116 Weberchronik von Clemens Jäger graben, rinckmauren, bollwercken, Kasteien, auch pflöstren, prunnen- werck, seuberung der statt, laitung des Lechs und andre notwendige fachen [unter sich haben und haben die hiefür gemachten arbeiten^ an des rats allerlai sorten besölter diener zu betzalen*—- dis alles die Herren baumaister aus krafft des rats in irem baumaisterampt zu -> verrichten befelch tragen, man hat darneben auch» des rats geschworen ampt, wölichs seine sondre conditiones und ordnung hat, die verfor- tailigung in den bürgerlichen gepeuen zu verhieten, wöliches, ainem erberen rat und dem freien stand zu ehren, billich hierinnen nit ver ­ gessen werden soll 2 . * Das römisch censorisch und sittenrichterampt Zudem hat der römisch senat ain ampt, dem gemainen nutz vast dienstlich, im geprauch gehapt, wöliches auch von dem rat zu Rom mit sondren redlichen, tapferen Herren des rats von der gemaind und den patricibus besetzet worden ist. dises ampt ist hernacher über 15 ain lange zeit aus Ursachen, daß die tugent bei den Römern ver ­ fallen wollte, zu halten angefangen worden, domit die tugent und a) tragen und haben, darneben auch b. gemacht werden möge und nicht, wie geschehen, gewartet, biß aus einem kleinen ein grosser schaden werde. 3) Weilen auch der gemainen stadt sehr vil, ja das meiste daran gelegen, daß die zufuhr auf dem Lech und Wertach wohl versorget, als sollen die Herren baumeistere immer und immer solchen bau denen mit Baiern habenden Verträgen gemäß erhalten und den geringsten anlaß nit geben, daß mit Baiern einiger aufstoß zu besorgen. 4) Sollen die Herren baumeistere aus die wassertürm durch ire unterhabende brunnenmeister, pallier samt iren tagwerckern sorgen, da ­ mit alles in guetem gang erhalten werde, auf daß sich kein Kurzer wegen seines zu geben habenden wasserzins zu beschweren habe rc. 5) Sollen gleichfalls die Herren baumeistere auch auf das Pflaster der stadt durch ire underhabende pslastermeister, pallier und gesind samt karren, damit das Pflaster sauber und gut erhalten werde, szu achtens veranstalten. 6. Sollen sie auch alle und jede bediente ordenlich, nachdem sie bei iren ämtern, wohin sie gehören, aufgenommen worden, einschreiben, teils um inen ire besoldungen zu bezalen, teils aber— das Gott gnädig abwenden wolle—, da ein feuersbrunst aufkäme, jeder wüßte, was er zu verrichten und zu tun haben möchte." (Cgm. 2730.) — Auch den Baumeistern wurde nach der Amtsordnung von 1466 für jede Sitzung ein Sold von 16 Pfennigen bezahlt (später mehr). 1. Das Konsulatbuch Jägers enthält tol. 37 ein Vollbild, das die Baumeister ­ stube und die die Handwerker bezahlenden Baumeister darstellt. Diese Auszahlung geschah in der Regel am Samstag oder Montag jeder Woche. 2. Dieses Amt versah eine Baukommission, bestehend aus Ratsherren und „gschworenen", vom Rate bestellten Werkleuten, die alle bei diesem angezeigten Bauprojekte zu prüfen, zu begutachten und darauf zu dringen hatten, daß bei der Ausführung die baupolizeilichen Vorschriften eingehalten würden.— Vgl. Schu- mann S. 148.