39 dort haben die großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten stärkste inner politische Spannungen zur Folge gehabt, wie u. a. die verschie ­ denen Attentate der letzten Jahre gezeigt haben, die bald hervor ­ ragende Wirtschaftsführer, w'e den ausgezeichneten Dr. Takuma Dan, den Leiter des größten japanischen Wirtschaftskonzerns, der Mitsui-Gesellschaft, bald die maßgebendsten Vertreter der Regie ­ rung und politischen Parteien betroffen haben. Inzwischen ist Japan in schwierigste außenpolitische Wirrnisse und Fährlichkeiten geraten: die Verwicklungen mit China, das sein weitaus wichtigster Absatzmarkt ist, die Kämpfe in der Mandschu ­ rei, der unvermindert fortbestehende Gegensatz zu Rußland u. a. m. sind sehr ernsthafte Gefahrenquellen — unter Umständen nicht nur für Japan, sondern auch für andere, einstweilen nicht unmittel ­ bar betroffenen Gebiete der Welt. Gerade so wie Europa an der durch den Krieg und Versailles herbeigeführten Lage Deutschlands und an dem unbefriedigenden Verhältnis Deutschland/Frankreich krankt, geradeso leidet Ostasien unter dem gespannten Verhältnis zwischen Japan und China. Ver ­ ständigen sich diese beiden zwar ungemein verschiedenen, aber für die Weltwirtschaft und Weltpolitik gleich wichtigen Länder, so wird für die ökonomische Entwicklung des Fernen Ostens unge ­ mein viel gewonnen sein. Kommt ein Ausgleich der Spannungen nicht zustande, dann wird das weitgehend dazu beitragen, daß die so dringend notwendige wirtschaftliche Gesundung der Welt zum Nachteil fast der gesamten Menschheit weiter auf sich warten lassen wird. III. Korea. Die Hand Japans, das sich 1910 Korea einverleibte, seine Kolonisierungs- und Verwaltungsmethoden haben während der letzten zwei Jahrzehnte oft bitter hart auf dem koreanischen Volke gelastet. Es ist viel Zwang, viel Polizeiwillkür, viel allzu überlegene Macht angewendet worden, um Korea zu „befrieden“ und es wirtschaftlich zu erschließen. Die naturgemäße Folge ist ge ­ wesen, daß sich in weiten Kreisen des an sich unendlich ruhigen, fast lethargischen, gutmütigen und gerade auch uns Europäern sympathischen koreanischen Volkes eine erhebliche Abneigung gegen J apan und sein Regiment herausgebildet hat. Das ist mensch ­ lich ebenso verständlich wie das Mitgefühl, das man als Europäer mit den Koreanern haben muß.