Verlag von MORITZ PERLES IN WIEN I. Seilergasse 4. 1896. APRIL. Alle Rechte vorbehalten. AA AN AS tung des Wiener Rathhausplatzes, (Hie = © a INHALT: Vereinshaus mit Saalbau des deutschen Casinos in Pr- Neues Bürgerhospital in Laibach, Planverfass Wohngebäudes für das ev. Presbyterium A. B. in. Bistritz, Denkmals‘ für. ‘den Reichkanzler Fürsten Bismarck in Dresden. ageb für ein Dampfbad. in. Zenta, am Wasserthurm in Mannheim. chloss, Abort mit Kippschale. F. Umgestaltung des Wiener Rathhausplatzes. (Hiezu Tafel 18 bis 21.) jer Kathhausplatz in seiner jetzigen Gestalt richt weder den Anforderungen, welche man an einen Platz als ‚solchen, noch jenen, welche‘ man ‚an einen städtischen. Park stellen kann. Ein rosser. Platz soll in erster ‚Linie -dem Verkehre dienen ınd wird.daher an den Kreuzungspunkten verkehrsreicher ngelegt. Nur kleinere Plätze werden vor Monu- uten oder um Monumente angelegt, um deren tigung‘ zu ‚erleichtern. Park ist der Rathhausplatz ht, weil jeder seiner beiden Theile dazu zu klein ist sserdem hauptsächlich dem Fuss ‚ängerverkehr dient, | 1e, Ruhe ausschliesst, welche‘ der Besucher eines Parkes, der ja ein Erholungsort sein. solb- aufsucht. - Die Ursache, welche den Platz auch vom künstlerischen Ständ- kt so unbefriedigend macht, ist seine ungeheure Grösse, seine unverhältnissmässig grosse Länge, ır hat seine Grösse deshalb keine Bedeu- auch nicht eine. grosse Verkehrsader Wohl eine architektonisch viel glücklichere ’Jatz wäre es SCWESCH,“. WENN einer- 1L.OSUBN& für diesen Seits: das Parlam sgebäude, andererseits die Universität So W Innere des Platzes gerückt worden wären, ‘dass Fronten ungefähr in eine Linie mit der dem Rathh zugewandten Flucht der Arcadenhäuser gefallen wären. Würden dann die Eingänge aller den Platz. umgebenden Monumentalbauten am Platze selbst angeordnet worden sein; so. würde der auf demselben tehende Beschauer von einem Punkt. aus. die umgeben- den Monumentalbauten in ihrer Gänze. sehen können, was eigentlich der Zweck eines solchen, nicht dem grossen Verkehre dienenden Platzes sein sollte. Die Gartenanlagen hätten dann im selben Ausmasse an anderer Stelle her- gestellt werden können. Jetzt sieht‘ der im Centrum des Platzes stehende Beschauer das Rathhaus und. das Burg- theater fast ganz, vom Parlament und der Universität ‚in weiter Ferne nur die obersten Theile der Seitenfacaden. Die vielbeklagte Oede des Platzes, wo doch die Plätze die ‚Neubauten und C(ücurrenzen in Oesterreich und Ungarn. Organ für das Hochbaufach und seine Interessenten. Redigirt von Architekt OSKAR MARMOREK. i gspaares in Cotroceni. — Concurrenzentwurf für die Sparcasse in Böhm.-Brod. — Bauordnung, — Versuche über die Festigkeit von Stiegenstufen. — WETTBEWERBS -NACHRICHTEN: Errichtung‘ einer technischen Lehranstalt in Detmold, Bau einer Oberrealschule in Bochum, Wettbewerb eines Bauplanes: für ein, Curhaus in Westerland a. Sylt, Entschiedene ude in. Böhm.-Brod, Concurrenzpläne für das Miethhaus des Wohlthätigke Abonnementspreise: Ganzjährig. ....,10fl. = 20 Mark Einzelne Exemplare. .. 