legtes Programm, auf der anderen Seite Chinas: stumpfe Lethargie, staatlidre und volkliche Willenlosigkeit und Unfähigkeit, völliger Mangel an Entschlußkraft, Widerstand gegen die Fremden im kleinen und großen ohne Wehrhaftigkeit, ein Sichgehen- und Sich- ziehenlassen, ein Herumgeworfenwerden, das schließlich in völliger Ratlosigkeit und Hilflosigkeit zu enden scheint. Am Beginn dieser Entwicklung steht allerdings eine Tat, deren sich Europa und insbesondere England nicht zu rühmen braucht: der Opiumkrieg an der Wende des 3. und 4. Jahrzehnts, in dem England dem widerstrebenden China jenes indische Opiumgift auf ­ zwingt, das späterhin den Volkskörper zermürbt und vergiftet und das man in Genf und in Nanking heutzutage vergeblich sich be ­ müht zu verbieten, zurückzudämmen oder auszulöschen. China verliert diesen ersten Krieg mit den Fremden und bezahlt ihn mit der erzwungenen Öffnung einiger seiner Häfen, vor allem Hong ­ kongs und Schanghais. Die Mandschudynastie hat zum ersten Male ihr „Gesicht verloren“. Letzten Endes ist die zehn Jahre lang wü ­ tende Taipingrevolution eine Folge dieser Niederlage, ein erstes Aufbäumen des chinesischen Volkes gegen die unfähige Führung und gegen die als Ehrenkränkung empfundene, die chinesische Vor ­ machtstellung in Ostasien bedrohende Schwäche gegenüber den von außen kommenden Mächten, die man doch in der chinesischen Volks ­ vorstellung und Staatstheorie bislang nur als dem Mittelpunkt der Welt und dem Himmelsthron tributäre Vasallen zu sehen gewohnt war. Die Mandschudynastie vermag die Taipingrebellion nur mit geldlicher und militärischer Hilfe eben dieser Fremden niederzu ­ werfen und bezahlt wiederum — tragische Verflechtung! — mit der Öffnung weiterer Häfen, mit weiterer Einengung ihrer Souveräni ­ tät, mit weiterem Verlust an innerem Ansehen. Der Verlust des chinesisch-japanischen Krieges führt um die Jahrhundertwende zum Boxeraufstand und zum zunächst scheinbar geglückten Versuch der Mandschus, diese Wiederholung der Taipingrebellion, also einer inneren antidynastischen Erhebung, durch die Entfesselung der Wut gegen die Fremden außenpolitisch umzubiegen. Aber die Waf ­ fen und Kriegsmittel der Fremden sind stärker. Nachdem schon die Schimonoseki-Einmischung der Fremden zu Gunsten Chinas 1897/98 mit langdauernden Landverlusten durch „Verpachtungen“ an die Deutschen, Russen und Franzosen und dann auch an die Engländer bezahlt werden mußte, ist auf der anderen Seite der Erfolg der Japaner — ihrer Waffen im russisch-japanischen Kriege