236 Weber chronik von Clemens Jäger zeucht hinaus, unsern baurn wider den bischof zu hilf. es warend aber unsere söldner, statvogt und andere unser besoldten vom adel mit 96 Pferden und ainem Haufen Schweitzer, gut gesellen, in 200 starck, zuvor hinaus, die iren anschlag auf des bischofs volck gemacht Jetten 1 . in disem zug feind alle zunften under irem fanen getzogen, r und habend die von Webern mit 323 mann und 21 mann zu roß dar ­ under aus irer zunft sampt andern, inen zugeben, mit bevelch, Nie ­ mands umbkeren zu lassen, den nachzug gehabt. Als aber der bischof solchs an seinem herabziehen erkundigt, hat er sich in ain theding gegen Augspurg begeben und sein vordrung u> und streit gentzlich nachgegeben^, dessen sich der bischof und das capitel noch bis auf disen tag beschemen muessen. Unser statvogt und burgermeisterb habend die guetigkait erlangt und das volck widerumb anheims beschaiden. der bischof het sich solcher behender gegenwöhr gegen uns nicht versehen, o Augspurg, 15 hab acht, daß du nicht verfortailt werdest. 1491. [125a] In disem jar ist durch ainen e. rat das statgericht abermalen in seiner besetzung geendert worden, nemlich also: daß von Herrn zwen, 1. Wie die Stadt in die Händel hineingezogen wurde, berichtet am ausführlichsten Schröder S.590sf. — Zu dem „Auszug" der Augsburger s. Sender 58,17 (unter dem unrichtigen Jahr 1492); Demer inAnm. 3 zu Sender; Walther (Rem) im Anhang zu Sender S. 408, 13; Jägers Chronik I, Bl. 242a; Cod. lat. der Staatsbibl. in München 1721 S. 240; Gasser c. 1710; StettenS.231 und die bei Schröder S. 589 Anm. 60 außerdem noch aufgeführten Quellen. Ferner das Schreiben des Rates der Stadt Augsburg an die Bürgermeister Sigmund Gossenbrot und Ludwig Hoser <t(t. 16. Juli 1490 in Bd. V der Augsburger Chroniken S. 351; Dirr, Die Vogtei an der Straße, I. c. S. 193; Schröder, Die Denkwürdigkeiten aus den ersten vier Regierungsjahren des Bischofs Friedrich von Zollern im Archiv für die Gesch. desHochstistsAugsburg,! (Dillingen 1909—1911),Kap. XXIII: Oe rebellione rustioorum in Menchingen etc. S. 166 mit Anm. 3 aus S.133. — BR. 1490 Bl. 39b (Sampstag vor Magdalenen, 17. Juli): „Costung der usfruhr, als der bischof Men ­ chingen berannt hatt und gemaine statt mit 76 pfärden und 1400 zesuß ußzoch und wider wenndig, nachdem die fach gericht ward." 2. Damit geht Jäger ganz gewaltig in die Irre. Die bischöflichen Bauern, die ihrem Herrn, dem Bischof, getrotzt hatten, mußten sich gänzlich den Forderungen des ­ selben unterwerfen und erlitten empfindliche Strasen; auch mußten sie sich gewissen Anordnungen fügen, die die Selbstverwaltung der Gemeinden säst gänzlich aushoben. Gegen den Augsburger Rat reichte der Bischof eine Beschwerde beim schwäbischen Bunde ein, in der er außer anderem die von Augsburg ausgegangene Aufwiegelung seiner Untertanen anzog. Die deshalb vom Bunde eingeleiteten Verhandlungen zogen sich lange hin und blieben erfolglos, so daß sich schließlich (1492) der Kaiser der Sache annehmen mußte. Nun kam es zu einem Ausgleich, doch ist Näheres hierüber nicht bekannt. Schröder „Die ,Straße' und die hochstiftische Straßvogtei" S. 592 sf. 3. Georg Ott und die Bürgermeister Sigismund Gossenbrot und Hilpold Ridler.