13 oder in der Mandschurei in größeren Massen zu siedeln. Der Kälte des dortigen Winterklimas sind sie nicht gewachsen. Zur Zeit wenigstens nicht. Es hat sich gezeigt, daß das japanische Volk sich zwar mit erstaunlicher Raschheit, in zwei bis drei Menschenaltern, geistig der europäischen Zivilisation und ihren Anforderungen an ­ passen konnte, körperlich aber nicht oder noch nicht den klimati ­ schen Bedingungen des ihnen für ihre Volks Vermehrung zur Ver ­ fügung stehenden Kolonisationsgebietes. Chinas herrschende Bevölkerung, diejenige, die die chinesische Kultur und den chinesischen Staat geschaffen hat, tritt uns zuerst im Norden des Landes entgegen. Soweit wir sie heute mit Sicher ­ heit zurückverfolgen können, finden wir sie in den Lößgebieten des mittleren Hwangho und seines Nebenflusses Weiho. Woher sie ge ­ kommen sind, ist heute noch eine offene Frage, nachdem die Richt- hofensche Theorie ihrer früheren Beheimatung in den Oasen des Tarimbeekens von der neueren Sinologie verlassen worden ist. Die im vorigen Jahr gemachten, Aufsehen erregenden Funde von Re ­ sten eines prähistorischen Urhöhlenmenschen in der Nähe von Pe ­ king, die entwicklungsgeschichtlich mit dem Pithekanthropos von Java oder dem Neanderthaler auf eine Stufe gestellt werden, kön ­ nen uns hier nicht weiter helfen als etwa der Neanderthaler für die Herkunft der Germanen. Von Nordchina aus hat dann das dort herrschende Volk zuerst die Nachbarn der Ebenen am mittleren und unteren Yangtse unter ­ worfen und assimiliert; sodann die des Gebirgslandes von Süd- und Westchina. Diese Völkerschaften sind den Chinesen wohl nahe verwandt, aber doch nicht identisch mit ihnen gewesen, so daß noch heute mannigfache Mischungen innerhalb der chinesischen Bevölke ­ rung erkennbar sind. Ja in gewissen Gegenden des inneren Südens und an den Grenzen nach ff ibet hin ist heute noch die Assimilierung erst in den Anfängen. Im äußersten Südosten ist vielleicht auch wie in Japan malayisches Element von Übersee mit hineingekommen. So kommt es, daß trotz außerordentlich starker Kultureinheit der chinesischen Menschheit heute doch sehr starke Unterschiede darin erkennbar sind, wie sie sich ja schon durch die großen, bis zur Unmöglichkeit des gegenseitigen Verstehens gehenden Dialekt ­ unterschiede deutlich machen. Insbesondere glaubt man zu erken ­ nen, daß die Nordchinesen sich von denen des ausgesprochenen Südens ähnlich stark und zum Teil auch ähnlich charakteristisch unterscheiden wie die Nordeuropäer von Südeuropäern, etwa die