109 Die Kasten werden unter einander auf gewöhnliche Weise com- municirt; jeder Docht dieser Eommunicationsröhren geht bis dicht an eine fliegende Rakete, und neben dem Ende dieses Dochtes legt man die Enden eines andern Dochtes, den man in dem Kasten hin- und hergehen läßt, damit die Flamme sich schnell allen fliegenden Rake ­ ten mittheilen könne. Diese steigen dann aus allen Kasten fast zu gleicher Zeit auf, und geben den schönen Effect, welchen man Bou ­ quet oder Girandelfeuer nennt. Dritte Abtheilung. Masse rfeuerwerke. §. 124. Allgemeine Bemerkung über die Wasserfeuer ­ werke. Die Wasserfeuerwerke waren vormals viel gebräuchlicher, als sie jetzt sind; einmal sind sie sehr kostspielig, und dann müssen sie in Leichen, Bassins, Flüssen u. s. w. abgebrannt werden, wo bei einer großem Menge Zuschauer wegen Vertiefung des Terrains gewöhn ­ lich nur die vordersten Reihen etwas sehen können. Man hat hier Feuerwerksstücke, die fast bis zur Mündung ins Wasser gebracht werden müssen; nur die Kehle jeder Patrone muß über dem Wasser sein, damit sie hier ihre Wirkung zeigen könne, ohne untergetaucht m sein. Andere Stücke liegen gänzlich unter Wasser, um nachher dar ­ aus emporzusteigen, was durch die Wirkung des Wassers selbst ge ­ schieht. Jedes Feuerwerksstück zu Wasserfeuerwerken muß auswärts mit einem fetten Körper bestrichen werden, z. B. mit Talg, Oelfir- niß u. s. w.. damit das Wasser nicht das Papier durchdringen und die Composition vom Anbrennen abhalten könne. Talg und Fir ­ niß eignet sich hierzu am besten, vorzüglich Firniß. Bei Feuerwerks ­ stücken, die nur einen einzigen Effect und keinen Wechsel haben, kann man sich jedoch diese Mühe ersparen, weil bei ihnen das Wasser zum Durchdringen des Papiers nicht Zeit genug hat; hierzu gehören die Wasserkegel, die römischen Wasserkerzen, die Wasserschwacmer u. s. W., wovon unten die Rede sein wird. Da die meisten brennbaren Materien, womit man die Patro ­ nen füllt, leichter als Wasser sind, so schwimmen diese Stücke in der