die herrschende Staats- und Volks ­ bildung ausgegangen ist. Man schreibt dem malayischen Ein ­ schlag im japanischen Volk jene eigentümliche Abgeneigtheit, ja Unfähigkeit der heutigen Japaner zu, trotz des Bevölkerungs ­ druckes im eigenen Lande und trotz der von der Regierung ihnen gebotenen Vorteile, in ihrem eigenen Nordlande Yesso, in Korea