2 17 darunter den höchsten Gipfel des Landes, der zugleich einer der schönstgeformten Berge der Erde ist, den Fujiyama, der vom Meeres ­ spiegel bis zu nahezu 4000 m emporsteigt. Wundervolle, überaus mannigfaltige Wälder bedecken ihre Flanken, Wasserfälle stürzen hernieder, stimmungsvolle Seen breiten sich aus, das Meer umspült das vielgestaltige Gestade in reizvollen Buchten, kurz eine hohe landschaftliche Schönheit ist über Japan ausgegossen, die zweifel ­ los viel dazu beigetragen hat, um die hochentwickelte ästhetische Seite der japanischen Kultur hervorzurufen. Neuerdings tritt aber auch das Ungünstige dieser Gebirgsbildung mehr und mehr hervor. Ihre jugendliche Vielgestaltigkeit ebenso wie ihre vulkanische Na ­ tur hängen zusammen mit dem stufenförmigen, von Bogenschwin ­ gungen begrenzten Bau Ostasiens, der gerade hier in Japan auch in der Gegenwart noch in sehr lebhafter Weiterbildung begriffen zu sein scheint. Damit hängt auch das sehr häufige Auftreten von Erdbeben zusammen. Diese Erdbeben sind eine vertraute Erschei ­ nung in der Geschichte des japanischen Volkes; die Bewohner haben sich z. B. seit alters mit ihrem Häuserbau aus Holz und Papier dar ­ auf eingerichtet. Je mehr aber die Bevölkerung wächst, je stärker die Besiedlung wird, je größer die in allerlei moderne Arbeiten hinein ­ gesteckten Kapitalien werden, je mehr die fortschreitende Zivili ­ sation zu andersartigen Bauten zwingt, um so schwerer werden die Folgen dieser Erdbeben. Wir haben in jüngster Vergangenheit ge ­ sehen, wie furchtbar solche Katastrophen in Japan sein können. Sie hemmen naturgemäß die Entwicklung des Landes in bedeuten ­ dem Ausmaß, und ihre Unberechenbarkeit schwebt wie ein dauern ­ des Verhängnis über seiner Zukunft. Andererseits scheint es doch auch, als ob gerade sie den besten Eigenschaften des japanischen Volkes, seiner glühenden Vaterlandsliebe und patriotischen Opfer ­ willigkeit, besondere Gelegenheit geben, sich immer von neuem zu entfalten. Aber noch in anderer Hinsicht ist die Bodenbildung J apans recht ungünstig. Das Gebirgsland, das sich dem Ackerbau durch seine Rauheit und Geländeschwierigkeit entzieht, nimmt nahezu 50 % des gesamten Landes ein. Auch von dem übrigbleihenden flachen Lande entzieht sich noch ein großer Teil des Bodens der Bestellung, so daß nur 17 % des Ganzen zur Ernährung des Volkes durch den Ackerbau übrig bleiben. Seit alters hat deshalb der durch die Küsten ­ bildung und den Fischreichtum des umgebenden Meeres geförderte Fischfang stark für den Unterhalt der Japaner herangezogen wer ­