250 Weberchronik von Clemens Jäger und [er tjat] in ansehung göttlicher eren in dem Handel des Gates Worts und ausziechung der Pfaffen alhie sich als ain starker höldt Cristi gantz erlich und wol gehalten, die censur- und zuchtordnung der sechs Herren sampt irer execution helfen ausfrichten^ und das vatter- landt zu befestnen treffenlich verholsen und gefördertdes latei- 5 nischen ist er zimlich bericht gewesen, ain liebhaber und Vater der armei?, auch der gefangen menschen*, zudem aines guten, willigen, fraindlichen gemuets, welcher ainem rat, gmainer statt und unser erberen zunft woll angestanden, und nachdem er Viertzechen jar an- ainander alter und neuer burgermaister gewesen, hat er nach gött- 10 lichem gefallen sein leben in dem 59. jar seines alters anno 1544 jar mit großem klagen mencklichs in dem Zeller badt selligklichen geendet, der almechtig Gott welle seiner seel zu belonung des guten, alhie volpracht, ain froeliche auffersteeung gnädigklich verleichen, amen! 5 Beilage I Die Dreizehner der Augsburger Weberzunft A. Allgemeines Die ursprünglich 18, dann 17 Zünfte in Augsburg bildeten im Rahmen des städtischen Gemeinwesens kleine, bis zu einem gewissen Grade selbständige Republiken, in deren Handlungen und Beschlüsse der Rat in der Regel nur dann eingriff, wenn in einer Zunft Irrungen und Verwicklungen entstanden, die durch sie selbst nicht beseitigt werden konnten, wenn durch ihre Maßnahmen andere, sich in ihren Gerechtsamen und Befugnissen benachteiligt glaubende Zünfte ihn um Schutz anriefen, oder wenn das Wohl der Gesamtheit in irgendeiner Weise berührt wurde. Das Hauptorgan, durch das jede Zunft, also 1. Roth, Augsb. Res.-Gesch., I I, <5.329, 367. 2. Die Befestigung Augsburgs war zumeist das Werk des Bürgermeisters Wolf ­ gang Rehlinger. S. das Schreiben des Stadtarztes vr. Gereon Sailer an den Land ­ grafen Philipp von Hessen bei Lenz, Briefwechsel Philipps... mit Bucer, III (Leipzig 1891), S.339, Anm. 1. 3. Chronik des Malers Preu (Augsb. Chron. V I) S.47,20: Seitz „war den armen dienlich". 4. Vielleicht hat Seih daraus hingewirkt, daß man in der neuen Ratsordnung von 1543, in der auch von den als „Eisenherren" verordneten Ratsherren die Rede ist, die aus die Behandlung der Gefangenen sich beziehenden Bestimmungen gegen früher etwas humaner faßte. 5. Weiteres s. Beil. V, 5 (S. 410ff.).