Die Abteilungen für Architektur und Bauingenieurwesen haben für die Diplomprüfungen in diesen Fächern neue Vorschriften aufgestellt, die unterm 16. Januar 1894 die Genehmigung des K. Ministeriums erhalten haben. Danach ist die Erlangung eines Diploms durch die Erstehung einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Vorprüfung und einer fachwissenschaftlichen Hauptprüfung bedingt. Die erste Vorprüfung nach diesen Bestimmungen findet im Oktober 1894, die erste Haupt- prüfung im Frühjahr 1895 statt. Anlässlich der Wiederbesetzung der durch die Pensionierung des Professors Dr. v. Baur in Erledigung gekommenen ordentlichen Professur für höhere Analysis etc. fand eine neue Organisation des mathematischen Unterrichts statt. Danach sind die Unterrichtsficher auf die 2 Hauptlehrstellen wie folgt verteilt: a) Professur für analytische Geometrie, höhere Analysis und neuere analytische Geometrie (bisher: höhere Analysis, reine Mechanik, neuere Geometrie); b) Professur für darstellende Geometrie, synthetische Geometrie und reine Mechanik (bisher: analytische und deskriptive Geometrie und neuere analytische Geometrie). Der Unterricht selbst ist nach dem neuen Unterrichtsprogramm für 1894/95 mit Rücksicht auf die Staats- und Diplomprüfungen so geordnet, dass die mathematisch-naturwissenschaftliche Vorprüfung von Abiturienten württembergischer realistischer Vorschulen nach 2-semestrigem, von Abiturienten humanistischer Vorschulen nach 4-semestrigem Studium abgelegt werden kann, während Abiturienten nichtwürttembergischer realistischer Vorschulen die erforderlichen Kenntnisse in 3 Semestern sich aneignen können. Infolge dieser Reorganisation des mathematischen Unterrichts haben die Abteilungen für Bau- ingenieurwesen und Maschineningenieurwesen ihre Studienpläne den veränderten Verhältnissen ange- passt, bezw. neu aufgestellt. Der Studienplan der Bauingenieurabteilung wurde hiebei durch die Fächer: Barometrisches Höhenmessen und erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen erweitert, derjenige der Maschineningenieurabteilung durch die Fächer: elektrotechnische Messkunde I und Gas- und Erdöl- motoren. Die letztgenannte Abteilung hat bei diesem Anlass auch einen auf 8 Semester berechneten Studienplan für Abiturienten nichtwürttem bergischer realistischer Vorschulen aufgestellt. In den Studienplan der Chemiker und der Hütteningenieure wurde der von Professor Dr. Häussermann übernommene Vortrag über Elektrochemie neu aufgenommen und den für Chemiker empfohlenen Fächern die Gärungsphysiologie angereiht. Die technische Chemie wird künftig 2-stündig durchs ganze Jahr vorgetragen, während über chemische Patentlitteratur nur noch beim Vorhandensein einer genügenden Anzahl Teilnehmer 1-stündig im Sommer gelesen wird, In den Studienplänen der Kandidaten des realistischen Lehramts sind die durch die Reorgani- sation des mathematischen Unterrichts bedingten Änderungen eingetreten. Der Neubau für das Elektrotechnische Institut und das Laboratorium für allgemeine Chemie wird im Laufe des kommenden Studienjahrs in die Benützung der Technischen Hochschule übergeben werden, Auf Veranlassung des an der Technischen Hochschule bestehenden Kreisverbands der Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege wurden im Wintersemester 1893/94 durch Stabs- arzt Dr. Scherer 14 Studierende theoretisch ausgebildet. An dem in den Frühjahrsferien 1894 im hiesigen Garnisonlazaret abgehaltenen Pflegekurs haben 2 Mitglieder (Studierende) teilgenommen. Das Rechnungsergebnis der Krankenkasse der Studierenden der Technischen Hochschule vom 1. April 1898/94 stellt sich wie folgt: Die Einnahmen an Beiträgen der Studierenden betrugen