32 nach der Bremerstrasse verlegt, da sie nach anderen Seiten hin ungünstig für die Erscheinung des Aeusseren wirken würde. Die Fenster in den Sammlungs- sälen des Erdgeschosses sind zu schmal und die Pfeiler daselbst mit 3,5 m Breite zu gross, so dass die Beleuchtung dieser Räume zu wünschen übrig „lässt. - Die in Formen der Renaissance gehaltene Aussenarchitektur wirkt etwas unruhig, namentlich an den Ecken durch Häufung der Giebel. Im übrigen hat der Entwurf den Vorzug, dass bei nur teilweisem Ausbau die Hauptfronte doch als vollständig sich darstellt, wobei der zwecklose Eckturm in Fortfall kofnmen müsste. Die Kosten pro kbm mit 17.50 M. sind zu niedrig bemessen, unter Annahme von 20 M. würde sich eine Kostensumme von 571240 M. ergeben. No. 30. „4m Rhein‘“. Der Grundriss ist klar und einfach, der Eingang vom Hansaring ist etwas nach der rechten Ecke geschoben, anschliessend die Haustreppe. Um einen 19 m im Quadrat grossen Lichthof hat der Verfasser zunächst eine 3,50 m breite Galerie herumgeführt und daran anschliessend die Ausstellungsräume so angeordnet, dass sieben Säle und der Saal für moderne Innenausstattung im Erdgeschosse und acht Säle mit der Bibliothek und dem Lesesaale in der.ersten Etage angenommen sind. In der Anordnung der letzteren ist der Autor nicht glücklich gewesen, da es erwünscht sein muss, die ganze Bücherei mehr in die Nähe des Eingangs zu bringen, als geschehen ist, um die Sammlungen von dem Besuche der Bibliothek ‚unabhängig zu machen. Es dürfte sich deshalb empfehlen, die Anordnung so zu treffen, dass der Saal für moderne Innenausstattung an Stelle des Lesesaales in das obere Geschoss gelegt wird. Das Aeussere des ganzen Baues wird auch in dem ersten Stadium ein gut abgeschlossenes Ganze bilden. Die Architektur ist im Inneren wie im Aeusseren interessant und das Ganze wird bei dem Preise von 20 Mark pro Kubikmeter umbauten Raumes ausführbar sein, No. 47. »„?“. Der Verfasser hat den Grundriss so gestaltet, dass eine malerische Gruppierung des Aufbaues von hübscher Wirkung sich ergiebt. Die Lage des Einganges,. der Haupttreppe und die Anordnung .der Säle im östlichen Flügel sind geeignet, den Entwurf zu den besten zählen zu können, leider ist die Anordnung des Saales für moderne Innenausstattung ganz verfehlt, Es ist dieser Raum als in sich abgeschlossen gedacht gewesen, mit guter Seit- licher Beleuchtung, während er in dem Projekte als grosse Halle mit unteren und oberen Umgängen erscheint, so dass für eine behagliche Möblierung sich nirgendwo die nötigen Flächen ergeben. Auch die oberen Galerien, die 2,6 m breit sind, bieten keine Gelegenheit zur Aufstellung von Museumsstücken, da nach der einen Seite Fenster, nach der anderen die Bogen nach der Halle zu liegen, und somit keine Wandfläche verbleibt. Dieser Teil des Planes müsste eine wesentliche Umarbeitung erfahren, Die Anordnung der Bücherei ist gut, weil sie dicht am Eingange gelegen und zugänglich ist, ohne die übrigen Museumsräume zu berühren, Die Beleuchtung der Räume ist eine günstige. Die Lage von Aborten und besonders deren Zugänglichkeit ohne Vermittelung aus dem Ausstellungssaale ist nicht zu empfehlen. Die Rücksichtnahme des Verfassers auf die Bodenverhältnisse und die Anlage des Wasserhofes sind wohl als zu weitgehend zu bezeichnen, Die Architektur ist einfach aber ansprechend und würde dem Zwecke und den Mitteln entsprechen, nur würde von einem Putzbau abzusehen sein; auch würde die Anbringung des Hessenturmes wohl nur ein Vorschlag bleiben, Im ganzen ist es zu bedauern, dass der Verfasser in dem Grundrisse die missverstandene Anlage der Halle angeordnet hat; hier- durch hat er nicht nur eine wesentliche Aufgabe des Programms nicht gelöst, sondern kommt durch diese zu viel Raum in Anspruch nehmende Halle auf einen Kubikraum von 30944 cbm und würde er das Kubikmeter mit etwa 13 Mark herzustellen haben, was nicht anzunehmen ist. Von dieser Annahme kann auch nicht abgegangen werden, wenngleich der Verfasser sich erbietet, das Ganze für 500000 Mark auszuführen. Der Plan ist mit feinem künst- lerischem Empfinden entworfen, dass es zu bedauern ist, ihn, weil nicht in allen Teilen gelungen, nicht mit einem Preise auszeichnen zu können. Abbildung des Ausführungsentwurfs befindet sich in den K.-N. Januar 1807.