1fl. = 2 Mark Erseheint am Anfang jedes Monates. IL JAHRGANG. HEFT IV. zu Tafel 48 bis 21.) — ‚Eisernes Mausoleum der Tochter des Die neue Frankfurter Ausgeschriebene Wettbewerbe: rag. Concurrenzpläne für die Ofner Redoute. Concurrenzpläne des Grosswardeiner Rathhauses, z des neuen Landhauses in Laibach, Concurrenzpläne . für Hajdu-Böszörmeny. Bau eines katholischen Gesellen- und Lehrlingsheims in eine ev,-ref, Kirche. in Reichenberg, Bau eines Gymnasial- und eines Directions- Errichtung eines um den. Entwurf Wettbewerbe: Theaterprojecte. Concurrenzpläne für ein its-Vereines „Caritas“ in Budapest. Concurrenz- Concurrenzpläne für ein Sparcassagebäude in Aranyos-Marcth, Wettbewerb für die Bebauung des —: BAUTECHNISCHE NEUHEITEN UND PATENTE: ederhalter mit Vorrichtung zum Auswerfen der Feder. Abstellvorrichtung für Wasserleitungen. Verschluss- für Oberlichtfenster, Behälter für Klebstoff, Farbe und dgl.. Dachfenster; — TAFELERKLÄRUNGEN: Tafel 18 bis 21. gestaltung des Rathhausplatzes (siehe ersten Artikel). Architekt Rudolf Dick in Wien. kammer in Budapest, Szalaygasse, Architekten Xor6 und Gierg/ in Budapest. Tafel 24. Palazzo Rohr in Trient. Projecte Tafel 22 und 23. Haus’ der Advocaten- belebtesten Theile der Stadt sein sollten, wird zum Theile durch den Mangel an Eingangsthören in die umgebenden öffentlichen Gebäude vom Platze aus hervorgerufen. Die Gartenanlagen sind gewissermassen ein Product der Ver- legenheit, indem der menschenleere, riesig ausgedehnte und überlange Platz ohne dieselben einen gar zu traurigen An- blick geboten hätte. Abhilfe gegen diesen Zustand, welcher unsere herrlichsten Monumentalgebäude um einen. wesent- lichen Theil ihrer Geltung bringt, gibtesnur aufzwei Wegen. Entweder man entschliesst sich für eine theilweise Verbauung des Platzes, indem man unter Cassirung der Gartenanlagen an deren, Stelle ‚entsprechend architektonisch gestaltete Häusergruppen stellt, deren Fluchtlinien durch die um- gebenden Strassen und Gebäude ziemlich gegeben sind, Oder man gestaltet den Platz durch bedeutende architek- tonische und. sculpturelle, jedoch nur decorative Anlagen gänzlich um, wobei die Gartenanlagen zwar bestehen bleiben können, jedoch sowohl in Ausdehnung als Höhe derart reducirt werden müssen, dass sie das architektonische Bild nicht wie bisher beeinträchtigen. Als es sich um einen Ort für die Aufstellung der Monumente Canon’s und Makart's handelte, wandte sich die Commune an den Wiener Architektenclub mit der Frage, ob die der Ringstrasse zugewendete. Lisiere des Stadtparkes ‘zur Aufstellung dieser Monumente geeignet sei. Es stellte sich heraus, dass die Majorität des Clubs den Rathhausplatz für diesen Zweck in erster Linie für geeignet finde. Von den Projecten, welche ‚sieben. Mit- glieder des Clubs. vorgelegt . hatten, bezogen sich nur zwei, und zwar jene des Oberbaurathes Professor Wagner und des Architekten Dzc%£ auf den Rathhausplatz. Nun war dieser Platz schon. von früher her zur Aufstellung eines Monumentes für Kaiser Franz . Josef in sichere Aussicht genommen. Es war daher eine selbstverständ- liche Hauptbedingung, das Kaisermonument als künst- lerischen Schwerpunkt der ganzen Anlage zu situiren. Wir bringen in dieser Nummer auf Tafel.18 bis 21 die 4 Construction der Rauchröhren. in Paris.‘ 3] HER