A* Wasserscheide bei Aalen im sogenannten Welland vom Kocher- gebiet getrennt ist, und von seinen nördlichen und südlichen Hängen sind aus den Orten der Freiherrn v. Wöllwarth, dem beträchtlichen Gebiete der Reichsstadt Gmünd, aus den Rech- berg’schen Herrschaften zahlreiche Ordnungen überliefert. Ein- zelne Rechberg’sche Orte liegen schon jenseits der Wasserscheide zwischen Rems und Fils an den Hängen des Fülstals. Die ganze eben beschriebene Landschaft — mit Ausnahme der Ellwanger Berge und der Höhen nordwestlich von Gmünd, wo sich überwiegend nur Weiler und Höfe finden — ist besonders reich an alten Gewanndorfansiedlungen‘) mit den alten Orts- namen auf -ingen und -heim. In den meisten dieser Dörfer ist neben dem Besitz grösserer Herrn wie der Grafen von Öttingen, der Grafen von Dillingen und ihrer Nachfolger, der Grafen von Helfenstein, der nach den Orten sich benennende kleinere Adel (in der neueren württembergischen Literatur treffend als Ortsadel bezeichnet) nachweisbar. Sein Besitz geht aber im Laufe der Zeit immer mehr an zahlreiche nahe und entfernte Klöster, an die grösseren Herrn und an die Reichs- städte bezw. die pia corpora in denselben über. Doch erhielt sich eine Reihe ritterschaftlicher Herrschaften in dem Gebiete. In den einzelnen Dörfern aber blieben öfters zahlreiche Grund- herrschaften mit sehr verschiedenem Besitz und Rechten als reine Grundherrn oft nur einiger Sölden, als Mitberechtigte an der eigentlichen Dorfherrschaft, als Inhaber einer mehr der bayerischen Hof- und Dorfmarkgerichtsbarkeit als der Vogt- herrschaft und Mitvogtherrschaft (Kondominat) im übrigen Schwaben ähnlichen Gerichtsbarkeit nebeneinander. Mit Ausnahme eines Teils der rechbergischen Herrschaften gehörte das ganze Gebiet zur Augsburger Diözese. Württemberg besass hier, wo die Vereinigung zahlreicher Herrschaften der verschiedensten Art auf kleinem Umkreis ein Büld der politischen Gestaltung des schwäbischen Kreises über- haupt gibt, vor den Umwälzungen am Beginn des 19. Jahr- hunderts nur das Oberamt Heidenheim und die obengenannten Klöster. ') Vgl. hierzu Meitzen, Siedelung und Agrarwesen, 1885, Bd. 1, 8.418 ff. und die Abschnitte über deutsche Besiedlung bei den einzelnen Oberämtern in Das Königreich Württemberg. Eine Beschreibung usw., Bd, 3 (Jagstkreis), von K. Weller.